Spiel: Mazescape – Labýrinthos (Devir)

Großartige Idee und gelungene Ausarbeitung.
Von Pablo Céspedes und Víctor Hugo Cisternas (ca. 5-90 Min.; 1 Spieler)
In diesem Solospiel versuchen wir ein Labyrinth zu durchqueren. Dazu haben wir einen Stab, der das Papier nie verlassen darf, und fahren damit die Wege entlang. Der Clou dabei ist aber, dass das Labyrinth auf der Rückseite weitergeht, man das Blatt also ständig falten muss, um weiterzukommen. Dieser faszinierend innovative Mechanismus bietet spannende Puzzles. Einmal horizontal falten, einmal vertikal, einmal nur eine Spalte, einmal zwei – wirklich viel zu grüblen und auszuprobieren, sehr spannend.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Hubert und Staller – Staffel 10

Mir gefällt’s.
Die Serie macht einfach Spaß, sie ist toll, spannend und lustig. Auch nach so vielen Staffeln fühlt sie sich frisch an und erlaubt einen entspannten Fernsehabend. Wer bis jetzt geschaut hat, kann getrost weiterschauen. Wer nicht, sollte es mal probieren. Ich freue mich schon auf die nächste Staffel.
Fazit: Für Krimifans und Freunde der leichten Unterhaltung sehr zu empfehlen.

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Film: The Lost City (2022)

Nett.
Abenteuer / Komödie mit Sandra Bullock von Aaron Nee & Adam Nee. 113 Min.
Inhalt: Eine zurückgezogen lebende Autorin von Liebesromanen befindet sich auf einer Tour, um ihr Buch und zudem den gleichnamigen Film zu präsentieren. Begleitet wird sie dabei von dem Schauspieler, der im Film die Hauptfigur ihres Buchs verkörpert. Während der Tour werden die beiden in einen Entführungsversuch verwickelt und somit unfreiwillig ein Teil eines großen Abenteuers. Sie muss außerdem feststellen, dass die fiktive Stadt, über die sie in ihrem Buch schreibt, tatsächlich existiert.
Ich habe das Gefühl, dass immer weniger Komödien erscheinen und wenn es dann mal eine auf die große Leinwand schafft, möchte ich der auch eine Chance geben. Es ist jetzt nicht so, dass ich es bereue, aber richtig glücklich bin ich hiermit nicht. Der Film ist in allen Bereichen Mittelmaß: Plot, Charaktere, Humor und Action. Seichte Unterhaltung nach einem anstrengenden Arbeitstag, durchaus auch für die ganze Familie. Aber sich extra dafür Zeit nehmen und einen eigenen Abend dafür organisieren, das zahlt sich nicht aus. Wenn man hingegen einfach spontan etwas schauen möchte zum Entspannen, dann ist The Lost City hervorragend dafür geeignet.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Interview mit Lucinda Flynn (Fantasy und Science Fiction Schriftstellerin)

Lucinda Flynn ist ihres Zeichens Autorin, Lektorin und Content Creator. 2021 veröffentliche sie ihren Debütroman Die Erbin des Windes. Der Erfolg dieses Buches machte sie zu einer der vielversprechendsten jungen deutschsprachigen Fantasy-Autoren. Ein Jahr später folgte der Science Fiction-Roman Code X.
Glücklicherweise ergab sich die wunderbare Gelegenheit, dieses Interview zu führen. Ich wünsche euch viel Spaß damit!

Meine Kritiken: Guten Tag Frau Flynn! Sie zählen zu den vielversprechendsten jungen deutschsprachigen Fantasy- & Science-Fiction-Autoren. Woher kommt das Interesse für diese Genres? Worin liegt die Faszination für Sie?

