Spiel: Agricola – Die Bauern und das liebe Vieh (Lookout Spiele)

Der unbalancierte kleine Bruder von Agricola.
Von Uwe Rosenberg (ca. 45 Min.; 2 Spieler).
DBudlV ist wie der große Bruder Agricola: viele Optionen, viel Material, recht intuitive Regeln. Aber dennoch mangelt es an der Qualität. Die beste Option ist immer realtiv klar, weshalb es nur wenig Entscheidungsfreiheit gibt; Der Druck fehlt, gewisse Dinge machen zu müssen, um keine Punkte zu verlieren; Die Punktevergabe am Ende ist absolul unbalanciert.
Das Spiel plätschert vor sich hin und jeder Spieler macht halt, was er machen kann. Leider sind die Bonuspunkte für Tiergattungen am Ende so unbedeutend, dass es absolut keinen Unterschied macht, welches Tier ich sammle. Dadurch fällt auch der Ärgermoment „Warum hast du diese Tiere genommen?!“ weg und die Entscheidung, welches Tier ich stattdessen nehme, ist absolut belanglos.
Fazit: Lieber das orignale Spiel zu zweit spielen als dieses Ding auspacken.

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Buch: Rowland, Laura Joh – Der Kirschblütenmord. Sano Ichiros erster Fall.

Spannender Krimi im mittelalterlichen Japan.
Inhalt: Der Junge Samurai Sano Ichiro wird aufgrund von Familienverpflichtungen zu einem Beamten, obwohl er viel lieber Gelehrter oder Lehrer sein würde. Als ihm dann ein Doppelselbstmord vorgelegt wird, den er zu den Akten legen soll, schlägt sein Gelehrten-Herz höher, denn er merkt sofort, dass hier mehr dahinter steckt. Gegen den Willen seiner Vorgesetzten und seiner Familie beginnt er mit eigenständigen Ermittlungen, die ihn bis an den persönlichen Abgrund treiben.
Nachdem ich mit dem elften Band der Serie begonnen habe und mir dieser sehr gut gefallen hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mich an den Beginn von Sano Ichiro wage. Und ja, das Buch ist fantastisch. Vielleicht einen Tick zu lang, denn am Ende hat man durchaus das Gefühl, es wird künstlich in die Länge gezogen, aber ansonsten ist der Plot spannend und das Eintauchen in das mittelalterliche Japan ist sehr interessant. Aber auch die einzelnen Charaktere sind wunderbar beschrieben, die ganze Atmosphäre ist einfach fesselnd.
Fazit: Sehr zu empfehlen!

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Serie: Orange Is the New Black – Staffel 1-3

Wenn man die Serie startet, versteht man zunächst nicht, warum alle so davon schwärmen. Was ist so toll daran, ein paar Frauen im Gefängnis zuzuschauen?
Aber spätestens ab der Folge mit dem Huhn wird man OitnB auch lieben. Denn es ist die perfekte Mischung aus Drama, Komödie und Tragödie. Auch wenn am Ende der ersten Staffel der Komödienteil verschwindet, was aber aufgrund der interessanten Story nicht weiter auffällt.
Mit dem humoristischen Touch ist in der zweiten Staffel leider auch der typische Flair von OitnB verschwunden. Als hätten die Schreiber eine Woche lang einfach alle Ideen gesammelt, die in einem Gefängnis und um dieses herum geschehen können und dann alles zu einem Brei vermischt. Weil einfach so viel passiert, verliert die Serie an authentischem Feeling. Und tatsächlich wird OitnB ab Stafel 2 nicht mehr als Comedy, sondern als Drama gelistet.
Aber anscheinend wurde die zweite Staffel heftig kritisiert, denn Staffel 3 bietet wieder genau das, was OitnB zu Beginn zu großartig gemacht hat: kleine Plots mit Sozialkritik und Humor. Mir persönlich gefällt diese am besten.
Fazit: Staffel 1 anschauen, Staffel 2 im Schnelldurchlauf oder gar überspringen und dann Staffel 3 genießen.

