Gedankensprung: Warum ich keine Podcasts höre

Puh, der Titel klingt ja fast schon wie Klickbait, ist es aber natürlich nicht.
Podcasts sind im Prinzip eigentlich schon etwas Cooles und ich wäre ja auch das Zielpublikum: gern mit Kopfhörer unterwegs und immer motiviert, sich über verschiedenste Themen zu informieren und aktuell zu halten. Warum höre ich dann keine Podcasts? Weil ich lieber Audiobücher höre. Meine Zeit mit Kopfhörer ist auf den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause beschränkt und da tauche ich lieber in fantastische Welten ein, erlebe lieber Abenteuer im Kopf. Bücher bzw. Audiobücher dienen mir, um den Alltag zu vergessen, einfach mal abzuschalten. Podcasts können – für mich zumindest – diesen Zweck nicht erfüllen.
Wenn ich am Abend zuhause bin, nachdem die Kinder im Bett sind, schalte ich gerne YouTube ein, wo ich eine Reihe von Kanälen abonniert habe, die genau meinen Interessen entsprechen und sozusagen meine Hobby-Nachrichten sind. Und tatsächlich sind drei dieser Kanäle eigentlich Podcasts, die halt auch mit Kamera aufgezeichnet wurden: Einer über Naturwissenschaften (speziell Astrophysik), einer über Gesellschaftsspiele und einer über Anime.
Es gefällt mir einfach, wenn ich am Abend noch etwas schreibe, bastle, aufräume, solo spiele oder Mangas lese, im Hintergrund informative YouTube-Videos laufen zu lassen.
Ein Freund von mir hört immer Podcasts bei der Arbeit statt Radio. Tja, bei mir funktioniert das leider nicht. Ein anderer hört keine Audiobücher und stattdessen ständig Podcasts. Wieder ein anderer lässt am Abend zuhause Podcasts laufen, so wie ich YouTube. Es ist also so, dass ich viel mit diesem Medium in Kontakt bin und mir auch ständig irgendwelche Sendungen empfohlen werden, aber irgendwann muss man halt auch mal Nein sagen. Denn wenn ich Podcasts auch noch zu meinem Portfolio hinzufüge, wird es eigentlich nur noch Stress, denn irgendwann ist es halt zu viel. Oder soll ich etwas anderes entfernen, wie einst die Pen & Paper Rollenspiele, aber dazu habe ich halt auch keine Lust.
Also ja, Podcast ist ein Medium, das ich für mich außen vor lasse, aber dennoch sicher interessant und empfehlenswert ist.
Tatsächlich ist es sogar so, dass ich vor vielen Jahre mit Freunden einen Archäologie-Podcast gründen wollte, aber daraus ist leider nichts geworden. Keine Ahnung, ob es für so etwas überhaupt Interesse gibt und ob jemand anders das jetzt macht.

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Spiel: Fish ’n‘ Flips (Gaia Games)

Nettes Spiel für den Umweltschutz.
Von Kevin Luhn (ca. 15-30 Min.; 1-6 Spieler)
Dieses Spiel ist CO2 neutral produziert worden und auch das Thema selbst ist Naturschutz, konkret die Meere vor Überfischung zu retten. Dabei versucht man die Fische in einer Matrix (Netz) zu bewegen, um sie zu retten, was leicht an Candy Crush erinnert. Je nachdem, mit welchen Fischen man spielt, gibt es andere taktische Möglichkeiten. Dies ist ein sehr gelungenes kooperatives Logik-Puzzle, das auch solo und kompetitiv gut funktioniert.
Einziger Kritikpunkt ist die Grafik. Die Fische der gleichen Gattung sehen nämlich nicht identisch aus, was manchmal verwirrend ist, wenn ich etwa die Delphine verschiebe aber einen auslasse, weil ich den für einen anderen Fisch gehalten habe. Wenn man das Spiel jedoch öfter gespielt hat, gibt es keine Probleme mehr.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Kaku, Michio – Die Physik der Zukunft