Lucinda Flynn: Danke für das Kompliment! Ich glaube, Phantastik hat mich schon immer fasziniert, und war seit meiner Kindheit und Jugend ehrlich gesagt das einzige Genre, das mich interessiert hat. Vielleicht liegt es daran, dass viele zwischenmenschliche Konflikte (wie beispielsweise in Romanen ohne Phantastik) für mich damals schwer zu greifen waren. „Wir müssen den bösen Schattenlord besiegen“ war etwas, das ich immer gut verstehen konnte. Heute ist die Phantastik natürlich um einiges vielschichtiger und facettenreicher, aber mit den Konflikten konnte ich immer viel anfangen. Ich habe als Jugendliche zum Beispiel nie wirklich „Die Tribute von Panem“ verstanden. Gerade am Ende – Achtung, Spoiler – habe ich nie verstanden, warum es für das Kapitol ein Problem wäre, hätten Peeta und Katniss sich gleichzeitig selbst umgebracht. Heute verstehe ich diesen Kniff natürlich, aber damals waren offensichtlichere Konflikte für mich immer greifbarer. Und diese Liebe zum Genre ist geblieben. Obwohl ich langsam auch anfange, mich für andere Genres zu interessieren!
Was ich heute noch an der Phantastik liebe, ist aber wohl die Tatsache, dass man die immerselben Konflikte, die sich in der Literatur wiederfinden, in neue Kontexte und Kleider, wenn man so will, stecken kann. Jede Geschichte lässt sich auf einen Grundkonflikt oder eine Grundfrage herunterbrechen – hoch gestochen ist das die Prämisse. Ich könnte zehn Romane über die Frage schreiben, ob der Mensch einen freien Willen hat, aber ich kann die Geschichte an einer magischen Akademie erzählen, mit Drachen, mit Elfen, Nymphen, in einer dystopischen Science-Fiction-Welt. Die Phantastik bietet unfassbar viel Spielraum, diese Fragen zu verarbeiten. Und das finde ich so toll.

MK: Ihr neuer Roman heißt „Code X – Das Erwachen der Cybertechs“. Können Sie uns kurz sagen, worum es dabei geht?

LF: Ich könnte hier den Klappentext einfügen, aber kurz gesagt geht es um die Verschmelzung von Mensch und Daten, und um die Frage, was Menschlichkeit definiert und bedeutet. Das ist insbesondere für die Künstlichen Intelligenzen eine zentrale Fragestellung.

MK: Was war zuerst da – die Story oder eine Figur aus dem Buch?

LF: Ich würde sagen, am ehesten ein Konzept – und zwar das Konzept, dass die Gehirne von Menschen so verändert werden, dass sie in der Lage sind, mit ihren Gedanken Software zu beeinflussen. Diese Vorstellung finde ich so cool. Und das Feeling der Welt, dieses neonfarbige, vom Kapitalismus völlig zerfressene Welt.

MK: Ich persönlich finde Cyberpunk sehr spannend. Es ist eins meiner liebsten Settings. Haben Sie diesbezüglich irgendwelche Vorbilder oder wie sind Sie in diese Welt gelangt?

LF: Ich bin über Pen and Paper zu Shadowrun gelangt und liebe die Welt wirklich über alles. Shadowrun ist zwar, laut Entwicklern, kein Cyberpunk, und viele Aspekte, die Shadowrun bedient, hat Code X nicht, aber ich denke, dass Shadowrun Fans sich in der Welt von Code X definitiv zuhause fühlen werden!

MK: Planen Sie eine Rückkehr zu Cyberpunk, bzw. zu Science-Fiction allgemein oder möchten Sie lieber andere Settings ausprobieren?

LF: Bisher habe ich kein Buch speziell in dem Setting angelegt, obwohl ich mir für Code X einen zweiten Band vorstellen könnte, das liegt allerdings nicht in meiner Hand. Im Moment stehen aber andere Themen definitiv im Vordergrund – unter anderem ein Projekt, das absolut nichts mit Fantasy zu tun hat!

MK: Gemeinhin wird ja gesagt, dass gute Science-Fiction immer einen Gegenwartsbezug hat, egal ob nun moralisierend und warnend oder nicht. Wie sehen Sie das?

LF: Ich kann nicht für Science-Fiction im Allgemeinen sprechen, weil ich in dem Genre nur sehr bedingt Expertise habe, für Cyberpunk würde ich dem aber auf jeden Fall zustimmen. Das Genre ist inhärent politisch, weswegen ich immer ein bisschen lachen muss, wenn appelliert wird, politische Fragen aus dem Genre rauszuhalten. Cyberpunk ist auch per se kapitalismuskritisch und warnt mindestens in Teilaspekten immer vor Konsequenzen, die der Kapitalismus haben kann. Also ja, ich sehe den Gegenwartsbezug. Wäre der nicht da, wäre das Genre für die meisten Menschen vermutlich auch, zumindest unbewusst, sehr viel uninteressanter.

