Film: Pan (2015)

Misslungene Origin-Story von Peter Pan.
Jugend-Fantasy-Abenteuerfilm mit Hugh Jackman von Joe Wright. 111 Min.
Inhalt: Der Waisenjunge Peter wird von fliegenden Piraten in eine fremde Welt entführt und erfährt dort, dass er ein Pan sei und somit die Feen retten müsse.
Das Problem beginnt schon damit, dass Peter sich die ganze Zeit unter Kontrolle hat, egal wie abstrus und unerwartet eine neue Situation ist. Das führt soweit, dass man ihm sogar Arroganz unterstellen könnte. Mehr noch aber ist es kaum möglich, eine Sympathie für ihn zu gewinnen und somit mit ihm mitzufiebern.
Neben diesem Hauptcharakter, der einen nicht mitzieht, gibt es auch noch eine äußerst seltsame Story, die teilweise unlogisch ist und Nebencharaktere, die noch mieser sind. Hugh Jackman scheint nicht recht verstanden zu haben, was der Regisseur von ihm möchte – wenn es denn überhaupt Anweisungen gegeben hat – und machte einfach irgendwas.
Die Effekte und Kämpfe waren gut, aber das sollte heute bei einem solchen Budget eh schon Standard sein.
Fazit: Unnötige Zeitverschwendung.

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Urlaub

Es wird jetzt drei Wochen lang keine Kritiken geben, weil ich in Kasachstan verweilen werde und das letzt Mal, als ich dort war, war WordPress gesperrt. Da ich nicht glaube, dass sich das mittlerweile geändert hat, gebe ich hiermit meine Abwesenheit für die nächsten drei Wochen bekannt.

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Gedankensprung: Bücher- und Filmkoffer Kasachstan

Nachdem ich demnächst wieder Mal nach Kasachstan reisen werde, was mittlerweile meine zweite Heimat geworden ist, ist es an der Zeit einen Koffer mit Material zu und aus diesem Land zusammenzustellen.

An erster Stelle stehen natürlich die Reiseführer. Konkret gesagt, gibt es nur einen Reiseführer, nämlich Dagmar Schreiber – Kasachstan, der aber sehr gut ist und einen tollen Einblick in die faszinierende Kultur und Landschaft des neuntgrößten Landes der Welt bietet. Es gäbe da noch im Lonely Planet zu Zentralasien einen relativ ausführlichen Kasachstan-Teil, der aber aus meiner Sicht im Vergleich zu anderen Lonely Planet – Bänden von sehr schlechter Qualität ist.

Mehr aus historischer und politischer Sicht wäre einmal Daniel Schwartz – Schnee in Samarkand genannt. Dieser Journalist hat über 20 Jahre lang Zentralasien bereist und hier seine Eindrücke gesammelt und auf sehr faszinierende Weise mit historischen Berichten wie jenen von Marco Polo, Herodot & Co. verschmolzen. Daneben werden in Parag Khanna – Zweite Welt die mögliche Zukunft Kasachstans, Perspektiven und Hoffnungen beschrieben. Es sei aber erwähnt, dass die Krise in Russland auch Kasachstan mitgerissen hat und der Autor heute wohl weniger optimistisch wäre.

Olga Rinne hat das Büchlein Wie Aua den Geistern geweiht wurde herausgegeben, eine Sammlung von schamanistischen Geschichten, durch die man sehr gut die Vorstellungswelt der antiken Nomaden kennenlernen kann.

In unserer westlichen Welt wird Kasachstan kaum wahrgenommen und das spiegelt sich auch darin wieder, dass keine Bücher dort angesiedelt sind. Einzig Paulo Coelho – Der Zahir erwähnt das Land, ist dabei aber so absurd und seltsam, dass man es getrost ignorieren kann.
Viel interessanter ist aber natürlich die eigenständige, lokale Literatur. Da wäre einmal Abai Kunanbajew, der kasachische Goethe. Dieser Vergleich ist nicht weit hergeholt, denn ihre Bedeutung für die jeweilige Sprache und Literatur ist gleichwertig.
Sehr interessant habe ich vor allem das Buch Ballade der vergessenen Jahre von Abish Kekilbayev gefunden, in welchem man hautnah die Romantik und Tragik der Lebenswelt von Steppennomaden kennenlernt.