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Film: Rock the Kasbah (2016)

Ich verstehe nicht, warum der Film so negative Kritiken erhält.
Musik-Komödie mit Bill Murray von Barry Levinson. 106 Min.
Inhalt: Ein Manager beschließt des Geldes wegen mit seiner Sängerin in Afghanistan eine Tour durch die verschiedenen US-Militärbasen zu machen. Als sie jedoch mit seinem Geld und Pass abhaut, ist er dort gestrandet. Nach einigen abstrusen Begegnungen trifft er auf ein Mädchen, dessen Stimme sein Leben verändert. „Afghan Superstar“ ruft!
Weshalb der Film so negativ kritisiert wird, bleibt mir ein Rätsel. Denn ich finde Bill Murray großartig und seinen Charakter super. Vielleicht liegt es aber auch an der Darstellung einer afghanischen Realität, die US-Bürger so nicht wahrhaben wollen?
Was man kritisieren könnte, aber nirgends wurde, ist die Tatsache, dass die Geschichte des tapferen Mädchens, das singen möchte, relativ frei in Hollywood neu interpretiert wurde. Ich denke, dass ein Film, der näher an den wahren Begebenheiten geblieben wäre, durchaus beeindruckender gewesen wäre.
Fazit: Empfehlenswert!

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Film: Die Frau in Gold (2015)

Was für eine Tortur!
Drama mit Helen Mirren, Ryan Reynolds und Daniel Brühl von Simon Curtis. 109 Min.
Inhalt: Eine Amerikanerin möchte von der Österreichischen Regierung ein Bild zurück, das ihrer Familie im 2. Weltkrieg gestohlen worden ist.
Leider kenne ich mich mit den Geschehnissen, auf denen dieser Film basiert, aus. Ansonsten würde ich vielleicht sogar einige positive Aspekte finden. Bevor ich aber erkläre, was mein Problem ist, möchte ich kurz meine Perspektive erklären. Geschichten, Mythen, Sagen, Epen wurden im Laufe der Geschichte immer wieder neu erzählt, neu interpretiert und dem Zeitgeist angepasst. Nehmen wir etwa den Film Troja von Wolfgang Petersen mit Brad Pitt her. Dieser Film weicht schon stark von Homers Vorlage ab, aber darin sehe ich kein Problem. Homer selbst hat die Geschichte nur irgendwo gehört und seine eigene Variante niedergeschrieben. Es ist wirklich in Ordnung, wenn Künstler, Autoren oder Regisseure bekannte Stoffe individuell inszenieren. Das ist schon immer so gemacht worden und ist auch vollkommen legitim. In diesem Sinne kann man sich auch bei Buchverfilmungen diese Freiheit nehmen, denn auch das sind „nur“ Geschichten.
Aber nicht so bei Die Frau in Gold, das ja eine Verfilmung von wahren Tatsachen ist. Da hat Niemand das Recht, einfach alles auf den Kopf zu stellen und Dinge nach Gutdünken zu interpretieren. Wenn jemand schon wahre Tatsachen verfilmen will, dann soll er sich gefälligst auch an diese halten. Abgesehen von der völlig falschen Darstellung einiger Charaktere und der unterschwelligen Botschaft, dass auch heute noch die Österreichische Regierung aus Nazis bestehe, liegt mein Hauptproblem in der Prämisse des ganzen Films. Denn hier wird es so dargestellt, dass die Frau nur darauf aus war, ein Unrecht wieder gut zu machen, das ihrer Familie angetan worden ist. In Wahrheit aber hatte sie nur das Geld vor Augen und hat das Bild bereits eine Woche nach Erhalt um einige Millionen Dollar verkauft.
Wie kann man nur so eine Geschichte verfilmen? Wenn die Frau das Bild einige Zeitlang behalten hätte, dann wäre es vollkommen legitim zu sagen, dass sie das alles wegen eines Familienerbstücks gemacht habe. Aber das hat sie nicht. Sie wollte nur das Geld. Und meine Frage lautet nun: Ist etwas es wert, verfilmt zu werden, wenn man alles darin verändern muss, sogar die Motivation der Hauptperson, um einen interessanten Film zu bekommen? Ich sage NEIN. Und als Nachsatz sei angemerkt, dass ich genug Geschichten kenne, die man ohne abstruse Veränderungen spannend erzählen könnte.
Fazit: Ab in die Mülltonne damit!

