Film: Before the Flood (Dokumentation 2016)

Eine interessante Doku von und mit Leonardo DiCaprio.
Die Prämisse des Films ist, dass Leo sich für Klimaschutz interessiert und diesbezüglich von der UNO zum Sonderbotschafter ernannt worden ist. Da er aber fühlt, dass er darüber zu wenig weiß, beschließt er um die Welt zu reisen und vor Ort die Situation kennenzulernen. Er ist also in Grönland, China, Indonesien, Argentinien, Indien und anderen Ländern und spricht dort mit den jeweiligen Experten, um ein Bild von dem zu bekommen, was auf unserem Planeten los ist.
Abgesehen von ein paar Schönheitsfehlern, über die ich gleich sprechen werde, präsentiert der Film wichtige Informationen anschaulich und verständlich. Außerdem motiviert er, darüber nachzudenken.
Da der Film Leo begleitet, führt das natürlich dazu, dass der ständig im Bild ist und teilweise zu prominent präsentiert wird. Ihn als Moderator, als Reiseführer zu haben, ist schon okay, aber er sollte etwas zurücktreten, denn so fühlt es sich stark wie Eigenwerbung an.
Eine lange und schwierige Diskussion ist hingegen, ob Leo schon der richtige für den Job ist. Ich persönlich finde es schon wichtig, dass prominente Leute sich für diese Themen einsetzen, da dadurch die Wahrscheinlichkeit einfach viel größer ist, dass jemand zuhört. Dass er als Millionär mit einem Privatjet herumfliegt, aber Klimaschutz predigt, scheint ein Widerspruch zu sein, aber sollte meines Erachtens nicht überbewertet werden. Das sind meiner Meinung nach Kritikpunkte von Leuten, die sowieso nicht vorhätten, etwas an ihrem Lebensstil zu ändern. Die anderen werden sich zwar darüber ärgern, aber die eigentliche Botschaft verstehen und mehr darüber nachdenken, was sie selbst tun können, als über etwas anderes. Denn der Satz „Warum soll ich etwas ändern, wenn der es nicht macht“, ist eine Ausrede von faulen Idioten. Und in dieser Hinsicht finde ich das Interview mit der indischen Wissenschaftlerin im Film so interessant, die einige Amerikaner brüskiert.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Spiel: Million Club (Asmodee)

Ein nettes, vielseitiges Spiel.
Von Henri Kermarrec und Pascal Quidault (ca. 15 Min. pro Spieler; 2-6 Spieler).
Wir sind Millionäre im viktorianischen London und versuchen durch Investitionen in Fabriken, Kolonien und Spekulationen an der Börse reich zu werden. Dazu dürfen die Spieler jede Runde ihre beiden Meeple irgendwo platzieren und dann diese Aktion ausführen. Nach neun Runden ist das Spiel zu Ende.
Die Aktionsmöglichkeiten sind Fabriken verwenden, Intrigieren, Kolonie erwerben, an Börse spekulieren oder Fabrik erwerben. In genau dieser Reihenfolge. Wenn also ein Spieler einen oder sogar beide Meeple auf der letzten Aktion platziert hat, um eine Fabrik zu kaufen, muss er hoffen, da noch genug Geld zu haben. Denn die Millionen verschwinden genauso schnell wie sie kommen.
Million Club ist ein pures Geld-Management-Spiel. Wie kriege ich mehr? Wo investiere ich am besten? Wie manipuliere ich die Börse? Und das wirkt auf dem ersten Blick auch alles sehr interessant und spannend, ist es im Grunde auch. Aber leider funktioniert der Aspekt des Geld-Management nicht richtig, denn man hat immer genug Geld. Es ist nämlich zu einfach an Geld zu kommen.
Andererseits gibt es drei Strategien – deshalb das Adjektiv „vielseitig“ zu Beginn -, die alle drei gleichwertig sind. Bei meinen Spielen lagen die Punkte am Ende immer sehr nahe beieinander, obwohl der eine auf Fabriken, der andere auf Kolonien und der letzte auf Geld gesetzt hatte. Egal welche Strategie du verfolgst, oder gar eine Mischung, das Spiel ist so gut balanciert, dass alles zum Sieg führen kann. Doch auch mit dieser Situation ist es leider nicht so spannend, wie man es erwartet. Es gibt keine große Qual der Wahl, wenn man sich für eine Strategie entschieden hat, und auch nur wenig Möglichkeiten, dass ein Plan schief geht. Es ist zu einfach.
Die einzige Spannung kommt auf, wenn man versucht seine Sets an unterschiedlichen oder gleichen Kolonien, bzw. Fabriken zu vervollständingen. Schaff ich es, die entscheidende Karte zu ergattern und wenn ja, wird sie mir jemand nachher wegintrigieren, bzw. über die Börse einfach abnehmen?
Das Material muss hier lobend hervorgehoben werden. Es schaut optisch super aus und fühlt sich auch toll an.
Fazit: Es ist ein nettes Spiel, das man durchaus probieren kann, aber nicht muss.

