Serie: The Great Indoors – Staffel 1 (abgeschlossen)

Eine qualitative Achterbahnfahrt, aber meistens sehr witzig, doch leider schon wieder abgesetzt.
Erzählt wird die Geschichte von Jack Gordon (Joel McHale), ein Abenteurer, Journalist, Naturfotograph, der nach vielen Jahren des Reisens ins Büro seines Magazins zurückbeordert wird und dort ab jetzt hinterm Schreibtisch sitzen muss. Seine Mitarbeiter sind viel jünger, stammen aus einer anderen Generation und haben sehr unterschiedliche Weltsichten.
Was an sich wie eine tolle Prämisse klingt, würde wohl auch bei den richtigen Drehbauchautoren funktionieren. Hier nun aber begann die Serie schlecht, wurde dann konstant besser, stürzte in der Mitte brutal ab – wodurch sie dann die Zuschauer verlor – und wurde am Ende wieder besser, konnte die Quoten jedoch nicht wieder aufholen. Als Ganzes betrachtet, hat mir die Serie eigentlich gut gefallen und ich habe auch viel gelacht.
Was aber sind nun die Probleme, also die größte Kritik? Die Überspitzung des Generationenkonflikts. Man hat zu Beginn der Serie das Gefühl, als wären die Drehbuchautoren allesamt ältere Leute, die hier die Gelegenheit nutzen, Millennials durch den Dreck zu ziehen und ihre eigene Generation als super großartig darzustellen. Das nimmt jedoch sehr bald ab und dann überwiegt das Thema, dass die Generationen voneinander lernen, gemeinsam mehr erreichen können. Persönlich hätte ich gehofft, dass auf die Themen Abenteuer und Natur mehr eingegangen wird, doch die werden nur am Rande behandelt, der Fokus liegt auf der Interaktion im Büro und den zwischenmenschlichen Beziehungen.
Ich finde den Humor meistens sehr gelungen und die Schauspieler sind für eine Sitcom auch sehr gut. Eine zweite Staffel hätte ich durchaus geschaut, aber ich finde es nicht weiter schlimm, dass dem nicht so ist. Diese einzelne Staffel ohne offenem Ende hat man bald angeschaut.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: Barry Seal (2017)

Cooler Film, der auf wahren Begebenheiten beruht. Denn nur das Leben schreibt die besten Geschichten.
Krimi / Drama mit Tom Cruise von Doug Liman. 115 Min.
Inhalt: Anfang der 80er Jahre hält sich Barry (Tom Cruise) durch raffinierte Schmuggeleien neben seinem Job als Pilot gut über Wasser. Kompliziert wird es, als er zu seiner eigenen Überraschung von der CIA rekrutiert wird, um an verdeckten Operationen in Südamerika mitzuarbeiten. Schnell stellt Barry fest, dass sich auch mit der Gegenseite durchaus lukrative Geschäfte machen lassen. Schon bald verstrickt er sich immer tiefer in dubiose Machenschaften zwischen CIA, Guerrilla-Kämpfern in Nicaragua und dem kolumbianische Kartell um Pablo Escobar.
Der Film präsentiert ein wunderbares Panorama der 80er, also ein Leckerbissen für Zeitgeschichte-Interessierte und ist durch die typische Vintage-Tönung ein wahrer Hingucker. Dazu kommt noch eine wahnwitzige Geschichte, die sehr gute Unterhaltung bietet und bis zum Ende spannend bleibt. Der Humor entsteht aus den verrückten Situationen, bei denen man sich ständig fragt: „Echt jetzt? Ist das wirklich passiert?“ Außerdem spielt Tom Cruise hier sehr gut und trägt den Film.
Obwohl der Film die Absurdität der amerikanischen Politik darstellt, im Grunde ein sehr heftiges Thema, bleibt der Film leichtfüßig und locker. Die Geschichte Seals wird nachvollziehbar erzählt und auch seine Rolle als Familienvater kommt nicht zu kurz.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Interview mit Frank Rehfeld (Fantasy Schriftsteller)

Frank Rehfeld, geboren 1962, ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Fantasy-Schriftsteller unserer Zeit. Bereits 1987 veröffentlichte er gemeinsam mit Wolfgang Hohlbein Die Saga von Garth & Torian. Von da an war er häufig als Autor von Kurzromanen für Fernsehserien wie Knight Rider, Hercules, Star Gate SG1 und Andromeda tätig. Unter den Pseudonymen Frank Thys, Frank Garrett und Jessica Atkins hat er für unterschiedliche Grusel- und Krimi-Romanheftserien geschrieben.
Der große Durchbruch gelang ihm 2009 mit der Zwergensaga.
Sein letzter Roman war Der Weg des Inquisitors, dessen Fortsetzung im Herbst erscheinen wird und im Rahmen dessen hatte ich die wunderbare Gelegenheit, dieses Interview zu führen. Ich wünsche euch viel Spaß damit!