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Spiel: BattleLore 2nd Edition (Fantasy Flight Games)

Tolles 2-Spieler-Strategiespiel mit großartigen Miniaturen.
Von Richard Borg und Robert A. Kouba (ca. 90 Min.; 2 Spieler).
Das Spiel ist deshalb so toll, weil die Regeln wirklich einfach sind und die Spieldauer relativ kurz ist und es dennoch genug Tiefe und Strategie gibt. Ja, das Ziehen der Karten und das Würfelrollen bringen schon einen sehr großen Glücksfaktor, der durchaus spielentscheidend sein kann und dementsprechend auch für etwas Frust sorgen wird, aber die einzelnen Truppen bieten genug Möglichkeiten, um irgendwie dagegen steuern zu können.
Es gibt sehr viele Einheiten im Spiel, doch nicht alle werden verwendet. Zu Beginn des Spiels, was relativ mühsam und zeitaufwendig ist, hat jeder Spieler 50 Punkte, mit denen er Einheiten kaufen kann. Somit haben Spieler niemals symmetrische Armeen und auch in keinem Spiel sind diese gleich. Das, gemeinsam mit den zahlreichen Zufallsszenarien, bietet einen großen Wiederspielwert. Aber in meinen Augen sind die Einheiten nicht gut balanciert, denn Fernkämpfer und Magier sind ziemlich schwach und werden dementsprechend kaum verwendet. In diesem Sinne ist die Erweiterung schon wichtig, um eben beim Truppenkauf mehr gleichwertige Auswahl zu haben. Diese Erweiterung ist übrigens super, ist sie doch einfach nur ein Paket mit viel zusätzlichem Material, aber ohne Neuerungen oder Regeländerungen.
Nachdem jeder Spieler seine Armee hat, positioniert er diese geheim (Karten verdeckt) und dann wird gemeinsam aufgedeckt (Karten mit großartigen Miniaturen ausgetauscht). Danach wird gekämpft. Die Einheiten können sich bewegen, angreifen, haben einige Sonderfunktionen und eine bestimmte Anzahl von Lebenspunkten. Also relativ klassisch das Ganze. Weil es aber so schnell, einfach und ausgewogen dahinläuft, ist es super.
Sämtliche Spiele haben sich bei mir aber so gestaltet, dass der Menschen-Spieler mit seinen schnellen Truppen rasch die Siegpunktfelder erreicht und diese dann verteidigt hat, während der Dämonen-Spieler versucht hat, die Menschen auszurotten. Wer nämlich zuerst 16 Punkte oder den anderen ausgerottet hat, ist Sieger. Weil aber keine der beiden Strategien eine sichere ist, sondern beide Fraktionen abwechselnd gewonnen haben, bleibt das Spiel (meistens) bis zum Ende spannend.
Mittlerweile ist eine dritte Fraktion erschienen und ich bin schon gespannt, wie diese sich so spielt.
Fazit: Großartig!

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Buch: Campbell, Jack – Ein teurer Sieg (Die Verschollene Flotte 6)

Guter und zufriedenstellender Abschluss einer interessanten Serie.
Inhalt: Die Flotte ist zurück in der Heimat, wird neu ausgerüstet und verstärkt und muss in eine letzte Schlacht ziehen, um den Krieg zu beenden.
Wie bereits im letzten Band hat der Autor es geschafft, endlich auf die lästigen Wiederholungen zu verzichten. Die Liebesgeschichte verliert endlich ihre Absurdität und der restliche Plot ist spannend wie eh. Military Science Fiction vom Feinsten.
Wenn man die Serie als Ganzes betrachtet, muss gesagt werden, dass The Lost Fleet stark beginnt, dann zwei miese Bände hat, anschließend einen mittelmäßigen und mit zwei sehr guten endet. Ich kann durchaus verstehen, wenn manche Leute nach den ersten Bänden aufhören, aber für die, die durchalten, gibt es einen tollen Abschluss.
Fazit: Am Ende bereue ich es nicht, diese Serie gelesen zu haben. Ob ich aber die Nachfolgereihe Beyond the Frontier auch noch durcharbeite, wage ich zu bezweifeln.

