Ein weiteres Spielefest in Essen ist vorbei und schon wieder war ich nicht dabei. Es ist zum Heulen. Jedes Jahr nehme ich mir vor, dass ich dieses Jahr dort sein werde, und noch nie habe ich es geschafft! Dafür aber konnte ich diese ganze Woche lang auf den sozialen Netzwerken die Fotos von Leuten anschauen, die dort waren und jede Menge Spiele gekauft haben. Interessanterweise können da drei verschiedene Strategien erkannt werden, wie die Leute beim Einkaufen vorgegangen sind.
– Der Konservative: Diese Leute haben hauptsächlich die großen Spiele der großen Verlage gekauft, haben also die großen Namen gejagt. Vermutlich wollen die bezüglich der Qualität auf Nummer sicher gehen oder wissen, dass irgendein obskures Spiel aus Japan in ihrer Runde nicht auf den Tisch kommen wird. Da kamen dann solche Spiele wie Via Nebula (Asmodee), Big Western Trail (Pegasus), First Class (Hans im Glück) oder Terraforming Mars (Stronghold Games ). Alles spiele, die ich auch unbedingt ausprobieren möchte.
– Der Stratege: Diese Leute wissen, dass man die großen Spiele in den nächsten Monaten problemlos im Fachhandel erwerben kann und haben daher die kleinen Spiele von kleinen Verlagen gesucht, die man außerhalb von Essen wohl kaum irgendwo erwerben kann. Bei 1.200 Spieleneuheiten gibt es da schon eine große Auswahl. Der Großteil der Spiele, die ich auf diesen Fotos gesehen habe, sagen mir gar nichts. Aber interessieren würden sie mich auf jeden Fall.
– Der Tourist: Diese Leute sind ohne Plan durch Essen spaziert und haben einfach jene Spiele erworben, die ihnen gerade ins Auge gefallen sind, was zu einer bunten Mischung an Spielen führt. Ob sie die dann auch alle spielen werden, bleibt eine offene Frage.
Jedenfalls werde ich nächstes Jahr sicher dort sein!
Vor zwei Jahren habe ich übrigens an dieser Stelle über den nächsten großen Spielehit nachgedacht und mich gefragt, ob er in Essen ’14 präsentiert würde. Das wurde er nicht. Auch nicht in Essen ’15 oder heuer. Der Nachfolger von Siedler von Catan und Carcassonne lässt also noch auf sich warten.
Damals habe ich skeptisch auf Five Tribes geblickt und mich für Love Letter als nächsten Hit stark gemacht, doch es sollte anders kommen. Five Tribes ist mittlerweile eines meiner Lieblingsspiele und Love Letter ist irgendwie von den Spieleabenden, in meiner Umgebung zumindest, verschwunden. Daher denke ich einfach, dass heute so viele Spiele erscheinen, dass es beinahe unmöglich ist, für ein einzelnes Spiel, so einen Eindruck zu hinterlassen wie diese Klassiker.
In diesem Kartenspiel geht es darum, seine Handkarten als erster loszuwerden. Das Prinzip dahinter ist dabei denkbar einfach: Ich spiele eine Karte und führe die aufgedruckte Funktion aus, was zu zahlreichen Ärgermomenten bei sich selbst oder bei den Mitspielern führen kann. Meistens geht es bei diesen Funktionen darum, seinen Mitspielern Handkarten oder Minuspunkte zu geben. Sobald ein Spieler alle seine Handkarten aufgebraucht hat, ist eine Runde zu Ende und dann zählt jeder die Punktewerte seiner Handkarten mit den Minuspunkten vor sich zusammen. Dieser Wert wird notiert und eine neue Runde beginnt. Sobald ein Spieler über 99 Punkte hat, ist das Spiel zu Ende und der mit den wenigsten Punkten ist Sieger.
Inhalt: Ethan und seine Crew versuchen sich an den Synthianern vorbeizuschleichen, um Verstärkung zu erhalten, damit sie das gestohlene Raumschiff zurückerobern und den Dark Space wieder sicher machen können.
Die ersten paar Folgen der Staffel waren eher schwach, der Humor hat nicht recht funktioniert, doch dann kam wieder Schwung in die Sache und es gab sehr viele lustige Momente. Die witzigsten Augenblicke sind immer noch jene, wo es um kulturelle Unterschiede geht, doch gefühlsmäßig gibt es davon weniger als in der ersten Staffel. Es werden eher generische Generationen-Konflikte und kulturunabhängige Familienprobleme aufgearbeitet, die aber aufgrund des chinesischen Touches gleich ganz eine andere Qualität erhalten.
Inhalt: Als drei Freunde zufällig ein satanistisches Buch öffnen, wird einer von ihnen in die Hölle befördert und die anderen zwei eilen hinterher, um ihn zu befreien.
Zunächst sei angemerkt, dass Splotter durchaus als Kult-Verlag bezeichnet werden kann, nicht zuletzt wegen seiner sehr eigenwilligen Grafik. Wenn jemand einen nicht darauf aufmerksam machen würde, was sich da versteckt, würde wohl kaum einer so ein Spiel in die Hand nehmen. Und was für ein Fehler das wäre!
Wenn man das Wort „Mogelpackung“ für ein Buch in den Mund nimmt, dann ist es hier wohl der Fall, aber es ist dennoch nicht negativ gemeint. Aus drei Gründen glaube ich das nämlich:
Die beiden Folgen zu Beginn dieser Staffel haben etwas enttäuscht, was aber einfach auf pragmatischen Problemen basierte: Einige Cast-Veränderungen mussten gleichzeitig mit dem offenen Cliffhanger gelöst werden. Das haben sie dann eh gut hingekriegt und sobald sie von diesem Gefängnis weg waren, hat die Serie ordentlich Fahrt aufgenommen und an die Qualitäten der ersten Staffel angeschlossen. Die grundlegende Frage der Serie beschäftigt die Protagonisten immer noch: Wer bin ich, wenn ich keine Erinnerungen habe? Und möchte ich wirklich wieder der werden, der ich früher war?
Inhalt: In drei Episoden wird irgendwas in wunderschöner Natur gezeigt.