MK: Ein wichtiges Thema in „Code X“ sind Künstliche Intelligenzen. Wie betrachten Sie die reale Entwicklung in unserer Gegenwart? Eher skeptisch oder optimistisch? Und inwiefern haben Sie diesen Bereich für den Roman recherchiert?

LF: Man muss dazu sagen, dass Künstliche Intelligenzen, wie sie in Code X auftreten, Fantasiekonstrukte sind. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass KIs tatsächlich ein Bewusstsein entwickeln können, selbst, wenn sie lernfähig sind (was KIs heute ja bereits sind). Ich denke, dass KIs uns in Zukunft sehr viel Arbeit abnehmen können, deswegen bin ich gespannt, was sich da entwickelt, ich bin aber nicht übermäßig tief in dem Thema drin. Besonders viel recherchiert habe ich speziell für den Roman nicht, eben auch weil die KIs, wie sie auftauchen, sich so extrem von echten Künstlichen Intelligenzen unterscheiden, und das ist ganz bewusst so gewählt. Sie stellen auch explizit nichts dar, was ich in Zukunft von Künstlichen Intelligenzen erwarte oder befürchte.

MK: Was ist Ihnen wichtig, dass die Leser bei Ihren Romanen mitnehmen? Auf was legen Sie beim Schreiben besonders viel wert?

LF: In allererster Linie möchte ich, dass meine Leser*innen sich gut unterhalten fühlen. Das Schönste Gefühl ist, wenn Menschen sagen, dass sie das Buch kaum weglegen konnten oder es nach dem Lesen noch in ihnen nachschwingt. Etwas, was ich meiner eigenen Einschätzung nach noch viel besser schreiben könnte, sind zwischenmenschliche Beziehungen. Das ist etwas, worauf ich viel Wert lege, wo ich meinen eigenen Ansprüchen aber noch lange nicht genüge.

MK: Was gibt Ihnen den Inneren Antrieb zu schreiben?

LF: Meine Leser*innen, tatsächlich. Ich spinne Geschichten in meinem Kopf, aber sie aufzuschreiben, das tue ich hauptsächlich, damit andere sie lesen können. Man könnte also sagen, mein Ego ist mein Antrieb. Manchmal hilft es mir aber auch einfach beim Denken. Ich denke schreibend sehr viel besser.

MK: Was darf beim Schreiben keinesfalls fehlen – abgesehen von Rechner, Schreibmaschine oder Stift?

LF: Ich bin da tatsächlich sehr genügsam. Snacks finde ich meist zum Beispiel total störend, weil ich es ganz schlimm finde, mit schmutzigen Fingern an meine Tastatur zu gehen. Aber meine Notizen brauche ich schon!

MK: Wer oder was hilft, wenn es mal schwierig wird, weiterzuschreiben?

LF: Entweder mein Freund oder Kolleginnen, je nachdem, wer gerade erreichbarer ist oder worum es geht. Ansonsten: Ablenkungen ausschalten. Ich lasse mich ganz leicht ablenken.

MK: Lieber akkurat durchplanen oder erst mal drauflosschreiben?

LF: Ich bin eher die Planerin, wobei ich mich da im Moment irgendwie in einem Mittelfeld befinde. Manchmal plane ich nämlich so viel, dass ich das Schreiben darauf vergesse, und das kann auch nicht gut sein.

MK: Wer ist Ihr erster Leser?

LF: Früher war es mein Freund, aber bei Code X war es, ganz ehrlich gesagt, meine Lektorin. Das Buch ist unter so viel Deadline-Stress entstanden, dass ich keine Zeit hatte, es noch irgendjemand anderem zu geben.

MK: Welche Tipps würden Sie jungen Autoren geben, die ebenfalls in diesem Genre aktiv werden wollen?

LF: Ich weiß, es hört sich total banal an, aber das Wichtigste ist immer noch zu schreiben. Egal in welchem Genre. Wenn man Autor*in werden will, ist das Allerwichtigste immer, Text zu haben. Ein Manuskript ist immer mehr wert als Kontakte, Follower, riesige Ordner mit Recherchen oder sonst was. Leider ist das auch ein bisweilen sehr schwieriger Teil.

MK: Werden wir für einen Moment etwas ernster. Ich höre immer wieder von „Fans“, dass sie nie ein Sci-Fi-Buch von einer Frau lesen würden, weil diese zu wenig Verständnis für Technik hätten, zu viel Romantik einbauen und allgemein den Fokus auf uninteressante Details legen würden. Ich weiß jetzt nicht, ob Sie persönlich das auch schon gehört haben, aber was sind Ihre Gedanken dazu?