P.S.:
Ich habe nun die Anabasis von Xenophon ebenfalls gelesen. Dieses historische Werk wollte ich schon immer Mal lesen und jetzt, inmitten der Lost Fleet, war einfach ein idealer Zeitpunkt. Als Campbell zu Beginn gemeint hatte, dass er sich an der Anabasis orientiere, dachte ich nicht, dass er sie kopiere. Hier nun die Parallelen:
Ein riesiges griechisches Söldnerheer ist bis nach Babylon vorgedrungen, um den Großkönig/CEO zu töten. Doch plötzlich wurden ihre Führer/Admiräle hinterhältig getötet und es lag an Xenophon/Geary, die Führung zu übernehmen und die Soldaten nach Hause zu bringen. Sie gelangen von Land/System zu Land/System und wir lernen, was es dort gibt und was sie plündern. In manchen Ländern/Systemen kämpfen die Einwohner treu für den Großkönig/CEO, in anderen sind sie eher abtrünnig. Regelmäßig werden die Götter/Ahnen um Zeichen gebeten, an denen man sich orientiert. Ständig werden sämtliche Strategen/Captains zusammengerufen, um Pläne zu diskutieren. Manch einer versucht Alleingänge und es liegt an Xenophon/Geary, alle daran zu erinnern, dass man nur in Formation überleben kann.
Allgemein hat Campbell seine Flotte an der griechischen Armee orientiert und sogar deren Formationen kopiert. Und am Ende wurde Xenophon/Geary gefragt, ob er in der Heimat nicht ein Diktator werden wolle und konnte dies nur unterbinden, indem er vorgab, es sein zu wollen.
Okay, genug davon. Jedenfalls ist Lost Fleet eine ins Weltall versetzte Anabasis, mit jedoch genug eigenständigen Ideen, um nicht als Plagiat abgestempelt zu werden.

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Serie: Fuller House – Staffel 1

Full House 1:1. Keine Neuerungen, keine Veränderungen, keine Experimente. Warum denn auch?
Fuller House spielt 20 Jahre nach dem Original Full House und es ist, als hätte sich nichts verändert: dieselben Schauspieler, nur halt älter, dieselben Witze, dieselben Probleme. Und in diesem Sinne ist eines klar: Wer Full House geliebt hat, wird auch Fuller House lieben und umgekehrt. Die erste Folge trieft nur so vor Nostalgie und Insider Witzen und man merkt sehr stark, dass hier einige verrostete Knochen aus dem Ruhestand geholt worden sind. Auch die zweite Folge, wo dann klar wird, dass die drei Männer der nächsten Generation, also den Töchtern, den Stab überreicht haben und nur mehr in Gastrollen auftreten werden, ist noch ohne Rhythmus und Stil. Doch das legt sich. Wer sich durch die ersten zwei Folgen durchgekämpft hat, wird ab der dritten Folge eine angenehme, durchaus gelungene, klassische Sitcom erleben. Und in späteren Folgen gibt es dann auch einige tolle Momente.
Fazit: Mir gefällt’s.

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Film: Deadpool (2016)

Einmal so etwas zu sehen ist ganz nett, aber mehr von der Sorte brauche ich nicht.
Sci-Fi-Superheldenfilm mit Ryan Reynolds von Tim Miller. 108 Min.
Inhalt: Ein künstlich erschaffener Mutant versucht seine Peiniger zu finden und alles rückgängig zu machen.
Der Film lebt von seinem sehr speziellen Humor und seinen brutalen Szenen. Das muss man mögen, sonst wird man den Film kaum genießen können. Ich persönlich habe Deadpools Sprüche nicht witzig und die brutalen Szenen unnötig gefunden. Dennoch habe ich den Film genießen können, weil die Story interessant und die Action toll ist. Außerdem haben die beiden X-Men den Film für mich gerettet, denn deren Interaktion mit Deadpool war das einzig Witzige im Film.
Wie bereits einleitend gesagt, war es nett, so etwas einmal gesehen zu haben, eine interessante Erfahrung, die ich aber nicht wiederholen möchte.
Fazit: Wird sicher Leute geben, die den Film super finden.

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Buch: Xenophon – Anabasis

Klassiker der Weltliteratur sind immer toll.
Inhalt: Dieses Buch ist ein Augenzeugenbericht einer wahren Begebenheit um 400 v. Chr. Xenophon tritt mit einem Söldnerheer in den Dienst des Bruders des persischen Großkönigs, um diesen zum Großkönig zu machen. Sie marschieren also von der Ägäis durch Anatolien bis nach Mesopotamien und bleiben dort kurz vor Babylon stehen. Es kommt zum Kampf, in welchem die Griechen zwar siegen, ihr Auftraggeber aber stirbt. So sind sie nun auf sich allein gestellt und müssen sich nach Griechenland zurück durchschlagen.
Das Buch ist nicht nur spannend, weil man nie weiß, was dem Heer als nächstes begegnen wird, sondern auch absolut faszinierend, weil man den Alltag, die Gedankenwelt, Rituale und Gewohnheiten der antiken Griechen sehr gut kennenlernt. Dank der Übersetzung von Helmuth Vretska wirkt der Text auch nicht zu altertümlich oder steif, sondern liest sich wie ein spannendes Abenteuerbuch.
Fazit: Absolut empfehlenswert.

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