Meine Kritiken: Guten Tag Herr Rehfeld! Sie zählen zu den bekanntesten deutschsprachigen Fantasy-Autoren. Woher kommt das Interesse für Fantasy? Worin liegt die Faszination für Sie? Was hat Sie bewogen, in diesem Genre aktiv zu werden?

Frank Rehfeld: Ebenfalls hallo. Meine erste Begegnung mit diesem mir damals noch völlig unbekannten Genre fand statt, als ich etwa 12-13 Jahre alt war. Damals hatten wir in der Schule eine Vertretungsstunde bei einem Lehrer, der normalerweise nicht bei uns unterrichtete, und es galt vor allem, die Zeit totzuschlagen. Er erwischte mich dabei, wie ich unter dem Pult heimlich einen Perry-Rhodan-Roman las, doch statt mir das Heft wegzunehmen, holte er mit dem Kommentar, wenn ich schon so was lesen wolle, dann wenigstens etwas Gutes, den ersten Band vom Herrn der Ringe aus seiner Aktentasche und drückte ihn mir in die Hand.. Nun besteht der Anfang des Buches vor allem aus nicht sonderlich spannenden Erklärungen, trotzdem faszinierte mich diese fiktive, von Magie durchdrungene Welt, und zum nächsten Geburtstag habe ich mir das Buch dann schenken lassen.
Ich hatte schon immer ein Faible für phantastische Geschichten und alles, was abseits unserer Rationalität liegt. Auch interessiert mich Historie mehr als Physik und andere Naturwissenschaften, deshalb begeistert mich die Fantasy mehr als beispielsweise die Science fiction. Hier kann man seiner Phantasie innerhalb selbst geschaffener Regeln und Gesetzmäßigkeiten freien Lauf lassen, es ist Abenteuer pur. In unserer rationalen Welt mangelt es meiner Meinung nach an Phantasie, und die Fantasy kann helfen, diesen speziellen Bereich unseres Geistes zu fördern.

MK: Ihr aktueller Roman heißt Der Weg des Inquisitors, dessen Fortsetzung Der Verrat des Inquisitors im Herbst erscheinen wird. Können Sie uns kurz verraten, was uns im zweiten Band erwarten wird?

FR: Der erste Band handelt davon, wie der Waisenjunge Torin als Kind zum Schwarzen Orden kommt und über Jahre hinweg zum Inquisitor ausgebildet wird. Im zweiten Band nun ist seine Ausbildung abgeschlossen, und er wird von der Inquisition ausgeschickt, um mutmaßliche Fälle von Ketzerei und Hexerei zu untersuchen. Schon bald findet er heraus, dass es der Kirche jedoch keineswegs um Wahrheit und Gerechtigkeit geht, sondern nur darum, Exempel zu statuieren, um ihre eigene Position zu festigen. Immer stärker gerät Torin dadurch in Gewissenskonflikte. Es kommt zu Unruhen innerhalb der Kirche, während das Böse in der Endlosen Wüste, mit dessen Handeln er schon im ersten Band mehrfach konfrontiert wurde, immer mächtiger wird und ganz Antasia bedroht. Insgesamt ist der zweite Band durch mehrere Handlungsebenen und zahlreiche verschiedene Schauplätze abwechslungsreicher und actionbetonter, bietet aber auch Stoff zum Nachdenken. Religiöser Fanatismus ist schließlich ein brandaktuelles Thema und findet sich in allen Religionen.

MK: Wie viele Inquisitor-Bände haben Sie denn geplant? Arbeiten Sie bereits am dritten?

FR: Nein, der Zyklus ist mit dem zweiten Band abgeschlossen, was auch damit zu tun hat, dass ich mittlerweile den Verlag gewechselt habe und künftig für Piper schreiben werde. Allerdings möchte ich nicht ausschließen, dass ich noch einmal in diese Welt zurückkehre, denn die Inquisition ist ja nur ein kleiner Teil davon. Der Background mit seinen Spannungen zwischen Kirche und Königshaus sowie die Kämpfe zwischen den Fürstenhäusern und der nur ein paarmal erwähnte Südkontinent spielen in den jetzt vorliegenden Romanen ja kaum eine Rolle. Ursprünglich trug das Projekt mal den Arbeitstitel „Die Falkenstein-Chroniken“, und die Ereignisse um Torin und Shirina sollten nur einen von mehreren Handlungsfäden bilden, aber auf Wunsch des Verlages sollte es stattdessen eine reine Inquisitoren-Geschichte werden.
Schon seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken, mal probehalber ein Fortsetzungsprojekt im Eigenverlag als Ebook bei Amazon zu starten, bei dem ich dann die völlige Kontrolle hätte und keinerlei Kompromisse mit Verlagen, deren Vertretern oder Buchhändlern eingehen müsste, die alle inzwischen mitbestimmen, wie ein Buch ihrer Meinung nach zu sein hätte. Wenn es wirklich einmal dazu kommt, werde ich dafür vielleicht auf meine ursprüngliche Planung bei den Falkenstein-Chroniken zurückgreifen, und dann wird wohl auch Torin darin wieder eine Rolle spielen.