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Million Club
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Buch: Riese, Berthold – Die Inka. Herrscher in den Anden

Beck-Wissen ist meine absolut liebste Buchreihe, von der ich schon Unmengen gelesen habe, weshalb ich auch im ersten Moment etwas verwundert über dieses Buch war und es beinahe ignoriert hätte. Gibt es doch bei Beck-Wissen bereits ein Buch über die Inka – ein hervorragendes übrigens – und im ersten Moment dachte ich, dies wäre nur eine Neuauflage. Doch die veränderte Farbe und das unterschiedliche Titelbild haben mich stutzig gemacht, weshalb ich es geöffnet und das Vorwort gelesen haben. Siehe da, es ist tatsächlich ein neues Buch zu den Inka, von einem anderen Autoren mit einem anderen Schwerpunkt.
Während im alten Band der Schwerpunkt auf Kultur und Religion lag, recht allgemein gehalten das Ganze, wird hier konkret über Ereignisgeschichte und Herrschaftsformen, Administration und Ehepolitik berichtet. Ich finde dieses neue Büchlein eine wunderbare Ergänzung zum alten, denn diese Dinge sind damals für meinen Geschmack viel zu kurz gekommen.
Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm, auch wenn manchmal das nicht ganz hübsche „Ich“ auftritt, was aber zum Glück sehr selten ist. Sehr interessant habe ich immer wieder seine Ausführungen gefunden, mit denen er andere Zivilisationen vergleicht, um uns zu verdeutlichen, dass es überall Gemeinsamkeiten gibt, es aber auch so große Unterschiede gibt, dass eine oft zitierte gemeinsame Herkunft nicht möglich ist.
Fazit: Dieses Buch kann ich jedem, der sich auch nur ein bisschen für die präkolumbianischen Kulturen Meso- und Lateinamerikas interessiert, empfehlen.

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Die Inka: Herrscher in den Anden (Beck’sche Reihe)
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Serie: Killjoys – Staffel 2

Von den drei aktuellen Space-Sci-Fi-Serien ist Killjoys sicher die schwächste, aber dennoch nicht schlecht.
Mein Problem mit dieser Serie ist, dass sie es nicht schaffen ein kohärentes Universum aufzubauen. Man fragt sich ständig: „Wie ist das jetzt?“, „Wo sind sie jetzt nochmal?“ und „Wer macht was?“. In der ersten Staffel ist das noch nicht so aufgefallen und auch nicht so schlimm gewesen, weil jede Episode ein individuelles Abenteuer erzählt hat. Aber in dieser Staffel nun versuchen sie eine zusammenhängende Geschichte mit Intrigen und überraschenden Offenbarungen zu erzählen, wodurch diese Schwächen einfach zu evident werden und Probleme verursachen. Es war einfach zu konfus alles und ich habe Streckenweise nicht verstanden, warum gewisse Dinge gemacht werden und deswegen ist auch keine richtige Spannung aufgekommen. Die letzte Folge macht eine gute Arbeit, alles zu erklären, aufzulösen und Spannung für die nächste Staffel zu generieren, aber bis dahin ist es eine recht holprige Fahrt.
Andererseits gab es einige coole Momente und auch die wenigen plotunabhängigen Folgen waren gut gemacht.
Fazit: Dark Matter und The Expanse bevorzuge ich allemal, aber wer damit schon durch ist und nicht genug von den ewigen Weiten des Alls hat, kann hier durchaus zugreifen.

