Film: Blood Father (2016)

Nun hat also auch Mel Gibson seinen Senioren-Action-Flick erhalten.
Action mit Mel Gibson von Jean-François Richet. 88 Min.
Inhalt: Ein ehemaliger Sträfling und ehemaliger Alkoholiker wird von seiner entfremdeten Tochter aufgesucht, die von einigen mexikanischen Gangstern gejagt wird.
Was soll man zu so einem Film groß sagen. Ein generischer Action-Film mit spärlich gesäter Action und eher seltsamen Plot, in welchem Gibson noch einmal zeigen möchte, was in ihm steckt und auch entsprechend seine schauspielerischen Fähigkeiten vorführt, obwohl sie in der weiten Prärie wie ein Tropfen Wasser auf einem heißen Stein sind.
Fazit: Netter Zeitvertreib, der aber schnell wieder vergessen ist.

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Blood Father
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Gedankensprung: Lesechallenge

Ich habe letztens an einer Lesechallenge teilgenommen, die von einem renommierten Verlag durchgeführt wurde. Ich nenne hier extra keine Namen, weil ich etwas skeptisch auf die Erfahrung zurückblicke. Zunächst war das alles cool, locker-flockig. Es gab Aufgaben, die wir erfüllen mussten, wie etwa unsere Meinung zur Umschlagsgestaltung und einzelnen Leseabschnitten kundtun oder erklären, was wir in bestimmten Situationen getan hätten, wofür wir dann jeweils Punkte bekamen. Alles gut und recht. Und dann kam die letzte Aufgabe: Wir mussten eine Rezension zum Buch schreiben und die auf vorgegebenen Plattformen, meist von Buchhändlern, veröffentlichen. Je mehr Plattformen, desto mehr Punkte.
Im Grunde hat uns der Verlag also dafür verwendet, gratis Werbung zu machen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich davon halten soll. Denn das Problem an der Sache ist, dass die meisten Teilnehmer nur positiv über das Buch geschrieben haben, weil sie vielleicht hofften irgendwann wieder teilnehmen zu können oder gar die Gewinnchancen zu erhöhen. Es gab sicher Leute, denen das Buch sehr gut gefallen hat, aber bei den meisten Kommentaren hatte ich wirklich das Gefühl, dass einfach pro forma etwas zur Genugtuung der Organisatoren geschrieben wurde. Und das wiederum führt zu einer Flut von positiven Rezensionen auf all diesen Plattformen, obwohl das Buch diese Lobpreisung gar nicht verdient.
Vielleicht sehe ich die Sache falsch und bin zu negativ eingestellt, aber diese Lesechallenge hat mich mit einem sehr unguten Gefühl zurückgelassen. Denn sind das dann nicht im Grunde das gleiche wie gekaufte Rezensionen?

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Buch: Fischer, Ernst Peter – „Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie“. Die 50 besten Erkenntnisse der Wissenschaft von Galilei bis Einstein

Ein tolles Buch über die großen Köpfe der Wissenschaft.
Im Grunde genommen ist das einfach eine Liste mit den 50 Persönlichkeiten der Wissenschaftsgeschichte, die der Autor als die wichtigsten erachtet. Zu jeder dieser Personen, angefangen bei Galilei, über Kepler und Newton bis hin zu Tschechow, verfasst er ungefähr drei Seiten. Zu Beginn eines jeden Eintrags in seiner Liste stellt er ein berühmtes Zitat dieser Person und versucht dann zu erklären, wie es zu diesem Zitat kam, was die Person dachte, glaubte und zu erreichen versuchte. Meistens jedoch bleibt das Zitat isoliert stehen, was aber kein Problem ist, denn es ist sehr interessant diesen knappen Einblick in das Leben und Schaffen dieser historischen Personen zu erhalten. Der Autor versucht eben nicht die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu erklären, sondern das drum herum, die Vorarbeit und die Nachwirkungen.
Diese Liste als Lektüre in einem Zug zu lesen ist ziemlich erschöpfend, aber sie am Nachttisch zu haben und abends immer Mal wieder einen neuen Wissenschaftler kennenzulernen ist äußerst faszinierend.
Fazit: Sehr empfehlenswert.