Neben diesen beiden gibt es noch einige, aber sehr wenige Schriftsteller. Interessant für Deutschsprachige ist aber sicherlich die Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ), ein von deutschsprechenden Personen in Kasachstan herausgegebenes Medium. Gibt es doch eine deutschsprachige Minorität in Kasachstan sowie viele Studenten dieser Sprache.

Wer die Landschaft Kasachstans sehen möchte, kann einfach die Netflix-Serie Marco Polo anschauen, die teilweise dort gedreht wurde.

Aber interessanter sind natürlich lokale Filmprojekte, von denen es so manche gibt. Der bei uns sicher bekannteste Film ist Nomad – The Warrior, in welchem die Kindheit des Ablai Khan erzählt wird. Von der Story her etwas langweilig und mit einer Schicht zu viel Pathos hat mich der Film nicht überzeugt, obwohl die Landschaftsaufnahmen und die Schlacht-Panoramen schon sehr beeindruckend sind. Viel besser hat mir Myn Bala – Krieger der Steppe gefallen, ein Historien-Epos, das sich vor keiner Hollywood-Produktion verstecken muss. Diesen Film kann ich nur empfehlen, nicht zuletzt wegen der für Kasachstan ikonischen Drehorte.
Ein ebenfalls berühmter Film ist Kelin, in welchem die Geschichte einer Frau zur Nomadenzeit erzählt wird, die nach der Hochzeit bei ihrer Schwiegermutter leben muss, was nicht sehr einfach ist. Das ist ein sehr heftiger und emotionaler Film, zu dem viele aber auch keinen Zugang finden werden.
Neben diesen drei Filmen gibt es noch eine Reihe von Filmen, von denen ich gehört habe, dass sie gut seien und die ich unbedingt anschauen möchte. Da wäre einmal Ulzhan – Das vergessene Licht (Ein Franzose reist durch die endlose Steppe auf der Suche nach einem Schatz), Killer (ein Gangster-Actionfilm) und Shal – Der alte Mann und die Wölfe (Ein Überlebensfilm in der Wildnis mit Wölfen).

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Spiel: Die Fürsten von Florenz (Alea)

Solides, aber etwas trockenes Spiel.
Von Wolfgang Kramer, Richard Ulrich und Jens Christopher Ulrich (ca. 90 Min.; 2-5 Spieler).
Jeder Spieler sollte Künstler und Gelehrte mit Prestigebauten anlocken, damit diese bei ihm Werke vollbringen und somit Punkte bescheren.
Das komplizierte an diesem Spiel ist, dass es zwei Arten von Punkten gibt. Zunächst gilt es alle möglichen Gebäude, Anlagen und Errungenschaften zu errichten, die dir jedoch nur Werk-Punkte bringen. Erst wenn du genug Werk-Punkte hast, darfst du auch ein Werk errichten, das dir dann Prestige-Punkte bringt.
Wenn man das Spiel das erste Mal spielt, wirkt das alles recht verwirrend, weil man eben Dinge baut, die man eigentlich nie mehr braucht, aber vielleicht doch wieder und wann ist es ein Werk-Punkt, wann ein Prestige-Punkt.
Beim zweiten Mal weiß man dann schon, wie der Hase läuft und das geht alles viel fließender und angenehmer. Dennoch bleibt sehr viel Mathematik und irgendwie kommt nie das Gefühl auf, dass man wirklich eine Stadt errichtet.
Folgende Hausregel würde ich empfehlen: Jeder Spieler erhält zu beginn eine Prestige-Karte, damit man ungefähr weiß, wohin man möchte und nicht einfach blind baut.
Fazit: Nettes, solides Spiel, das aber – zumindest mich – nicht richtig fesseln konnte.