Irgendwo zwischen unnötig und irrelevant, aber doch irgendwie interessant.
Der Autor versucht in diesem Buch all jene Technologien zu präsentieren, die vermutlich in 20, 60, 100 Jahren Realität werden und unser Leben grundlegend verändern. Für jemanden wie mich, der viel Science-Fiction liest und sich allgemein für Wissenschaft und Technologie interessiert, bietet dieses Buch hier überhaupt nichts Neues. Im Gegenteil ist es so, dass die Ausgabe, die ich hier gelesen habe, aus dem Jahre 2014 stammt und einige Dinge sogar schon veraltet und überholt sind.
Das Buch wirkt für mich so, als hätte der Autor einige Sci-Fi-Bücher gelesen und Sci-Fi-Filme geschaut, eine Liste von Erfindungen zusammengestellt und dann „weltweit 300 Forscher von Rang danach gefragt.“ Im Buch werden nun jene Erfindungen präsentiert, die realistisch verwirklicht werden können.
Wie so oft stellt sich auch hier die Frage nach dem Zielpublikum. Ich denke schon, dass die meisten, die sich für dieses Thema interessieren, wie ich, hier nur wenig Neues finden. Und andere werden das Buch gar nicht angreifen. Was schade ist, denn es ist sehr gut geschrieben, liest sich angenehm flüssig und verbreitet einfach viel Optimismus für die Zukunft.
Fazit: Kann gelesen werden.

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Die Physik der Zukunft: Unser Leben in 100 Jahren
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Film: The Old Guard (2020)

Cooler Film. Wenn das die Norm wird, ist Netflix gerettet.
Action / Fantasy mit Charlize Theron von Gina Prince-Bythewood. 125 Min.
Inhalt: Vier unsterbliche Krieger, die die Menschen insgeheim seit Jahrhunderten beschützen, entdecken eine neue Unsterbliche und werden zur Zielscheibe einer machthungrigen Organisation.
Zu dem Film gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Er hat alles, was ich mir von einem ordentlichen Actionfilm erwarte: gut choreographierte Action, einen relativ spannenden Plot, gute Schauspieler, interessante Charaktere und Emotionen. Da freue ich mich ja schon richtig auf den zweiten Teil, der nach diesem Erfolg und aufgrund einer bestimmten Szene am Ende sicher kommen wird. Außerdem basiert der Film auf einer Comicvorlage, deren zweiter Teil schon bereit liegt und es wird sogar schon an einem dritten gearbeitet. Stoff gäbe es also genug.
Ich muss offen sagen, dass mich bisher kein Netflix-Film wirklich überzeugen konnte und auch bei den Serien gibt es nur eine Handvoll. Doch dieser Film hat mir echt gut gefallen. Ich hatte eigentlich geplant neben dem Film noch etwas zu basteln, das habe ich dann aber sein lassen, um mich voll auf den Bildschirm zu konzentrieren. Wenn mehr von dieser Qualität kommt, wird Netflix noch eine Weile bestehen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Ich mag Ananas auf meiner Pizza

So, jetzt ist’s raus. Das musste einfach mal gesagt werden.

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Spiel: Star Realms (White Wizard Games)