MK: Als ich den ersten Band in die Hand genommen habe, war ich mir zunächst nicht sicher, ob es sich hier um einen Historischen Roman oder um Fantasy handelt. Dieselbe Kritik habe ich von mehreren Personen vernommen. War diese Ambivalenz bewusst gewählt oder war es einfach ein Fehler? Ich kann mir nämlich vorstellen, dass Personen, die Fantasy nicht mögen, etwas verärgert waren, während Fantasy-Fans vielleicht erst gar nicht zugegriffen haben. Wie sehen Sie das?

FR: Um es vorsichtig auszudrücken – mit der gesamten Vermarktung des Buches war ich nicht gerade glücklich, was einer der Gründe für den Verlagswechsel war. Ich bin nicht unbedingt ein Freund davon, Bücher in Genre-Schubladen zu packen, aber in diesem Fall wäre es sinnvoller gewesen. Es ist nicht klar, in welchem Genre das Buch angesiedelt ist, es findet sich kein Hinweis darauf, dass es es sich um den ersten Band eines Mehrteilers handelt, und das Titelbild hat mit dem Inhalt schlichtweg gar nichts zu tun. Selbst die Verlagsvertreter haben mit dem Buch offenbar wenig anfangen können und haben es deshalb nicht vermocht, es den Buchhändlern schmackhaft zu machen.

MK: Der Roman spielt zwar in einer Fantasy-Welt, wirkt aber Großteils wie ein historischer Mittelalterroman. Haben Sie viel Zeit in die Recherche investiert, um etwa die Kirche und die Inquisition so getreu wie möglich zu imitieren oder haben Sie eher Ihrer Phantasie freien Lauf gelassen?

FR: Eine Mischung aus beidem. Vieles erinnert an die katholische Kirche, anderes habe ich frei erfunden. Aus dem etwas nebulösen Konzept der Dreifaltigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist habe ich eine Göttliche Familie aus Vater, Mutter und Sohn gemacht, dazu (als Äquivalent zu Luzifer) eine Tochter, die verstoßen wurde, weil sie sich dem Vater nicht unterwerfen wollte. Auch ein Ausbildungszentrum, wo angehende Inquisitoren nicht nur in Allgemeinwissen und Theologie, sondern auch in der Kampfkunst geschult werden, hat es in dieser Form nie gegeben. Ähnliche Beispiele lassen sich noch viele finden, doch die Engstirnigkeit, der Absolutheitsanspruch und die brutale Unterdrückung aller abweichenden Meinungen lassen sich nicht nur in der katholischen Kirche und nicht nur in der Vergangenheit finden.

MK: Im Buch öffnet die Inquisition ihre Pforten und erlaubt Frauen in ihren Reihen. Kann man da ein bisschen Kirchenkritik hineininterpretieren?

FR: Oh, ich glaube, Kirchenkritik (auch hier wieder: nicht nur auf die katholische Kirche bezogen, sondern ganz allgemein auf religiösen Totalitarismus) findet sich in den Büchern naturgemäß zuhauf, zumal ich mich selbst als Atheisten betrachte. Wie im früheren Europa ist die Gesellschaft in Antasia streng patriarchalisch. Frauen besitzen kaum Rechte. Diesen Männlichkeitswahn führe ich an zahlreichen Stellen ad absurdum, aber die Entscheidung, die Inquisition (aus einem ja durchaus logisch-berechnenden Grund) für Frauen zu öffnen, war in erster Linie dem Sachzwang geschuldet, dass ich auch eine Liebesgeschichte in die Romane einbauen und nicht nur über eine rein männliche Macho-Clique schreiben wollte. Ich denke, mit Shirina Falkenstein ist mir eine selbstbewusste, interessante Frauenfigur gelungen, die vor allem gegen Ende des zweiten Bandes noch eine überaus wichtige Rolle spielt, wodurch dann auch einige Handlungsebenen im ersten Buch, die von einigen Lesern als störend oder zumindest unwichtig betrachtet wurden, eine völlig andere Bedeutung bekommen.

MK: Sprechen wir kurz über ein anderes Buch. Ihr Roman Blue Moon ist zwar schon etwas älter, steht aber immer noch an prominenter Stelle bei mir im Regal. Können Sie uns ein bisschen erzählen, wie es dazu kam, dass Sie diesen Roman schreiben durften? Wie intensiv haben Sie sich dabei mit dem Kartenspiel auseinandergesetzt?