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Film: Kingsglaive – Final Fantasy XV (2016)

Konfus aber cool.
Fantasy-Action, Computeranimation mit Gō Ayano von Takeshi Nozue. 115 Min.
Inhalt: Ein großes Imperium versucht eine Stadt zu erobern, die durch Magie geschützt ist. Als die Magie schwächer wird, wird ein sehr ungünstiger Friedensvertrag geschlossen, der zu einigen Unmut führt und dadurch eine Rebellentruppe entstehen lässt.
An sich haben wir es hier mit einem visuell großartigen Film zu tun. Die Computeranimation ist einfach fantastisch, extrem realistisch und bietet tolle Kämpfe. Wenn da nicht der überbordende Plot wäre, der zu schnell und mit zu vielen Informationen erzählt wird. Dazu kommen noch die schlechten Dialoge, die leider auch nicht zum Verständnis beitragen. Und dennoch bleibt man am Ende mit einem Gefühl zurück, einen tollen Film gesehen zu haben, weil die Computeranimationen einen einfach überwältigen und fesseln.
Ich gehe davon aus, dass Kenner des FF-Universums von diesem Film mehr haben werden als uninformierte Kinobesucher, aber auch so bietet er eine nette Unterhaltung.
Fazit: Kann man schauen, muss man aber nicht.

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Spiel: Carcassonne Amazonas (Hans im Glück)

Von Klaus-Jürgen Wrede (ca. 35 Min.; 2-5 Spieler).
Dies ist nun schon der dritte Teil in der „Carcassonne around the world“ – Reihe, also wie immer ein normales Carcassonne mit neuer Grafik, neuem Thema und einigen neuen Mechanismen.
Die Südsee-Variante hat mir sehr gut gefallen und landet bei mir immer noch auf dem Tisch, wenn jemand Carcassonne spielen möchte. Die Classic-Variante krame ich nur hervor, wenn es jemand extra wünscht oder wir ein episches Erlebnis mit allen Erweiterungen haben möchten. Die Goldrausch- und ebenso die Star Wars-Variante haben mir überhaupt nicht gefallen.
Amazonas nun gefällt mir sehr gut, aber Südsee hat noch die Nase vorn. Vielleicht ändert sich die Reihung jedoch bei öfterem Spielen.
Hier haben wir eine wunderschöne Dschungel-Grafik und zwei interessante Mechanismen, die es von den anderen Varianten abheben. Die Punktewertung selbst erinnert stark an die alte Jäger & Sammler – Variante, man versucht also so viele Tiere und Pflanzen wie möglich in seinem Gebiet unterzubringen. Komplett neu aber ist das Rennen mit den Booten auf dem Amazonas. Wir versuchen also nicht nur unsere Dschungelgebiete zu vergrößeren, sondern auch unser Boot auf dem Amazonas voranzutreiben, um dort bei den Zwischenwertungen durch eine gute Platzierung viele Punkte einzusammeln. Besonders gut gefällt mir die Balance der Punkte, dass eben Dschungel und Boote gleichwertig sind, man also beides im Auge behalten muss.
Fazit: Das Rennen ist ein interessanter neuer Mechanismus im Carcassonne-Universum und daher kann ich Amazonas nur empfehlen.

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Buch: Bannister, Andrew – Die Maschine (Die Spin-Trilogie 1)