Tolles 2-Personen Deckbau-Spiel im Weltall.
Von Robert Dougherty & Darwin Kastle (ca. 20 Min.; 2 Spieler)
Dieses Spiel ist ziemlich geradlinig. Die beiden Spieler kaufen aus dem zufälligen Markt in der Mitte Karten, um ihre Decks zu verbessern. Entweder Karten, die einem Geld bringen, um später teurere Karten kaufen zu können, oder Karten, die es erlauben, den Gegner anzugreifen. Angriff ist das eigentliche Spielziel, denn wer zuerst keine Lebenspunkte mehr hat, hat verloren. Die Spieltiefe kommt durch die Varianz der Karten und deren taktischen Möglichkeiten auf. Gleichzeitig sind die Funktionen der Karten aber auch sehr einfach gehalten, wodurch sie rasch verstanden werden und das Spiel flüssig läuft. Insgesamt eine gelungene Produktion, die viel Spaß macht.
Es sei aber angemerkt, dass es zu diesem Spiel unzählige Erweiterungen und Promo-Packs gibt, man also hier in ein sehr tiefes Franchise einsteigen könnte. Und warum nicht? Das Spiel ist toll und auch nicht so teuer. Andererseits muss man sich halt die Frage stellen, wie oft es denn wirklich auf den Tisch kommt wenn das eigene Regal schon mit 2-Spieler-Spielen überquillt. Mir gefällt’s und die Versuchung ist groß, da mehr zu investieren.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Buch: Schwartz, Richard – Die Starfarer Verschwörung (Die Sax-Chroniken 1)

Puh, warum habe ich mich da drauf eingelassen.
Inhalt: Die Diebin Sax ist auf dem Tiefpunkt ihrer Karriere angekommen. Ihre Verbündeten lassen sie im Stich und ein Unbekannter trachtet ihr nach dem Leben. Doch dann entdeckt Sax durch Zufall ein Artefakt aus ferner Vergangenheit: ein Shuttle, Relikt einer untergegangenen Hochkultur. Mit einem Mal ist Sax die mächtigste Frau des Planeten. Aber ihre Entdeckung zieht sie in eine hochgefährliche Verschwörung hinein, die den Kampf um die Vorherrschaft in der Galaxie neu entfacht.
Meine Skrupel, dieses Buch überhaupt in die Hand zu nehmen, haben ganz allein mit dem Autor zu tun. Nicht sein Stil, denn der ist großartig, deshalb ist er auch so erfolgreich. Und am Ende hat mir das Buch in diesem Sinne auch gefallen. ABER bei diesem Autor weiß man nie, auf wie viele Bände er eine Serie streckt und wie lange man auf den nächsten Teil warten muss (arbeitet er ja auch an mehreren gleichzeitig). Ich empfinde das wirklich als extrem nervig und mühsam. Als Gegensatz dazu sei etwa die Buchserie The Expanse angeführt. Da waren zuerst 3 Bände angekündigt, dann auf 9 verlängert, mit einer jährlichen Veröffentlichung. Alles klar und systematisch und der Leser weiß, worauf er sich einlässt. Noch schlimmer hat Schwartz die Reihe Das Geheimnis von Askir geschrieben und diese dann gar nicht abgeschlossen, sondern stattdessen im sechsten Band, der das Finale hätte sein sollen, einfach einen Cliffhanger eingebaut und dann den Plot in der Reihe Die Götterkriege fortgeführt, die ich aus Prinzip nicht gelesen habe.
So stand ich dann auch hier vor diesem Buch. Ein Autor mit einem negativen Erfahrungswert aber mit einem Stil, der mir eigentlich gut gefällt. Wäre es keine Space Opera, wäre ich einfach dran vorbeimarschiert, aber so habe ich dann halt doch zugegriffen. Wie bereits gesagt, hat mir das Buch nicht schlecht gefallen. Flüssiger Stil, spannender Plot und interessante Charaktere. Aber es hat mich nicht genug gefesselt, dass ich mich auf eine neue Serie mit ungewisser Zukunft einlasse.
Dieses Buch bietet keinerlei neue oder faszinierende Ideen, es wurden einfach altbekannte Sci-Fi-Elemente zu einer extrem generischen Geschichte verbunden, die sich zu keinem Zeitpunkt von anderen Werken des Genres abheben würde. Das Buch ist nicht schlecht, es bietet gelungene Unterhaltung, aber bei der Masse an Sci-Fi-Werken sehe ich keinen Grund, warum ich gerade das hier lesen sollte. Im Gegenteil wirkt es so, als hätte ich das Buch schon gelesen, nämlich in einem Fantasy-Setting unter dem Titel Das Geheimnis von Askir.
Fazit: Wer den Autor mag und offen für Sci-Fi ist, sollte durchaus zugreifen, wer hingegen nur wegen Sci-Fi kommt, der sollte es sich nochmal überlegen.