FR: Bei Blue Moon ist der Verlag an mich herangetreten und hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, zu dem Spiel einen Roman zu schreiben. Ich habe mich dann intensiv mit dem Spiel beschäftigt und hatte auch engen Kontakt zu Reiner Knizia, ohne dessen Hilfe ich mich niemals so mit der Materie hätte vertraut machen können. Das betrifft vor allem Völker wie die Buka, über die zu diesem Zeitpunkt noch kaum etwas bekannt war. Besonders gefreut hat es mich, dass er zahlreiche von mir ersonnene Buka-Charaktere dann in das nächste Erweiterungsset übernommen hat. Trotzdem war es ein extrem schwieriges Projekt. Was als groben Hintergrund-Rahmen für ein Spiel durchaus faszinierend wirkt, offenbart plötzlich zahlreiche kleine Widersprüche und Ungereimtheiten, wenn es darum geht, für ein Buch eine homogene, in sich schlüssige Welt zu schildern. Ich hoffe, dass mir das für die Fans des Spiels einigermaßen gelungen ist, während viele mit dem Spiel nicht vertraute Leser mit dieser knallbunten, von völlig gegensätzlichen Völkern bewohnten Welt leider nicht so viel anfangen konnten.

MK: Den größten Erfolg erlebten Sie mit Ihrer Zwergensaga. Was fasziniert Sie an diesem Volk und werden wir weitere Bücher von dort erwarten dürfen?

FR: Nein, dieser Zyklus ist abgeschlossen. Die Geschichte, wie sie mir vorschwebte, habe ich in den beiden Trilogien komplett erzählt, und es bleiben auch keine losen Handlungsfäden mehr offen. Ich wüsste nicht mehr, was ich dazu noch schreiben sollte, eine Fortsetzung liefe nur auf einen lauwarmen Aufguss hinaus, den ich weder mir noch den mir ans Herz gewachsenen Zwergen antun möchte. Da reizt es mich viel mehr, mir ganz neue Geschichten in neuen Welten und mit neuen Charakteren auszudenken. Ich brauche Abwechslung, deshalb habe ich es auch genossen, nach dem bunten Völkergemisch aus Zwergen, Elben, Trollen und Co für den Inquisitor eine eher düstere, mittelalterliche Welt ganz ohne diese Fabelwesen zu entwerfen,

MK: Was ist Ihnen wichtig, dass die Leser bei Ihren Romanen mitnehmen? Auf was legen Sie beim Schreiben besonders viel wert?

FR: In erster Linie möchte ich die Leser gut unterhalten, indem ich Geschichten schreibe, wie ich sie auch selbst gerne lesen würde, und dabei bemühe ich mich, diese Geschichten auch so gut zu schreiben, wie es mir möglich ist. Man merkt es vielleicht nicht, und mein Stil wird manchmal als einfach oder gar anspruchslos bezeichnet, dabei steckt viel Arbeit darin, ihn so unaufdringlich daherkommen zu lassen, dass er sich nicht in den Vordergrund schiebt und die Geschichte überlagert. Das beginnt mit der Selbstdisziplin, Sätze nicht ausufern zu lassen, sondern bei der Überarbeitung viel häufiger mal Punkte statt Kommas zu setzen. Außerdem bemühe ich mich, Wortwiederholungen so gut es geht zu vermeiden und die Sätze möglichst abwechslungsreich zu konstruieren, damit ein guter Lesefluss entsteht und der Leser nicht ständig über merkwürdige Formulierungen stolpert. Es klingt paradox, aber es ist manchmal schwerer, einen einfachen, gut verständlichen Stil zu schreiben, statt seine Gedanken in lange Schachtelsätze zu packen. Von Arthur Schopenhauer stammt sinngemäß der Satz, man benutze gewöhnliche Worte, um Ungewöhnliches zu sagen. Daran versuche ich mich zu halten. Autoren, die der Meinung sind, ihre blöden Leser sollten sich gefälligst ein bisschen anstrengen, um zu verstehen, was sie meinen, finde ich hochgradig arrogant und undiszipliniert. Diese Art von „Literaten“ halten Unterhaltung auch für etwas Schlechtes und Erfolg für anrüchig.
Obwohl der Unterhaltungsaspekt bei mir stets im Vordergrund steht, bemühe ich mich dennoch, aktuelle Themen in meine Bücher einfließen zu lassen und dem Leser Stoff zum Nachdenken zu bieten. Wie schon angesprochen, geht es beim Inquisitor sehr stark um religiöse Intoleranz. Meine Zwerge mussten vor den Dunkelelben aus ihrer unterirdischen Stadt fliehen und kamen als Flüchtlinge an die Oberfläche, wo sie von den Menschen keineswegs freundlich empfangen wurden. Einige Fanatiker versuchten sogar, ihre neu angelegten Felder und Häuser in Brand zu stecken. Und das Volk der Elben steuerte in der Vergangenheitshandlung in eine Katastrophe, weil immer mehr sich einer populistischen Bewegung anschließen, die Donald Trump heutzutage wohl mit den Worten „Elben first“ beschreiben würde. Das fand sich schon vor Jahren in meinen Zwergenbüchern, Wichtig ist mir aber, keine Botschaften mit dem Holzhammer zu verbreiten, sondern solche Themen nur unaufdringlich und in verfremdeter Form anklingen zu lassen, ohne den Lesespaß dadurch zu schmälern. Aus Gesprächen mit Lesern weiß ich, dass vielen diese Bezüge zur realen Gegenwart nicht einmal richtig bewusst geworden sind, und genau so war es auch von mir beabsichtigt. Man kann in seinen Werken Werte wie Toleranz, Mut, Tapferkeit, Freundschaft usw. vermitteln, aber man darf nie versuchen, dem Leser seine Weltsicht aufzuzwingen. Wer das will, soll politische Traktate statt Spannungsromane schreiben.