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Killjoys – Space Bounty Hunters – Staffel 2
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Film: Die Wahlkämpferin (2015)

Ein interessanter Blick hinter die Kulissen eines Wahlkampfs. Basierend auf wahren Begebenheiten.
Drama mit Sandra Bullock von David Gordon Green. 108 Min.
Inhalt: Erzählt wird die Geschichte des berühmt gewordenen bolivianischen Präsidentschaftswahlkampfs von 2002, als die Kandidaten amerikanische Berater anheuerten und sich eine brutale Schlammschlacht entwickelte.
Der Film ist teilweise eine zynische Komödie, teilweise ein pessimistischer Thriller. Der Wahlkampf selbst und einige Aktivitäten werden sehr witzig dargestellt, die Aufholjagd des unterstützten Kandidaten ist sehr spannend. Auch wenn man weiß, dass er ein A*** ist, das nicht gewinnen sollte, wird man vom Film mitgezogen und fiebert bis zum Ende mit. Aber dann werden immer wieder seriöse Momente eingestreut, die zum Nachdenken anregen sollen und auch das Ende stimmt einen äußerst pessimistisch.
Fazit: Sehr empfehlenswert!

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Die Wahlkämpferin
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Gedankensprung: Wie schaffst du so viel?

Da ich fast jedes Wochenende Kritiken zu je einem Film, einer Serie, einem Buch und einem Spiel auf meinem Blog online stelle, werde ich öfters gefragt, wie ich das alles schaffe. Nun, die Antwort ist ganz einfach, denn es wirkt nur viel, ist es aber nicht.
Ich schaue einmal die Woche einen Film, die zwei Stunden gönne ich mir. Manchmal schaue ich auch zwei. Aber dann rezensiere ich nicht beide, sondern warte mit dem zweiten auf eine Woche, in der ich mal keinen Film geschaut habe.
Serien sind da schon intensiver. Ich schaue jeden Morgen eine Folge während des Frühstücks und der allgemeinen Tagesvorbereitung. Wenn es sich um eine gute Serie handelt, folgen im Laufe des Tages und am Abend weitere Folgen. Andernfalls werden am Donnerstag die restlichen Folgen im Schnelldurchlauf abgearbeitet, um am Freitag dann das Staffelfinale schauen zu können.
Ich lese sehr viel, jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit und zurück sowie vor dem Schlafengehen. Handelt es sich um ein gutes Buch, lese ich auch untertags während der Pausen und das Schlafengehen verzögert sich. Freitagmorgens schaue ich dann immer, ob ich das Buch an einem Tag noch fertig bekomme oder nicht. Bei einem guten Buch steht mir eine lange Nacht bevor, bei einem schlechten Buch hingegen ziehe ich die Zügel an und der Rest wird eigentlich nur noch überflogen.
Im Schnitt besuche ich alle zwei Wochen einen Spieleabend und lerne dort zwei neue Spiele kennen. Das ist also auch nicht so zeitaufwendig.

Ihr seht, man kann alles machen, es ist nur eine Frage der Planung und des Willens. Außerdem macht mir das ja Freude und deshalb schaffe ich das auch.

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Spiel: UNO Wild Jackpot (Mattel)

Wer glaubt, dass es bei UNO zu wenig Glück gibt, der sollte hier zugreifen.
Von Nick Hayes, Brian Weinstock (ca. 30 Min.; 2-10 Spieler).
Wir spielen ganz normal UNO, mit den altbekannten Karten, nur dass auf einigen ein Jackpot-Symbol abgebildet ist. Sobald so eine Karte gespielt wird, darf der aktive Spieler die kleine Plastik-Jackpot-Maschine betätigen, also den Hebel runterdrücken. Dann dreht sich die Anzeige und es muss gemacht werden, was da abgebildet ist: Karten ziehen, abwerfen, verschenken, stehlen…
Viel gibt es dazu nicht zu sagen. UNO mit einem netten Gag eben. Sollte der Spielbesitzer sehr kreativ sein, wird er es vielleicht schaffen die weißen Slot-Karten witzig zu füllen und ein tolles Erlebnis zu kreieren. Aber das ist eher unwahrscheinlich.
Fazit: Nicht witziger, bzw. genauso langweilig wie das normale UNO.