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Buch: Corey, James S. A. – God’s of Risk (The Expanse 2.5)

Unnötiges Kapitel in der Expanse-Saga.
Inhalt: Ein Oberschüler im Abschlussjahr produziert Drogen für einen Gangster und verliebt sich in die Falsche.
Auch dieser Kurzroman ist dazu gedacht, das Expanse-Universum und einen bestimmten Charakter besser kennenzulernen. In diesem steht der Mars im Mittelpunkt. Doch leider wird weder die Situation auf dem Mars noch die Geschichte jenes Charakters interessant beschrieben, weshalb das alles eher langweilig und sinnlos ist. Aber es ist kurz und so verliert man nicht viel Zeit.
Fazit: Kann man gestrost auslassen und direkt zum dritten Band der Saga übergehen.

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Warum diese Woche keine Serien-Kritik?

Letzte Woche wollte ich mit der neusten Staffel von The Walking Dead beginnen, aber die ersten beiden Folgen waren so mies, dass ich einfach eine Pause einlegen musste. Schauen, ob ich mich demnächst aufraffen werde, die fertig zu schauen…

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Film: Mr. Holmes (2015)

Recht langatmig.
Krimi-Drama mit Ian McKellen von Bill Condon. 104 Min.
Inhalt: Ein gealterter Sherlock Holmes zieht sich auf sein Landhaus zurück, um über sein Leben nachzudenken und seinen Lebensabend dort zu verbringen. Dabei erinnert er sich an zwei konkrete Fälle, die in Flashbacks gezeigt werden, und trifft einen Jungen, den er unterweist.
Der Film schafft es leider nicht, das Interesse des Publikums aufrecht zu halten. Die beiden Fälle, an die sich Holmes erinnert, sind nur für jene interessant, die auch die entsprechenden Bücher gelesen haben, da die dortigen Plots fortgeführt werden.
Die Interaktion mit dem Jungen und dessen Mutter ist ganz nett, aber auch nicht weiter interessant. Ich hätte mir eher erwartet, dass der Junge auf einen Fall stößt und Sherlock ihm dann Anweisungen und Hilfestellungen gibt, doch leider arbeiten die nur gemeinsam mit den Bienen.
Fazit: Enttäuschend.

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Gedankensprung: Eurovision Song Contest 2016

Obwohl ich letztes Jahr geschworen hatte, nie wieder EVSC zu schauen, bin ich gestern doch wieder vor dem Fernseher gesessen. Warum nur? Diese Frage kann ich leider nicht beantworten.
Grundsätzlich finde ich die Idee und den Gedanken des EVSC eh super, doch ist er nun in eine Schlammgrube gestürzt, aus die er wohl nicht mehr rauskommen wird. Das beginnt ja schon damit, dass die Kommentatoren sich kein Blatt vor den Mund nehmen und teilweise beleidigende Äußerungen von sich geben. Was der Österreicher im ORF über die Deutsche Kandidatin gesagt hat – und damit eigentlich über eine rießige japanophile Cosplay-Gemeinde – sei hier nicht weiter erwähnt. Der selbe Kommentator hat übrigens gemeint, dass Tschechien kein Nachbarland Österreichs sei. Auch über derart niedere IQs soll hier nicht diskutiert werden, auch wenn diese der Grund für den Verfall des EVSCs sind.
Mir persönlich haben die meisten Songs gestern überhaupt nicht gefallen, aber das ist ja Geschmackssache und ist grundsätzlich das Schöne an solchen Veranstaltungen, dass eben verschiedene Menschen unterschiedliche Dinge präsentieren. Was mir aber eklatant aufgefallen ist, ist die Diskrepanz zwischen Jury und Publikums-Wahl. Ein fröhlicher Song: Jury „Bäh“ – Publikum „Toll“. Ein trauriger, ernster Song: Jury „Toll“ – Publikum „Mäh“.
Das führt mich wieder zu meiner früheren Diskussion, wer denn nun entscheidet, was gut ist, und welches Recht irgendeine Jury hat, das zu entscheiden. Andererseits sind die Top 3 sowohl bei Jury als auch Publikum ähnlich gewesen. Und das führt mich zu meiner zweiten Beobachtung und eigentlichen Kritik, bzw. Befürchtung für die Zukunft.
Letztes Jahr hat Schweden mit einer fulminanten Bühnenshow gewonnen und dieses Jahr Russland zumindest die Publikumswahl. Vor zwei Jahren hat Österreich wegen der Botschaft und nicht wegen des Gesangs gewonnen, dieses Jahr die Ukraine. Wer also den EVSC gewinnen will, braucht entweder eine klare Botschaft, die idealerweise gegen Russland gerichtet ist, denn eine Mahnung gegen sexuelle Gewalt ist anscheinend nicht stark genug, oder eine Bühnenshow, die vom eigentlichen Lied ablenkt. Werden wir nächstes Jahr eine Kombination aus Beidem sehen?
Dass ein Otto-Normal-Verbraucher wie ich, der eigentlich ein paar nette Lieder hören wollte, von so einer politisierten Show mit einer undurchschaubaren und katastrophalen Punktevergabe enttäuscht ist, darf nicht verwundern. Schade…