MK: Welche Tipps würden Sie jungen Autoren geben, die ebenfalls in diesem Genre aktiv werden wollen?

FR: Ich würde ihnen raten, sich ein anderes Genre zu suchen, lach. Aber im Ernst, nach einer Boomphase befindet sich die Fantasy zurzeit leider ziemlich im Keller, was die Verkaufszahlen betrifft. Das kann man von allen Autoren auf diesem Gebiet und auch von den Verlagen hören. Offenbar hat es eine massive Übersättigung des Marktes gegeben. Zudem wird ganz allgemein immer weniger gelesen. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren rapide verstärkt, und die Fantasy hat dies offenbar besonders hart getroffen. Wer trotzdem auf diesem Gebiet etwas schreiben möchte, dem kann ich nur empfehlen, die gleichen Regeln zu befolgen, die allgemein für gute Bücher, egal in welchem Genre, gelten. Eine interessante, spannende und abwechslungsreiche Handlung, diese schreibmäßig gut präsentiert und gut ausgearbeitete Charaktere, mit denen sich die Leser identifizieren können oder die sie zumindest faszinierend finden. Das sind die Zutaten für jedes gute Buch. Bei der Fantasy kommt noch die Erschaffung einer Welt hinzu, die in sich stimmig sein muss, die nicht nur ein interessantes, sondern vor allem ein glaubwürdiges Öko-, Gesellschafts- und Politiksystem bietet.

MK: Die Werke von Autoren sind meistens von den eigenen Erfahrungen und Lebensumständen geprägt. Ihre ersten Veröffentlichungen waren in Zusammenarbeit mit Wolfgang Hohlbein. Wie sehr und inwiefern hat diese Kooperation Ihren Schreibstil und Ihre Weltsicht geprägt?

FR: Ich habe Wolfgang auf einem Horror-Con kennengelernt, als ich gerade meinen ersten Roman verkauft hatte. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, nicht zuletzt, weil wir beide über einen ausgeprägten Sinn für Sarkasmus und schwarzen Humor verfügen, und mittlerweile sind wir seit über dreißig Jahren befreundet. Da kommt natürlich zwangsläufig irgendwann die Idee auf, doch mal etwas gemeinsam zu schreiben. In unserem Fall kam hinzu, dass wir vergleichsweise ähnlich schrieben, ich brauchte mich also nicht übermäßig zu verbiegen, um mich Wolfgangs Stil anzupassen. So kam es zu einer Zusammenarbeit beim Hexer und bei Garth & Torian, später dann noch bei einigen weiteren Projekten. Allerdings sind das weitaus weniger, als die Leute manchmal vermuten, und ich habe während dieser Zeit stets auch eigene Projekte verfolgt, anfangs hauptsächlich Heftromane, später hauptsächlich Bücher. Da ich vor allem seit Beginn der Zwergenromane damit völlig ausgelastet war (ich schreibe leider sehr langsam), haben wir nun schon seit vielen Jahren nichts mehr zusammen gemacht, aber wenn sich wieder einmal Zeit und Gelegenheit ergeben, würden wir gerne mal wieder gemeinsam etwas verfassen. Es ist eine angenehme Abwechslung zu der sonst meist sehr einsamen Arbeit des Schreibens, gemeinsam mit einem anderen Autor an einem Text zu werkeln.

MK: Was lesen Sie denn eigentlich selbst gerne? Haben Sie ein Lieblingsbuch?

