Film: Onward – Keine halben Sachen (2020)

Leider zu schlechtes Marketing für so einen tollen Film.
Animation / Fantasy mit Tom Holland von Dan Scanlon. 102 Min.
Inhalt: Die Elfenbrüder Ian und Barley Lightfoot leben in einer magischen, von Fabelwesen bewohnten Welt. Doch die Technisierung schreitet in ihrer Heimat immer weiter fort und die Magie geht immer mehr verloren. Die Teenager nutzen ihre verbleibenden Zauberkräfte, um einen letzten magischen Tag mit ihrem Vater zu verbringen, der starb, als sie noch klein waren. Gemeinsam begibt sich die Familie auf eine spannende Reise.
Als ich damals die Werbung und die Trailer zu diesem Film gesehen habe, hatte ich null Motivation ihn zu schauen. Entsprechend habe ich ihn dann auch lange ignoriert, bis ich ihn jetzt auf Empfehlung eines Freundes doch geschaut habe. Und ja, gefällt mir sehr gut. Ich finde es aber schade, dass ich so einen guten Film einfach ignoriert hätte, nur weil das Marketing daneben geschossen und mich nicht erreicht hat.
Lustig, emotional, spannend, mit liebenswerten Charakteren auf einer fantastischen Abenteuerreise. Der Film macht von Anfang an Spaß und hält einen bis zum Ende gefesselt, wirklich gelungene Unterhaltung.
Der Film präsentiert sehr viele Anspielungen auf diverse Fantasy-Filme, -Spiele und -Bücher. Fans dieses Genres werden hier also noch zusätzlich unterhalten, wenn sie eben diese lustig verarbeiteten Details entdecken und erkennen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Osterpause

Frohe Ostern!

Nächste Woche gibt es neue Beiträge.

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Gedankensprung: Harry Potter Computerspiel boykottieren?