Das Buch ist irgendwie seltsam, aber auch cool und konfus und spannend. Es ist Sci-Fi.
Inhalt: Fleare Haas und ihr Begleiter Muz reisen durch den Spin auf der Flucht vor den Häschern der Hegemonie, die alles beherrschen will. Gleichzeitig versuchen die beiden einen Weg zu finden, die Hegemonie zu stoppen, als ein altes Artefakt entdeckt wird.
Vorweg sei gleich erwähnt, dass diese Spin-Trilogie nichts mit dem berühmten Spin-Buch von Robert Charles Wilson zu tun hat. Es herrscht hier lediglich eine unglückliche Namensgleichheit, der ich tatsächlich beim Ergreifen dieses Buches auf den Leim gegangen bin. Aber bereuen tu ich es nicht.
Ebenso sei erwähnt, dass dieses Buch zwar der erste Band der Spin-Trilogie ist, die Geschichte aber in sich abgeschlossen ist. Tatsächlich wäre nach so einem Ende eigentlich kein zweiter Teil nötig.
Das Tolle an diesem Buch ist die gewagte Fantasie, mit welcher Bannister ein eher untypisches Universum erschafft. Die Spin-Galaxie ist ein faszinierender, uralter Ort, der von einer längst vergessenen Rasse künstlich erbaut worden ist. Und der Autor benutzt den Spin um soziale, ökologische und wirtschaftliche Missstände zu thematisieren, was ja ein Kenneichen großartiger Sci-Fi-Literatur ist.
Ein tolles Universum aber reicht leider nicht, um ein tolles Buch zu schreiben. Auch hier lassen Charaktere und Plot eher zu wünschen übrig, wurde zu viel Fokus auf die Welterschaffung gelegt. Denn der Plot beginnt zwar spannend, verliert aber ziemlich bald an Elan. Auch ist der Hauptcharakter Flear eher langweilig und eindimensional. Zum Glück gibt es da die drei interessanten Nebencharaktere, die bei ihr sind. Am Ende jedoch kommt wieder ordentlich Spannung auf, als sich die Lage um einen bestimmten Planeten zuspitzt.
Daneben wird auch die Geschichte des Bösewichts erzählt, und der hat es echt in sich. Er trägt den eigentlichen Hauptplot und bietet die besten Momente des Buches. Allein schon deswegen kann ich Die Maschine empfehlen.
Was mir gar nicht gefallen hat ist die teilweise vulgäre Sprache, die manchmal verwendet wird und so gar nicht passt. Ich weiß nicht, ob hier der Übersetzer über die Stränge geschlagen hat oder der Autor das wirklich so wollte. Bei The Expanse gibt es auch einen Charakter mit solch einem Mundwerk, aber dort ist es konsistent und passt dazu. Hier jedoch kommen diese Ausdrücke so unerwartet und unpassend.
Fazit: SFX bezeichnet das Buch als „eines der zehn wichtigsten des Jahres“ und SFFWorld meint, dass Darth Vader gegenüber diesen Gegner erblasst. Dem kann ich mich nicht anschließen. Es ist ein durchaus lesenswertes Buch, das ich jedem Sci-Fi-Fan empfehlen kann, aber derart hohen Lob hat es nicht verdient.

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Die Maschine (Die Spin-Trilogie, Band 1)
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Serie: Orange Is the New Black – Staffel 4

Selten eine Serie mit so großen qualitativen Unterschieden zwischen den Staffeln gesehen.
Die aktuelle Staffel hat mir nicht so gut gefallen wie die erste und die dritte, aber immer noch viel besser als die zweite. Ein Hauptgrund ist der erneute Rückgang des Humors, wodurch das Drama-Element wieder in den Vordergrund gerückt ist. Der Fokus lag diesmal auf der profitorientierten Nutzung von Gefängnissen und dem willkürlichen Verhalten des Personals. Das sind große Probleme in den USA und es ist gut, dass sie thematisiert wird. Dennoch dümpelt die Staffel meistens einfach so vor sich hin, bietet aber ein sehr starkes Ende mit einem großartigen Cliffhanger.
Fazit: Nicht schlecht, aber nach der dritten Staffel etwas enttäuschend. Fans der Serie werden wohl trotzdem zufrieden sein.

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Film: Teenage Mutant Ninja Turtles 2 – Out of the Shadows (2016)

Wer hätte das gedacht: Eine Fortsetzung kann besser als der erste Teil sein. Aber zugegeben, bei so einem ersten Teil war das nicht schwer.
Superhelden-Actionfilm mit Megan Fox von Dave Green. 112 Min.
Inhalt: Krang versucht Shredder zu manipulieren, damit dieser ihm hilft, die Welt zu zerstören. Nur die Turtles können ihn aufhalten.
Ich habe eine Weile gebraucht, mich zu überwinden, diesen Film zu sehen, hat doch der erste Teil eine tiefe Narbe in mir hinterlassen, so schlecht war der. Am Ende aber war ich wirklich positiv überrascht. Neben Krang sehen wir nun auch Bebop und Rocksteady sowie Casey Jones. Man merkt einfach von der ersten Minute an, dass hier ein Fan des Franchises das Ruder in der Hand hatte und nicht irgendein 0-8-15-Konzernregisseur wie im ersten Teil. Der Film macht einfach mehr Spaß, die Action ist cool, der Plot auch spannend. Und die Turtles wirken auch gar nicht mehr so hässlich wie im ersten Teil, hat man sich ja schon über die Jahre an diese Optik gewöhnt.
Fazit: Für eine gemütliche Abendunterhaltung durchaus zu empfehlen.