FR: Ein spezielles Lieblingsbuch habe ich nicht und auch keinen Liebslingsautor. Ich bemühe mich, ganz allgemein breit gefächert und auch genreübergreifend zu lesen, um meinen Horizont zu erweitern und der Gefahr entgegenzutreten, durch einen Autor oder eine bestimmte Art von Büchern zu stark beeinflusst zu werden. Das reicht von Astrid Lindgren und Enid Blyton (mit deren Büchern ich als Kind quasi aufgewachsen bin, und deren Werk ich mir vor kurzem möglichst komplett nochmal vorgenommen habe) über Tolkien, King, Barker und vielen anderen, hin zu Thrillern, allgemeiner Gegenwartsliteratur und den Klassikern, allerdings greife ich gerade zu den genannten Autoren häufiger als zu den meisten anderen. Alle diese Autoren haben ihre individuellen Stärken. Bei Blyton ist es hauptsächlich Nostalgie und ihre Fähigkeit, mit einfachsten Mitteln Spannung zu erzeugen, bei Lindgren beeindruckt mich ihr Humanismus und ich liebe es auch in meinem Alter noch, in die Welten einer längst entschwundenen Kindheit abzutauchen. An King bewundere ich seine Fähigkeit, Charaktere zum Leben zu erwecken, an Barker seinen Phantasiereichtum und seine unorthodoxen Ideen, sein Aufbegehren gegen gesellschaftliche Normen und Moral. Bei Tolkien schließlich schätze ich sein Erzähltalent und die ungeheure Detailfülle, mit der er seine Welt ausgestattet hat. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Autoren, von denen ich mir einzelne Titel oder auch ihr Gesamtwerk immer wieder vornehme, aber diese fünf nehmen schon eine gewisse Sonderstellung ein.

MK: Wie viel schreiben Sie pro Tag? Und passiert es Ihnen auch manchmal, dass sie hunderte von Seiten geschrieben haben und dann alles wieder verwerfen?

FR: Ich war nie ein Schnellschreiber, und mein Tempo hat sich gegenüber früher leider noch verlangsamt. Der Anfang und das Ende eines Romans gehen mir meistens recht flott von der Hand, aber dazwischen komme ich selten über 3-5 Seiten am Tag hinaus, wobei ich allerdings während des Schreibens die vorangegangenen Sätze ständig neu überarbeite und umändere, bis sie wirklich zu meiner Zufriedenheit sind. Der Vorteil dabei ist, dass ich beim Überarbeiten des fertigen Romans kaum noch etwas ändern muss.
Leider leide ich seit etwa zehn Jahren an einer ziemlich heftigen Angststörung, die in Panikattacken und Herzrhythmusstörungen gipfelt und bereits zu mehreren Klinikaufenthalten führte. Es ist ein Gefühl, als trüge man ständig einen engen Ring um die Brust, der einem die Luft abzuschnüren versucht. Eine Begleiterscheinung davon sind ständige Müdigkeit, rasche Erschöpfung und die Unfähigkeit, über einen längeren Zeitraum Konzentration aufrecht zu erhalten. Wie man sich denken kann, wird mein Schreibtempo auch dadurch stark gedrosselt.

MK: Was machen Sie als Ausgleich zum Schreiben? Wie aktivieren Sie Ihre kreative Ader?

FR: Ich bemühe mich, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und möglichst viele Eindrücke in mich aufzunehmen. Manchmal sind es ganz alltägliche Kleinigkeiten, die meine Phantasie anregen und zu Ideen für ein Buch oder einen Handlungsabschnitt führen. Auch gibt es kaum etwas besseres als einen Spaziergang, um die tief im Unterbewusstsein verankerte Ideenschmiede anzuregen. Wenn ich mal nicht weiß, wie ich meine Charaktere aus Schwierigkeiten befreien soll oder die Handlung glaubwürdig von Punkt A zu Punkt B vorantreiben kann, bringt es gar nichts, verbissen darüber zu grübeln. Viel besser ist es, sich abzulenken und mit Bewegung in frischer Luft die grauen Zellen auf Trab zu bringen, dann macht es nach einiger Zeit meistens Klick im Kopf, und plötzlich sprudelt zumindest die Rohfassung einer brauchbaren Idee hervor.

MK: Ich danke Ihnen für das Interview und das Schlusswort gehört Ihnen.

FR: Ich hoffe, dass es mir in einem immer schwieriger werdenden Umfeld auch weiterhin gelingen wird, Leser mit spannenden Geschichten zu begeistern, sie für eine Weile von ihren Alltagssorgen abzulenken und ihnen vielleicht den einen oder anderen Gedankenanstoß zu vermitteln. Die Menschheit steht vor ungeheuren Herausforderungen, und um diese zu bewältigen, braucht es nicht nur Rationalität, sondern vor allem viel Phantasie. Ohne Phantasie gibt es auch keine Kreativität, und wenn ich nur ein winziges Bisschen dazu beitragen kann, die Phantasie und die Träume der Leser mit meinen Geschichten anzuregen, bin ich zufrieden.