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Spiel: Empire Engine (Pegasus Spiele)

Welcher Redakteur akzeptiert so ein Spiel?
Von Matthew Dustan (ca. 45 Min.; 2-4 Spieler).
Jeder Spieler hat zwei Zahnräder vor sich liegen, die er jede Runde weiterdreht, um das zu machen, was dann halt aktiviert ist. Die Aktionen lauten eigentlich immer: Ich kriege Holzwürfelchen. Die Angriffs-Aktion ist so schwach, dass man die Verteidigungs-Aktion eigentlich gar nicht braucht. Und wenn man dann nach einer gefühlten Ewigkeit genug gedreht hat, hat man hoffentlich mehr Holzwürfelchen als die Mitspieler.
Fazit: Langweilig, sinnlos, unnötig.

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Buch: Corey, James S. A. – Calibans Krieg (The Expanse 2)

Gelungene Fortsetzung des Sci-Fi-Meisterwerkes.
Inhalt: Auf Ganymed kommt es zu einem seltsamen Anschlag, in dessen Chaos ein Mädchen verschwindet. Ihr Vater bittet Captain Holden, ihm bei der Suche zu helfen und sie geraten dabei in ein Netz aus Intrigen, das das gesamte Sonnensystem erschüttern könnte.
Über lange Strecken wirkt das Buch wie eine Kopie des Vorgängers: Ein verschwundenes Mädchen, ein seltsamer Angriff, ein böser Konzern. Doch gibt es genug neue, innovative Entwicklungen, die es dennoch zu einem originellen Buch werden lassen. Vor allem aber sind es die Charaktere, mit denen man sich sofort anfreundet. Auch die neu dazugekommen passen perfekt und sind großartig ausgearbeitet. Wie auch schon im ersten Band erwähnt, kann mit solchen Charakteren auch die langweiligste Story interessant werden.
Besonders hervorzuheben ist der Vater, der seine kleine Tochter sucht. Das tolle an ihm ist, dass er nur ein einfacher Mann ist, dem nur die Mittel von normalen Bürgern zur Verfügung stehen und dennoch gibt er nicht auf, marschiert immer weiter. Anhand seines Gefühlslebens scheint ersichtlich, dass der Autor selbst wohl ein Vater ist und sich das für ihn schlimmste Szenario vorgestellt hat.
Ebenso positiv möchte ich das Ende erwähnen. Viel zu oft habe ich das Gefühl, dass das Ende eines Buches künstlich in die Länge gezogen wird und das ist immer so nervig. Aber nicht hier. Auch am Ende wird das gleiche Tempo beibehalten und es kommt zu keinen unnötigen Problemen.
Fazit: Mindestens gleich gut wie der erste Band. Gefällt mir von den Charakteren her sogar noch besser.

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