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Teenage Mutant Ninja Turtles: Out Of The Shadows
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Gedankensprung: Das seltsame Eigenleben meines Bücherturms

Meine Bücherwand ist dreigeteilt. Den Großteil macht das Regal aus mit all jenen Büchern, die mir gefallen und die ich unbedingt behalten möchte. Links davon gibt es einen Turm mit Büchern, die mir nicht gefallen und die ich irgendwie loszuwerden versuche, sei es durch öffentliche Bücherschränke, Flohmärkte oder Geschenke an interessierte Leute. Aber der eigentliche interessante Turm steht rechts vom Regal. Das ist nämlich der Turm mit den Büchern, die ich noch lesen muss.
Das ist der Turm mit dem seltsamen Eigenleben.
Vor fast dreizehn Jahren – wow, so alt bin ich schon – habe ich diesen Turm begonnen. Damals habe ich nämlich regelmäßig und wie wild in den Abverkäufen von Buchgeschäften zugeschlagen und außerdem haben die meisten Leute mir zu den entsprechenden Anlässen immer Bücher geschenkt, weil mich sonst eh nichts interessiert hätte. Und so ist der Bücherturm dann kontinuierlich gewachsen, trotz meiner intensiven Bemühungen ihn zu reduzieren. Bis er irgendwann fast anderthalb Meter hoch war und umgefallen ist. Das hat zu einiger Verwüstung im gegenüberliegenden Glasschrank geführt. Dann habe ich mir ein Embargo auferlegt und kein Buch mehr gekauft, bis der Turm nicht fertig gelesen wäre. Dazu kam auch noch der Rückgang an Geschenken, was natürlich mit dem fortschreitenden Alter zu tun hat und der immer geringer werdenden Motivation, seinen Geburtstag zu feiern.
Und siehe da, es hat tatsächlich funktioniert, vor etwa sieben Jahren war mein Turm auf ein Buch reduziert: John Katzenbach – Die Anstalt. Dieses Buch hatte eine Freundin meiner Mutter ihr geschenkt. Sie jedoch hatte es mehrere Jahre ungelesen auf dem Nachttisch, bis es wie durch Zauberhand auf meinem Bücherturm gelandet ist. Wo es sich übrigens auch heute noch befindet.
Es kam dann also die Zeit, als ich mich wieder in Buchhandlungen wagte. Diesmal ging ich jedoch gezielt vor und kaufte systematisch Bücher, die ich auch sofort lesen würde. Mein Turm sollte zu keiner Zeit mehr als fünf Bücher enthalten.
Doch dann starb meine Nachbarin, die eine riesige Privatbibliothek hinterlassen hat. Ihre Kinder hatten nichts mit Büchern am Hut und wollte die einfach irgendwie loswerden. Also sind sie an mich und einige andere Bekannte herangetreten und wir durften uns frei bedienen. Ein Großteil der Bibliothek bestand aus Büchern zur jüdischen Geschichte und der Politik im modernen Israel. Diese Bücher haben wir allesamt dem lokalen jüdischen Zentrum geschenkt. Aber auch so blieb noch genug übrig, meinen Bücherturm wieder auf fast anderthalb Meter anwachsen zu lassen. Die letzten Bücher von diesen habe ich vergangenen Sommer gelesen: Eric Idle – Die Reise zum Mars und Rudyard Kipling – Das Dschungelbuch. Nur ein Buch befindet sich noch im Turm: Fjodor M. Dostojewskij – Die Dämonen.
Zusätzlich zu dieser unerwarteten Erbschaft hat ein Freund meinen Turm mit seiner Sammlung an Fantasy-Literatur (Tad Williams – Das Geheimnis der Großen Schwerter, eine fantastische Saga, sowie Richard Schwartz – Das Geheimnis von Askir und noch einiges andere) ordentlich aufgestockt. Ich war die letzten Jahre also ziemlich mit Lesen beschäftigt und als ich im Juni 2014 mit diesem Blog begann, war auch eines meiner Ziele diesen Turm zu reduzieren. Es ist mir auch ziemlich gut gelungen, als dann ein zweiter Freund meinen Turm mit sehr viel Science Fiction – Literatur aufgestockt hat, die mir eigentlich sehr gut gefällt. Aufgrund dessen war mein Blog im letzten Jahr ziemlich Sci-Fi-lastig, was dazu geführt hat, dass ich nun regelmäßig Sci-Fi-Bücher geschenkt bekomme. Da mir Science Fiction sehr gut gefällt und der Turm in dieser Hinsicht noch einiges zu bieten hat und sich momentan ständig regeniert, wird wohl auch mein Blog noch eine Weile mit diesem Genre gefüllt werden.
Persönlich lese ich auch gerne Sachbücher, wissenschaftliche Werke zu den verschiedensten Themen und zwischendurch gönne ich mir auch so ein Büchlein. Die sind auch im Turm recht gut verteilt.