Hier könnt ihr mehr über den Autor erfahren:
Web: http://www.frankrehfeld.de/

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Spiel: Die Akte Whitechapel (Nexus)

Eine aufgepäppelte Version von Scotland Yard ohne wesentliche Verbesserung.
Von Gabriele Mari und Gianluca Santopietro (ca. 60-90 Min.; 2-6 Spieler)
Dieses Spiel ist eigentlich Scotland Yard, nur mit einem konkreten Thema und toller Atmosphäre. Mister X wird zu Jack the Ripper und wir befinden uns im Jahre 1888. Die Bewegungsregeln haben sich ebenso wie die Suche nach Hinweisen leicht verändert, doch das Prinzip, Mister X / Jack the Ripper langsam einzukreisen und schließlich gefangen zu nehmen, bleibt das gleiche. Der größte Unterschied ist, dass hier nun konkret 4 Runden / Nächte gespielt werden. Jede Runde beginnt mit einem Mord und Jack hat dann 15 Züge, um sein Versteck zu erreichen und die Nacht unbeschadet zu überstehen. Ziel der Polizisten ist es, im Laufe der ersten drei Nächte Hinweise zu sammeln, um dann in der vierten Nacht – oder eventuell schon viel früher – Jack abzufangen.
Bevor wir gespielt haben, haben wir sehr widersprüchliche Meinungen vernommen. Manche meinten, Jack hätte es zu einfach und könnte nie gefangen werden, andere sahen es hingegen ganz anders und erklärten, Jack würde immer verlieren. Wir ließen und also überraschen und jetzt muss ich sagen, Jack hat es meiner Meinung nach wirklich sehr schwer. Ja, es gibt Regelanpassungen, die die Sache für Jack erheblich erleichtern, da dreht sich das Kräfteverhältnis dann ordentlich. Jack muss nur einen kleinen Fehler machen, egal ob mit Bonusregel oder nicht, und schon hat er keine Chance mehr. Der Jack-Spieler sollte also bereits Erfahrung haben und fast 90 Minuten voll konzentriert sein, sonst wird das Ganze frustrierend. Bei unserer ersten Partie etwa wurde Jack aufgrund seiner Unerfahrenheit bereits in der ersten Nacht nach sieben Zügen gefangen, und das, obwohl die anderen Spieler genauso keine Erfahrung mit diesem Spiel hatten. Das ist einfach ein unschöner Moment und hinterlässt einen fahlen Beigeschmack.
Das Spiel ist wirklich sehr atmosphärisch, bringt für mich persönlich aber von der Mechanik her zu wenig Neues. Wer Scotland Yard mag, es aber gerne thematischer hätte, der ist hier sehr gut aufgehoben. Wer aber bereits mit Scotland Yard nichts anfangen konnte, wird auch hier keinen Spaß haben.
Fazit: Probierenswert.

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Buch: Larson, B.V. – Swarm (Star Force 1)

Männerträume zum Hirn ausschalten. Pulp-Military-Sci-Fi vom Schreibtisch eines Mittelschulkindes.
Inhalt: Die Erde wird angegriffen und Menschen werden mit Fangarmen in Raumschiffe gezogen, wo sie Tests unterzogen werden [erinnert an den Film Cube]. Der Sieger wird neuer Captain des Schiffes und muss dann die Erde gegen eine zweite Alien-Invasion verteidigen [erinnert an den Film Independence Day]. Kyle Riggs ist ein College Professor und Farmer, der so ein Captain wird.
Ich bin grundsätzlich kein Freund der Ich-Perspektive. Da muss der Stil schon sehr gut sein, damit ich hängen bleibe. Das ist hier definitiv nicht der Fall. Dazu kommen noch sehr viele Logikfehler, die mich einfach nur wahnsinnig gemacht haben. Der klischeehafte, lineare Plot bietet für mich nicht genug Spannung, bis zum Ende lesen zu wollen, weil man sich hier eben keine Überraschung erwartet, sondern nur altbekanntes. Dazu kommen noch die Charaktere, eigentlich sollte man Statisten sagen, denn außer Riggs hat niemand auch nur irgendeinen Charakter, sind alle platt und langweilig. Speziell die Latina, die ins Raumschiff gekettet ist. Deren einziges Charakteristikum ist ihre Nacktheit und die Bereitschaft mit Riggs Sex zu haben. Und dann gibt es noch so viele andere Raumschiffe mit einem Captain, doch scheinen die alle Volltrottel zu sein, denn Riggs ist der einzige, der irgendetwas schafft und alles macht. Es ist einfach alles so banal und billig.
Natürlich, man kann argumentieren, dass man bei so einem Titel nichts anderes erwarten darf als kurzweilige Unterhaltung und man bei eventueller Enttäuschung selbst schuld ist. Das mag sein und vermutlich rühren daher auch die guten Bewertungen. Ich selbst habe mir auch nichts Hochphilosophisches erwartet, aber zumindest mehr als diesen Schrott.
Fazit: Finger weg!