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Spiel: Cortex Geo (Asmodee)

Ein schnelles Wissens-Spiel mit den entsprechenden Stärken und Schwächen.
Von Johan Benvenuto und Nicolas Bourgoin (ca. 15 Min.; 2-6 Spieler).
Man braucht die richtigen Spieler für Geschwindigkeits-Spiele und man braucht die richtigen Spieler für Wissens-Spiele. Für Cortex braucht man die Spieler, die in beide Kategorien fallen, denn es geht darum schnell eine Frage zu beantworten und als erster auf den Tisch zu hauen. Ringe, lange Nägel und unhygienische Elemente haben da also nichts zu suchen.
Bei Cortex Geo dreht sich alles um Geographie. Von den acht Aufgabenarten, drehen sich fünf um Wissen. Die anderen drei sind eher Geschicklichkeits- und Memo-Aufgaben. Flaggen, Bevölkerungszahlen, Länderkonturen – wer sich für Geographie interessiert, wird hier seinen Spaß haben. Denn so eindeutig und offensichtlich ist manches gar nicht.
Jedes Mal, wenn man eine Aufgabenart ein zweites Mal richtig erfüllt, bekommt man einen Punkt. Wer zuerst vier Punkte hat, gewinnt. Es ist also nötig vier verschiedene Aufgabenarten je zweimal korrekt zu lösen.
Die Schwäche solcher Spiele ist natürlich die Anzahl der Karten. Wenn man es öfters spielt, weiß man vieles sofort. Andererseits sind manche Aufgabenarten extra verwirrend, weil immer wieder die gleichen Symbole vorkommen, nur in einer anderen Konstellation. Und vielleicht ist es ja interessant, durch öfteres Spielen bestimmte Informationen zu festigen.
Fazit: In der richtigen Gruppe ein nettes Spiel für Zwischendurch.

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Cortex Geo
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Buch: Brandhorst, Andreas – Omni

Was für ein tolles Buch.
Inhalt: 11.000 Jahre in der Zukunft müssen Forrester und seine Tochter Zinnober einem zehntausend Jahre alten Mann helfen, ein Artefakt zu bergen, das in den falschen Händen großes Unheil anrichten könnte.
Andreas Brandhorst gehört als einziger deutschsprachiger Autor zur Elite der Sci-Fi-Literatur und zu meiner Schande muss ich gestehen, noch nie ein Buch von ihm gelesen zu haben. Nach Omni bereue ich das aber sehr.
Das Buch spielt wunderbar in der Grauzone zwischen realistischer Science Fiction und fantastischer. Wir haben einmal die Menschen und andere Rassen, die extrem fortschrittlich sind, aber immer noch im Bereich des Vorstellbaren. Doch darüber gibt es die Omni, ein Zusammenschluss von Superzivilisationen, deren Technologie so fortschrittlich ist, dass sie sogar auf die Menschen der Zukunft wie Magie wirkt. Dieser Mix aus Realismus und Fantastik, gepaart mit sehr interessanten Charakteren und einem spannenden Plot, machen dieses Buch zu einem Genuss. Ein wahrer Pageturner, wie man auf Neudeutsch so schön sagt.
Es geht aber auch um ethische und philosophische Fragen, die jedoch nicht wirklich gut ausgearbeitet werden. Das ist hier auch gar nicht nötig, geht es doch hauptsächlich um Technik und Charaktere.
An sich ist das ein abgeschlossenes Buch – ein weiterer großer Pluspunkt – aber das erschaffene Universum machen Lust, weiterzulesen.
Fazit: Absolut empfehlenswert.

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Omni: Roman
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Serie: The Last Ship – Staffel 3

Wie erwartet war diese Staffel sehr mies.
Mit dem Ende der zweiten Staffel war eigentlich der Plot um einen Heilstoff und der Rückkehr zu einer Zivilisation erledigt. Die letzte Minute war einfach nur eine Katastrophe gewesen, aber es war ein Abschluss. Ich habe mich also gewundert, was da noch kommen mag und dem skeptisch entgegen geblickt. Und siehe da, eine generische Actionstory in Südostasien mit etwas Pseudo-Diplomatie erwartet uns. Wer sich mit den Charakteren in den ersten zwei Staffeln angefreundet hat, wird vielleicht gerne schauen, wie es weitergeht, außer sein Lieblingscharakter ist einer der vielen, die in der ersten Folge sterben oder versetzt werden, weil die Schauspieler nicht mehr wollten.
Fazit: Unnötige und langweilige Verlängerung einer abgeschlossenen Serie.

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The Last Ship – Staffel 2
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