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Buch: Pieper, Dietmar & Saltzwedel, Johannes (Hrsg.) – Rom. Aufstieg einer antiken Weltmacht

Nette vereinfachte Zusammenfassung der Römischen Geschichte.
Dieses Buch entspricht leider nicht den Erwartungen, die ich für ein Sachbuch zur Geschichte hatte. Aber es ist bald klar warum, stammen doch sämtliche Texte hier aus dem Heft Aufstieg und Fall der Republik Rom der Reihe SPIEGEL GESCHICHTE (Heft 5 / 2015). Das führt natürlich dazu, dass wir nicht eine chronologische Ereignisgeschichte präsentiert bekommen, sondern jede Menge kurze Artikel, die sich unabhängig voneinander auf spezielle Themen der Römischen Republik fokussieren. Aber das muss ja nicht schlecht sein, ist halt einfach ungewohnt. Für eine Zeitschrift passt es, aber als Buch finde ich es nicht so gelungen.
Jeder Artikel wurde von einem anderen Journalisten geschrieben, die einfach wissenschaftliche Werke zum Thema gelesen und dann vereinfacht zusammengefasst haben – ohne Literaturhinweise. Damit ist also auch klar, dass hier nicht irgendwelche Studenten oder Akademiker als Zielpublikum angesprochen werden sollen, sondern ein Bildungsbürgertum, das sich für das Thema interessiert, aber nicht aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel heraus. Und dafür ist das Buch sicher geeignet, aber das Original-Heft mit den vielen Bildern sogar noch mehr. Denn Bildtafeln vermisse ich hier schon.
Die journalistische Herangehensweise und eben nicht die historische merkt man auch an der Auswahl der Themen bzw. an einigen seltsamen Sätzen. Dass es etwa ein ganzes Kapitel braucht („Glorreiches Gesindel“), nur um aufzulisten, was alles historisch nicht gesichert ist, wage ich zu bezweifeln. Ebenso hätte man auf Seite 64 auf den Satz „Von einer schwangeren Vestalin ist übrigens nichts bekannt“ verzichten können. Wirklich? Nachdem die Autorin einen ganzen Artikel darüber geschrieben hat, dass Vestalinnen keusch sein müssten, weil sie sonst getötet würden, muss sie am Ende noch diesen dummen Satz hinzufügen?
Andererseits aber ist es gerade dieser journalistische Blickwinkel, der uns Themen präsentiert, die oft in solchen historischen Werken vernachlässigt werden, wie etwa die römische Küche („Das Lukullische Leben“) oder der Strandurlaub damals („Am Strand der Venus“). Das wiederum macht dieses Buch interessant.
Fazit: Ich habe dieses Büchlein als angenehme Lektüre empfunden, um mein Wissen über die Römische Republik aufzufrischen.

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Rom: Aufstieg einer antiken Weltmacht – Ein SPIEGEL-Buch
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