LF: Oje, da bin ich aber froh, dass ich solche Kommentare selbst noch nicht bekommen habe. Ich hab dazu eigentlich nur einen Gedanken: Bullshit. Und mehr Raum möchte ich solchen unqualifizierten Kommentaren in meinem Kopf auch gar nicht lassen.

[Anmerkung von MK: Solche Kommentare sind konkret aufgetaucht, als man vor ein paar Jahren auf Social Media versuchte die amerikanischen Sci Fi Autorinnen Elizabeth Moon und Martha Wells im deutschsprachigen Raum zu promoten.]

MK: Kommen wir wieder zurück zu Ihrem Buch. Die Werke von Autoren sind meistens von den eigenen Erfahrungen und Lebensumständen geprägt. Wie ist das bei Ihnen in Bezug auf „Code X“?

LF: Oh, ich glaube, das ist bei mir eher selten der Fall. Meine Ideen entstehen meistens eher aus Träumereien, selten aus eigenen Erfahrungen. Aber meine Sichtweisen fließen natürlich ein, und ich denke, dass Code X meine eigene Faszination zu Technik widerspiegelt: Auf mich wirkt das, was die Menschheit mithilfe von Technik auf die Beine gestellt hat, oft wirklich wie Magie. Und ich denke, diese Sichtweise ist in das Buch eingeflossen.

MK: Was lesen Sie denn eigentlich selbst gerne? Haben Sie ein Lieblingsbuch?

LF: Ich lese im Moment super wenig und höre hauptsächlich Hörbücher. Ich glaube nicht, dass ich ein Lieblingsbuch habe, aber ich habe vor allem früher „Die Drachenkämpferin“ von Licia Troisi sehr geliebt, alles, was Jenny-Mai Nuyen geschrieben hat, und die Percy Jackson-Reihe habe ich in den letzten Wochen mit viel Liebe nochmal gehört!

MK: Was machen Sie als Ausgleich zum Schreiben? Wie aktivieren Sie Ihre kreative Ader?

LF: Puh, schwierig. Ich zocke viel, aber ob das jetzt meine kreative Ader aktiviert? Kreativ werde ich eher, wenn ich mir Zeit nehme, kreativ zu sein. Ob ich mich jetzt hinsetze und Ideen sammeln will, oder mich ins Bett lege und etwas vor mich hinträume. Aber einen richtigen Ausgleich könnte ich jetzt nicht benennen. Ich glaube, alles, was nicht Schreiben ist, kann ein Ausgleich sein.

MK: Wenn Ihnen ein Flaschengeist ermöglichen würde, einen Tag irgendwohin zu reisen, egal wohin (auch eine Zeitreise wäre möglich), was würden Sie sich dann wünschen und warum?

LF: Diese Frage geht gerade an die größte Stubenhockerin der Welt, aber ich glaube, ich würde schon gern mal in die Vergangenheit reisen, vielleicht ins Mittelalter, um mir mal all die Sachen anzugucken, die Leute für „historisch korrekt“ halten, und denen dann eine lange Nase zu drehen!

MK: Ich danke Ihnen für das Interview und das Schlusswort gehört Ihnen.

LF: Danke für das Interview!

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Spiel: Obscurio (Libellud)

Nettes Spiel im Schatten von Dixit.
Von L’Atelier (ca. 40 Min.; 2-8 Spieler)
In diesem Spiel gibt es einen Meister, der jede Runde ein Bild auswählt und dazu den anderen Spielern Hinweise gibt. Mithilfe dieser Hinweise müssen die Spieler entscheiden, welches der ausliegenden Bilder das Gesuchte ist. Doch ein Spieler ist ein Verräter, der die anderen auf eine falsche Fährte locken möchte. Haben die Spieler irgendwann zu viele Fehler gemacht, hat der Verräter gewonnen. Erraten sie hingegen alle Bilder, haben sie gewonnen.
Was nett und einfach klingt, hängt leider sehr stark vom Meister ab, denn dieser ist während des gesamten Spiels die gleiche Person. Damit meine ich nicht nur seine Fähigkeit Hinweise zu geben, sondern auch seine Fingerfertigkeit beim Organisieren der Bildkarten auf dem Tableau. Doch auch das Talent des Verräters ist entscheidend für ein tolles Spielerlebnis.
In der richtigen Runde kann Obscurio viel Spaß machen, man kann damit aber genausogut ein enttäuschendes Erlebnis haben.
Fazit: Kann probiert werden.