Wir sind also bei der Diskussion angelangt, ob man Werk und Autor trennen sollte oder nicht.
Leser dieses Blogs werden wissen, dass ich ein großer Harry Potter Fan bin. Es ist aber leider kein Geheimnis, dass die Autorin J. K. Rowling in den letzten Jahren einige unschöne Kommentare von sich gegeben hat. Als Fan, wie ich es einer bin, will man Harry Potter nicht verlieren, man will aber auch nicht so einer Frau Plattformen und Möglichkeiten geben, ihren Mist zu verbreiten.
Nun steht also das Computerspiel Hogwarts Legacy in den Startlöchern und mehrere Computerzeitschriften und Blogger haben bereits angekündigt, darüber nicht zu berichten, es nicht zu testen, es also zu boykottieren. Ich verstehe auf einer emotionalen Ebene, dass manche Menschen das tun wollen, aber andererseits arbeiten bei einem Computerspiel dutzende, wenn nicht hunderte Personen mit, die natürlich allesamt auf einen Erfolg hoffen, um Geld zu verdienen. Bekommt J. K. Rowling auch etwas davon? Ja, einen einstelligen Prozentsatz. Hat sie aber an dem Computerspiel mitgearbeitet? Nein. Die Macher hatten absolute künstlerische Freiheit und somit kann, streng genommen, dieses Computerspiel nicht als Werk von J. K. Rowling bezeichnet werden. Außerdem: Wenn alle das Spiel boykottieren, damit J. K. Rowling nicht ihre Prozente erhält, lässt sie das total kalt, weil sie schon Milliardärin ist. Die einzigen, die wirklich leiden, sind die Entwickler des Computerspiels. Und man selbst, weil man vielleicht ein großartiges Spiel verpasst.
Natürlich kann man dem Computerspielstudio vorwerfen, genau gewusst zu haben, dass dieses Risiko besteht und es in Kauf genommen zu haben. Entsprechend hält sich dann auch das Mitleid bezüglich verlorenem Geld wegen Boykott in Grenzen.
Im Grunde aber läuft es darauf hinaus, dass jeder seinem eigenen Gewissen folgen soll. Ich werde niemanden verurteilen oder kritisieren, weil er dieses Spiel boykottieren will.
Es ist sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich, Werk von Autor zu trennen, denn Kunst entsteht nun mal nicht im luftleeren Raum. Die Ideen, Gedanken, Motivationen dafür kommen irgendwoher. Andererseits kann man immer das Beispiel von Richard Wagner heranziehen. Er war Antisemit. Aber seine Musik ist nicht antisemitisch, wird sogar heute noch in Israel aufgeführt. Und in seinem Buch Der Tod des Autors plädiert Roland Barthes dafür Texte immer losgelöst vom Autor zu betrachtet, denn der Leser erschaffe den Text und nicht der Verfasser. Aber mit J. K. Rowling kommt eine weitere Dimension hinzu, denn seit jeher nutzt sie ihre Bekanntheit und ihre finanziellen Ressourcen für ihren politischen Aktivismus. Wenn man also etwas mit ihrem Namen drauf kauft, unterstützt man das ganz direkt. Entsprechend stellt sich natürlich die konkrete Frage, ob man 20 Jahre altes Material nicht langsam in die Mottenkiste werfen sollte.
Was nun dieses Computerspiel betrifft, ist es in meinen Augen eine neue, spannende Geschichte in der Welt, die Fans so gern haben, aber frei vom Rowling-Ballast, denn sie arbeitet hier nicht mit, es ist also nicht ihr Werk. Und wie gesagt würde hier ein Boykott eher die ganzen Mitarbeiter bestrafen und die intendierte Person gar nicht berühren. Eine andere Diskussion betrifft ihre neuen Bücher und Filme, die definitiv als „ihr Werk“ bezeichnet werden können. Da sehe ich einen Boykott viel eher als berechtigt und nachvollziehbar. Dennoch kommt jetzt der neue Film Phantastische Tierwesen 3: Dumbledores Geheimnisse in die Kinos und die einzigen Boykott-Aufrufe, die ich dafür mitbekommen habe, stammen von Johnny Depp Fans.
Aber um auf die Anfangsfrage zurückzukommen, darauf habe ich leider, wie niemand, eine zufriedenstellende Antwort. Wenn wir alles entfernen, was von einem „problematischen“ Künstler stammt, wird wohl nicht mehr viel übrig bleiben. Aber erinnern bedeutet nicht glorifizieren, das sollte man nie vergessen.
Für mich persönlich hängt es auch von der Schwere der Problematik ab. Ich bin gegen jeglich Sekte und verabscheue Scientology, dennoch finde ich die Filme von Tom Cruise super und werde sie auch weiter schauen. Andererseits habe ich bei Liedern von Michael Jackson immer sofort bestimmte Bilder im Kopf und da schalte ich immer gleich wieder aus. Ebenso werde ich keinen Film von Roman Polanski mehr anschauen. Aber das sollte jeder mit seinen eigenen Moralvorstellungen und seinem eigenen Gewissen abgleichen. Ich finde es nicht inkonsequent, wenn man nach persönlichen Kriterien gewichtet und sich in jedem Einzelfall mal für Boykott oder mal dagegen entscheidet. Menschen sind vielschichtig, sie sind nicht nur gut, sie sind nicht nur böse. Künstler sind auch nur Menschen. Bei machen Dingen kann man ein Auge zudrücken, bei machen eben nicht.
Und was die Frage im Titel betrifft? Ich werde dieses Computerspiel nicht boykottieren.

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Serie: Upload – Staffel 2

Was für eine tolle Fortsetzung!
Fans der ersten Staffel müssen hier einschalten und weiterschauen. Humor, Spannung und Sozialkritik bleiben auf dem selben Niveau, einfach absolut gelungene Unterhaltung.
Der Cliffhanger am Ende der ersten Staffel wird großartig gelöst, am Ende gibt es dann aber einen weiteren, der zur dritten Staffel überleitet. Diese ist offiziell noch nicht bestätigt, aber die Macher arbeiten bereits an den Drehbücher, also sollte das schon klappen. Ich freue mich jedenfalls schon drauf.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: King Arthur – Legend of the Sword (2017)