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Serie: Brave New World – Staffel 1

Nein, diese Serie hat mich leider überhaupt nicht gefesselt.
Ich habe vor vielen Jahren das gleichnamige Buch von Aldous Huxley gelesen und verschlungen, doch mit dem hier konnte ich überhaupt nichts anfangen. Die Charaktere waren nicht interessant genug, der Plot nicht spannend genug. Das Buch selbst hat auch keine extrem spannende Geschichte, dafür aber eine große philosophische Tiefe, die hier in der Serie leider komplett fehlt. Nicht nur das, die Serie ist viel zu brav gehalten für das, was das Buch erzählen möchte. HBO wäre da vermutlich der bessere Sender gewesen.
Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass ich halt ein bisschen verblendet bin, weil ich das Buch schon kenne und es mir sehr gut gefällt. Aber auch wenn dem nicht so wäre, könnte ich der Serie nicht viel abgewinnen. Es ist einfach die xte Darstellung einer futuristischen Gesellschaft und einem Hauptcharakter, der sich darin nicht zurechtfindet. Und das wird trocken und langweilig erzählt. Das Ende ist der missglückte Versuch ein typisches offenes Sci-Fi-Ende zu machen, nach welchem man dann noch eine Weile da sitzen und philosophieren könnte. Hier hingegen schaltet man nach dem Ende aus, fragt sich, ob eine zweite Staffel kommen wird – eher nicht – und widmet sich dann etwas Anderem.
Wenn man ein bisschen im Internet surft und andere Meinungen zu dieser Serie sucht, findet man viel Lob für die Optik und die Orgien-Szenen. Nun, wenn das ausreicht, gibt es vielleicht sogar genug Publikum und dann doch eine zweite Staffel, die ich aber sicher nicht schauen werde.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Film: Palm Springs (2020)

Interessant seltsamer Film.
Komödie mit Andy Samberg von Max Barbakow. 90 Min.
Inhalt: Sarah ist nur widerstrebend zu der Hochzeitsfeier ihrer jüngeren Schwester Tala nach Palm Springs gekommen, um als Brautjungfer zu fungieren. Nachdem Nyles, das schwarze Schaf seiner Familie, sie vor einer katastrophalen Hochzeitsrede gerettet hat, verfällt sie seinem Charme und schnell entwickeln die beiden Gefühle füreinander. Als sie bemerken, dass sie in einer Zeitschleife festsitzen, der sie nicht entkommen können, fangen sie an, die Hochzeit auf jede erdenkliche Art zu sabotieren.
Das Thema Zeitschleife ist in Filmen ja schon öfters vorgekommen und fast jede Sci-Fi-Serie hat mindestens eine entsprechende Episode. Doch sind die Protagonisten immer brav, selbst wenn es keine Konsequenzen gibt. Hier ist der Humor irgendwie ehrlicher, respektloser, aber immer noch innerhalb der moralischen Grenzen. Im Kern ist das hier eine scharfsinnige, teils philosophische Liebeskomödie, die nie langatmig wird und bis zum Ende unterhält. Nicht zuletzt wegen der großartigen Schauspieler.
Ein obligatorischer Vergleich muss natürlich mit Und täglich grüßt das Murmeltier gezogen werden, aber die Unterschiede sind doch groß genug, um das dann doch nicht weiter auszuführen. Vor allem ist hier das Ende „realistischer“ und die Prämisse allgemein eine ganz andere, mit der Liebesgeschichte nebenbei und nicht zentral.
Und hier noch ein paar Fun Facts: Der Film feierte seine Premiere am 26. Jänner 2020 auf dem Sundance Film Festival und wurde direkt im Anschluss zur Ausstrahlung von Neon und Hulu gekauft, wodurch er zum am teuersten verkauften Sundance-Film aller Zeiten wurde. Außerdem brach er in den ersten drei Streamingtagen alle Quotenrekorde auf Hulu.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: „Vogue“ Science Fiction