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Buch: Rohrsen, Peter – Das Buch zum Tee. Sorten, Kulturen, Handel

Als Teeliebhaber ist es höchste Zeit, dass ich auch mal ein Sachbuch darüber lese.
Ich beginne jedoch mit einem Manko: Kein Früchtetee! Ich bin mir durchaus bewusst, dass Früchtees keine richtigen Tees sind, sondern „teeähnliche Erzeugnisse“, bzw. „teeähnliche Aufgussgetränke“. Ich hätte mir aber gewünscht, dass der Autor sich etwas mehr Zeit nimmt, um über diese Unterschiede zu sprechen und klarer definiert, was genau er nun einbezieht und hier bespricht, statt das nur im Vorwort mit einem Nebensatz abzutun. Denn man darf nicht vergessen, dass im deutschen Sprachgebrauch, im allgemeinen Verständnis und bei Produktbezeichnungen im Handel das Wort „Tee“ doch sehr weit gefächert ist.
Abgesehen davon, bietet das Buch alles, was man sich von einem Buch zum Thema „Tee“ erwartet: botanische Einordnung, geographische Verbreitung, Produktion, Logistik und Handel, Kultur und Zubereitung. Noch dazu in einem angenehmen Schreibstil, wodurch das Buch flott gelesen wird. Viele kleine Zusatzinformationen übers Buch verstreut lockern die Lektüre auf und auch die Fotos in der Buchmitte sind sehr gut gewählt. Das nützliche Register am Ende hilft bei der Suche nach speziellen Informationen. Insgesamt also ein durchaus gelungenes Werk.
Wie gesagt, hätte ich mir ein Einstiegskapitel „Was ist Tee?“ gewünscht, aber auch den Abschnitt „XI. 5. Zukunftsperspektiven“ (S. 196) hätte man ausbauen können, etwa mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Teeproduktion oder technischen Innovationen. Ansonsten wurden meine Erwartungen voll erfüllt, habe ich die Lektüre sehr genossen.
Fazit: Empfehlenswert mit einer Tasse Tee nebenbei.

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Film: Your Voice – Kimikoe (Anime 2017)

Schöne Geschichte über die Macht der Worte.
Anime / Drama / Fantasy von Naoyuki Itō. 94 Min.
Inhalt: In Worten leben laut den Erzählungen der Großmutter von Oberschülerin Nagisa Geister. Das junge Mädchen findet eine verlassene Radiostation und beginnt damit zu spielen. Sie weiß noch nicht, wie viele Herzen sie damit bewegen wird.
Der Film ist zwar kein Meisterwerk, über das noch jahrelang gesprochen wird, aber auch nicht schlecht. Für Animefans definitv zu empfehlen. Wer aber noch nie einen Animefilm gesehen hat und mal einen probieren möchte, für den gibt es genug andere, die ich eher empfehlen kann.
Insgesamt erzählt der Film eine schöne Geschichte mit viel Herz und einem Hauch Magie, wie man es eben von den meisten Animefilmen kennt.
Fazit: Empfehlenswert.

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Spiel: Welcome to your perfect home (Pegasus Spiele)

Nettes Spiel, aber zu komplex für das, was es bietet.
Von Benoit Turpin (ca. 25 Min.; 1-100 Spieler)
An sich wäre das ein sehr nettes Flip’n’Write Spiel. Karten umdrehen, sich für eine entscheiden und bei sich zeichnen. Doch gibt es dabei sehr viel zu bedenken und jeder Strich ist Punkte wert oder eben nicht, wenn das Risiko nicht aufgeht. Dann hätte man vielleicht doch lieber auf Nummer sicher gehen und den Strich woanders einzeichnen sollen.
Das Problem ist leider, dass das Spiel sehr viele Optionen bietet und man in jedem Zug sehr viel kalkuieren könnte (und meistens auch tut). Doch für die Kürze des Spiels, das Ergebnis am Ende und das Erlebnis ingsgesamt, ist diese Komplexität einfach zu viel. Wenn man dieses Spiel das erste Mal spielt, wird man erschlagen, was hier umso schlimmer ist, weil man sich eben mit einer komplett anderen Erwartungshaltung hinsetzt. Man müsste mehrere Partien spielen, um die Regeln zu verinnerlichen, die Möglichkeiten rascher zu sehen und insgesamt flüssiger zu spielen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob dieses Spiel es wert ist, diese Zeit und Energie zu investieren.
Fazit: Kann probiert werden.