Gelungene Dark-Fantasy Interpretation der Artus-Sage.
Fantasy / Drama mit Charlie Hunnam von Guy Ritchie. 126 Min.
Inhalt: Nach dem Mord an König Uther Pendragon reißt dessen machthungriger Bruder Vortigern die Krone an sich. Uthers junger Sohn Arthur wächst in den Gassen von London auf, ohne von seiner königlichen Herkunft zu ahnen – bis er eines Tages das legendäre Schwert Excalibur aus einem Stein zieht. Ausgestattet mit der Macht der magischen Waffe und unterstützt von Widerstandskämpfern macht er sich daran, den Tyrannen Vortigern zu stürzen und seinen rechtmäßigen Thron zurückzuerobern.
Die Artus-Sage ist schon oft erzählt worden. Manchmal mit dem Versuch historisch akkurat zu bleiben, manchmal in einem dicken Fantasy-Mantel gehüllt. Nun hat sich also auch Guy Ritchie daran gemacht, den Stoff seiner eigenen Interpretation zu unterwerfen, seinem ganz eigenen Erzählstil. Und das funktioniert grandios. Nun, man muss Guy Ritchie mögen und offen für Dark-Fantasy sein, dann wird man hier sehr gut unterhalten. Daher kann ich auch verstehen, dass viele den Film als schlecht bewerten, da sie eben diese Vorwarnung nicht erhalten haben und mit einer traditionellen Erwartungshaltung eingeschaltet haben.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Höllmann, Thomas O. – China und die Seidenstraße

Ausführliches Buch über ein wichtiges historisches Thema.
Über große Themen der Geschichte werden immer wieder Bücher geschrieben, so eben auch über die Seidenstraße, geschweige denn über China. Die Frage lautet also, was ein neues Buch zu diesem Thema von den anderen abhebt. Warum sollte dieses Buch zusätzlich in meiner Bibliothek Platz finden? Leider geben Titel und Klappentext dafür keine zufriedenstellende Antwort, obwohl es diese im Buch sehr wohl gibt. Denn im Grunde ist es doch anders als erwartet und eben deshalb so interessant.
Dieses Buch spricht nicht über China allgemein oder die Seidenstraße in ihrer Gesamtheit, sondern über die konkrete Relation dieser beiden. Es ist keine chronologische Ereignisgeschichte, sondern ein Kaleidoskop der Themen.
Natürlich gibt es im ersten Teil eine historische Übersicht, eine chronologische und begriffliche Einordnung. Dann folgen zwei Teile, in denen Ideen und Güter präsentiert werden, die im Laufe der Jahrhunderte nach China importiert wurden. Das ist eben der zentrale, besonders lesenswerte Aspekt dieses Buches, die ausführliche Auflistung und Besprechung dieser Dinge. China ist eben nicht dieser abgeschottete Gigant, der von innen heraus zu dem wurde, was er heute ist, sondern war eben auch Einflüssen aus allen Weltgegenden ausgesetzt und selbst teilweise nur Vermittler von West nach Ost und Süd.
Der vierte Teil des Buches behandelt dann das, was wir hier in Europa immer lernen und überall lesen, nämlich die Exporte Chinas in den Rest der Welt.
Damit aber nicht genug, denn das Buch befasst sich nicht nur mit der antiken Seidenstraße, sondern im fünften Teil auch mit deren Wiederentdeckung im Rahmen der russischen und britischen Expansion nach Zentralasien sowie den aktuellen Ambitionen Chinas im Rahmen der „neuen Seidenstraße“. Das Buch spannt also in seinem Bestreben nach Vollkommenheit einen Bogen bis in die Gegenwart.
Da dieses Buch eben so intensiv die konkreten Importe und Exporte Chinas über die Seidenstraße behandelt, habe ich es sehr spannend gefunden und es ist in diesem Sinne ein gelungens Addendum zu diesem Themenbereich in meiner Bibliothek.
Die Fotos für die Bildseiten sind sehr gut gewählt, laden also gemeinsam mit der Kartensammlung am Ende zum Schwelgen ein.
Fazit: Empfehlenswert.