Ich habe letztens den Trailer zur neuen Serie Foundation gesehen, die auf dem gleichnamigen Buch von Asimov basiert. Da ich diese Buchreihe gerade lese, weiß ich ja, um was es da geht und kann somit bereits aktiv mitreden. Mein Fazit: Ich habe aus dem Trailer allein nicht verstanden, was diese Serie mit den Bücher gemeinsam hat. Mir schwant Übles, aber lassen wir uns überraschen.
Was mich aber am meisten irritiert hat, waren die Kommentare, die anschließend an verschiedensten Stellen aufgetaucht sind. Es wurde eben kritisiert, dass Sci-Fi heutzutage „Vogue“ sei und sich an linksradikale, feministische Forderungen orientiere. Konkret wurde kritisiert, dass der Hauptcharakter anscheinend eine junge, farbige Frau ist und damit einhergehend wurde bemängelt, warum man sich nicht einfach an die Vorlagen halten könne und man die Charaktere immer mit „Varietäten“ austauschen müsse.
Nun, wer so etwas sagt, hat Sci-Fi nicht verstanden. Und wer sich hier konkret beschwert, dass der „Hauptcharakter“ von Foundation mit einer jungen, farbigen Frau ersetzt wurde, der hat das Buch nicht gelesen, denn es gibt da keinen Hauptcharakter und wen diese Schauspielerin im Trailer darstellen soll, habe ich nicht verstanden. Beschwerde der Beschwerde Willen ist das, was wir hier sehen.
Die meisten Sci-Fi-Autoren haben eine ziemlich progressive Weltsicht und Asimov gehört da definitiv dazu. Wenn man ältere Sci-Fi-Werke liest, dann entdeckt man Themen, die vielerorts erst heute salonfähig wurden. Und ich bin davon überzeugt, dass kaum einer von denen ein Problem damit hat, wenn ein männlicher Charakter in einer Verfilmung plötzlich von einer Frau gespielt wird oder sich als homosexuell offenbart, wenn ein weißer Charakter in einer neuen Adaption plötzlich eine andere Hautfarbe hat. Das ist ja der Kern von Sci-Fi: Dass diese Unterschiede irrelevant sind, die entsprechenden Hürden überwunden sind und nur die inneren Werte zählen, wie Talente, Fähigkeiten und Wissen.
Wenn jemand sich als Star Trek Fan bezeichnet und dann über die homosexuellen Szenen wettert, dann ist er kein Fan, denn dann hat er nicht verstanden, wofür das Franchise eigentlich steht. Wenn jemand behauptet ein Sci-Fi Fan zu sein und sich dann über einen farbigen Charakter beschwert, dann hat er sich nie wirklich mit diesem Genre befasst und sollte ignoriert werden. Aber wie so oft sind es gerade die, die am lautesten schreien. Und unser vermaledeiter Boulevard greift genau diese Kommentare aus den sozialen Medien auf und gibt ihnen sogar eine noch größere Plattform. Das ist doch alles lächerlich und absurd.
Anderseits kann man aber auch optimistisch sein, denn die Kinozahlen von Captain Marvel und Wonder Woman haben eindrucksvoll gezeigt, dass solche Hasskampagnen im Internet nicht fruchten, vielleicht sogar im Gegenteil ein Schuss ins eigene Bein sind.
Was können wir also konkret von der Foundation-Serie erwarten? Ich habe keine Ahnung. Der Trailer lässt mich ziemlich ratlos zurück. Anderseits haben wir mit I, Robot ja bereits einen Präzedenzfall, dass ein Buch von Asimov verfilmt wurde, dabei aber komplett verändert wurde und dennoch toll war.

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