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Buch: Pratt, Tim – The Necropolis Empire (Twilight Imperium)

Tolles Space-Sci-Fi-Buch, nicht nur für Fans des Spiels.
Inhalt: Bianca Xing hat ihr Leben auf einem Provinzplaneten verbracht und davon geträumt, zu den Sternen zu reisen. Als ihr Planet von der Baronie Letnev annektiert wird, wird Bianca in Gewahrsam genommen und ihr wird gesagt, dass sie etwas Besonderes ist – die heimliche Tochter eines brillanten Wissenschaftlers, die sich zu ihrer eigenen Sicherheit auf einem abgelegenen Planeten versteckt. Aber die Wahrheit über Bianca ist seltsamer. In ihrem genetischen Code sind Geheimnisse verborgen, die Auswirkungen auf die Galaxie haben könnten. Angetrieben von einer unglaublichen Sehnsucht und unterstützt von Dampierre, dem furchterregenden Letnev-Kapitän, muss Bianca ihrem Schicksal bis zum Ende folgen, selbst wenn es zu Orten führt, die am besten vergessen werden.
Das hier ist also das zweite Buch, das im Universum von Twilight Imperium angesiedelt ist. Wie bereits der erste Band The Fractured Void steht auch dieser hier für sich alleine und ist in sich geschlossen. Man könnte die beiden Bücher also in beliebiger Reihenfolge lesen. Aufgrund eines Charakters und einiger Anspielungen würde ich aber dennoch die Bücher hintereinander wie veröffentlicht lesen.
Für Fans des Spiels ist auch noch wichtig zu erwähnen, dass dieses Buch jetzt konkret die Vorgeschichte für die Erweiterung Prophezeiung der Könige erzählt. Wie aber schon beim ersten Band muss man das Spiel nicht kennen, um das Buch hier zu lesen. Es reicht, wenn man ein Space-Sci-Fi-Fan ist.
Das Buch für sich selbst betrachtet ist sehr unterhaltsam, kurzweilig und spannend, mit einer guten Prise Humor und einigen tollen Actionszenen. Die Geschichte ist zufriedenstellend abgeschlossen, kann also getrost jederzeit genossen werden.
Da mir bisher beide Bücher aus dem Twilight Imperium Universum gefallen haben, freue ich mich schon auf den dritten Band, der auch schon bald erscheinen soll.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: Prey (2022)

Großartiger Actionkracher! Predator trifft auf Indianer.
Action / Sci-Fi mit Amber Midthunder von Dan Trachtenberg. 99 Min.
Inhalt: Vor 300 Jahren im Volk der Comanchen. Naru, eine wilde Kriegerin jagt ein außerirdisches Raubtier mit einem technischen Arsenal neuen Ausmaßes.
Für mich persönlich ist das hier der zweitbeste Film aus der Predator-Reihe nach dem Original. Es ist einfach ein toller Film, der in hohem Tempo geradlinig eine actiongeladene Geschichte erzählt, ohne Längen, ohne Umwege. Der Plot ist durchaus spannend und die Kämpfe toll gemacht.
Der große Kritikpunkt am Film ist ja, dass Naru eine junge Frau ist und daher eigentlich keine Chance gegen der Predator hätte. Ich sehe das aber genau andersherum. Der Hauptcharakter in diesem Film ist nicht nur deshalb weiblich, um irgendeine Gender-Quote zu erfüllen, sondern weil dadurch der Film erst funktioniert. Die Männer das Stammes, allesamt viel stärker als Naru, sind richtige Krieger, die vom Predator dahingemetzelt werden. Naru aber hat bereits von Kindesbeinen ihren Kopf benutzt, um mit cleveren Tricks als Mädchen den Burschen ebenbürtig zu sein. Und eben diese Cleverness ist es, die dann zum Sieg gegen den Predator führt.
Ein weiterer cooler Punkt zum Film ist die Tatsache, dass der Film neben Englisch auch komplett in die Comanchensprache übertragen wurde, einige Szenen sogar doppelt gedreht wurden für beide Sprachen. Die Indiander-Darsteller sind nämlich allesamt echte Comanchen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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