Auf Amazon zu kaufen:
Höllmann, Thomas O. – China und die Seidenstraße
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Serie: Star Trek Discovery – Staffel 4

Nach all den Lobeshymnen auf Staffel 3 hier nun leider wieder ein Schritt zurück, aber immer noch um Welten besser als die ersten beiden Staffeln.
Insgesamt hat mir hier der Plot von allen Staffeln am besten gefallen und auch der Showdown am Ende war sehr gut gemacht, die linguistischen Dilemmata sehr gut ausgearbeitet. Doch leider gab es über die ganze Staffel verstreut sehr viele Logikfehler. Nicht Franchise-Fehler, über die sich nur Fans ärgern, sondern Hausverstand-Fehler, über die man einfach nur den Kopf schütteln kann. Wegen dieser Fehler, die mich sehr gestört haben, die mich immer wieder aus dem Fokus gerissen haben, muss ich als Gesamtprodukt die dritte Staffel besser als die vierte einstufen. Aber insgesamt hat mich die vierte Staffel, wie bereits die dritte, sehr gut unterhalten. Ich habe sie gerne geschaut.
Das Finale war sehr gut und würde sogar als Serienfinale funktionieren. Eine fünfte Staffel ist aber schon angekündigt und ich freue mich bereits darauf.
Fazit: Für Fans der dritten Staffel sehr zu empfehlen.

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Film: The Adam Project (2022)

Absolut begeistert.
Sci-Fi / Abenteuer mit Ryan Reynolds von Shawn Levy. 106 Min.
Inhalt: Nach seiner Bruchlandung im Jahr 2022 begibt sich der zeitreisende Kampfpilot Adam Reed zusammen mit seinem 12-jährigen Ich auf eine Mission zur Rettung der Zukunft.
Dieser Film bietet einen kleinen, aber spannenden Plot, mit Freude erzählt; tolle Action in gewohnt hoher Netflix-Produktionsqualität, bei der aber die Emotionen nicht zu kurz kommen; viele gelungene Gags trotz des hohen Erzähltempos. Dazu kommt noch ein großes Staraufgebot mit Mark Ruffalo, Jennifer Garner und Zoe Saldana, die allesamt ihr Können zeigen und dazu beitragen, diesen Film so gut werden zu lassen.
Ich war hier von der ersten bis zur letzten Minute gebannt. Der Film hat mir einfach nur Spaß gemacht, kurzweiliger Eskapismus, wie ich ihn liebe.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Gedankensprung: Oscarverleihung 2022

Schon wieder ein Filmjahr vorbei und schon wieder wurden die Oscars verliehen.
Ganz ehrlich: Hätte ich nicht am nächsten Tag überall gelesen, dass Will Smith Chris Rock geohrfeigt hat, hätte ich das Event komplett verpasst. Was kann man schon mehr dazu sagen?
Dieses Jahr habe ich sogar ein paar der nominierten Filme gesehen und von den meisten anderen zumindest etwas gehört, was ja schon mal besser ist als im Vergleich zum letzten Jahr.
Aber nicht nur ich sehe das so. Die TV-Quoten vorletztes Jahr waren so schlecht wie noch nie (ca. 21 Millionen Zuschauer), doch letztes Jahr stürzten sie noch weiter ab (auf ca. 9 Millionen). Dieses Jahr stiegen sie wieder ein bisschen auf ca. 15,4 Millionen, was somit das zweitschlechteste Ergebnis aller Zeiten für die Oscars bedeutet.
Nun denn, CODA wurde also der beste Film. Vielleicht schau ich ihn irgendwann mal an. Dune, für mich der beste Film der letzten Jahre, hat mit sechs Oscars am meisten dieses Jahr gewonnen, also zumindest etwas Positives.
Meine Lieblingskategorie ist wie immer der beste Animationsfilm und von den fünf Nominierten habe ich außer Flee alle gesehen. Dass Encanto dann als Gewinner dastehen würde, war für mich keine Überraschung und voll verdient.

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