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Show: Real Time with Bill Maher

Ich habe lange gebraucht, bis ich Bill Maher als Fixpunkt in meiner Woche verankert habe, aber er ist es auf jeden Fall wert, gesehen zu werden. Jedoch nur für politisch interessierte Leute. Wer sich hier irgendwelche Stargäste oder Witze über Alltagsthemen erwartet, ist fehl am Platz, der sollte zu Colbert wechseln. Nein, hier geht es nur um Politik, teilweise auch Wissenschaft und die Gäste sind immer Experten, Journalisten und Politiker.
Maher ist schon sehr direkt und schlägt durchaus manchmal über die Stränge, aber in dieser Schärfe liegt seine Qualität. Was mir halt besonders gefällt, ist, dass er wirklich alles und jeden kritisiert. Bei vielen anderen Moderatoren hat man schon das Gefühl, dass sie sich zu bestimmten Themen und Personen mehrere Blätter vor den Mund nehmen, Maher hingegen ist zügellos, HBO sei Dank.

Update 04.08.2025: Ich mag Bill Maher im Prinzip und schaue ihn auch weiterhin auf Youtube. Natürlich geht er manchmal für meinen Geschmack zu weit und sein konstantes Rumgehacke auf der „faulen Jugend“ ist mit der Zeit nervig. Aber er bringt halt doch manchmal interessante Punkte, die anderswo untergehen. Auch wenn ich nicht immer derselben Meinung bin, finde ich es interessant, sie mitzubekommen.

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Film: The Anthem of the Heart (Anime 2015)

Wunderschöner Film über die Bedeutung von Wörtern für Kinder.
Anime / Drama von Tatsuyuki Nagai. 120 Min.
Inhalt: Ein kleines Mädchen berichtet von einer Entdeckung und das führt zur Scheidung ihrer Eltern. Sie erkennt, welchen Schaden Worte anrichten können und beschließt, nie mehr zu sprechen, bis sie eines Tages in einem Musical mitspielen soll.
Auch dieses Anime-Juwel aus Japan konnte in allen Belangen voll überzeugen. Zeichenstil, Charakterentwicklung, Musik passen einfach perfekt zu diesem melancholischen und hoffnungsvollen Film. Wir begleiten ein Mädchen, das seit einem traumatischen Erlebnis nicht mehr spricht und jetzt aufgrund verschiedener Freundschaften aus ihrem unsichtbaren Gefängnis ausbrechen möchte. Es wird aber auch thematisiert, wie jeder Mensch gewisse Dinge hat, die er sagen möchte, aber nicht kann, wie jeder mit einer Bürde herumläuft, die man nur selten alleine ablegen kann.
Das zentrale Element ist aber die Rolle der Erwachsenen. Ein unbedachtes Wort ihrerseits, ein falsches Wort in einem schlechten Gemütszustand, und schon kann für Kinder eine ganze Welt zusammenbrechen. Diese Sensibilität fehlt vielen Menschen, auch vielen Eltern.
Fazit: Absolut zu empfehlen.

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Film: Wonder Woman (2017)

Nicht schlecht, aber ich war doch etwas enttäuscht.
Superhelden / Fantasy mit Gal Gadot von Patty Jenkins. 141 Min.
Inhalt: Die Amazonenprinzessin Diana beschließt in den Zweiten Weltkrieg einzugreifen, weil sie überzeugt ist, dass ihr Erzfeind Ares dahinter steckt.
Der Film ist nicht schlecht per se, aber ich weiß auch nicht recht, was ich mir erwartet habe. Nach all den Stimmen, die meinten, dies sei bis dato der beste DC-Film, war meine Erwartungshaltung einfach etwas zu hochgeschraubt. Wir haben hier halt einen austauschbaren Superhelden, der ein paar Bösewichte vermöbelt und am Ende in einem Showdown gegen den Obergegner besteht. Der Plot ist zu keinem Zeitpunkt spannend, keine Szene ist übermäßig spektakulär. Ja, der Film ist wirklich gut gemacht und die Schauspieler sind nicht schlecht, die Actionsequenzen sehen toll aus und die Soundeffekte sind super, aber er konnte mich überhaupt nicht fesseln.
Ein großes Problem dabei ist der Charakter von Wonder Woman. Ich habe für mich kein Element an ihr entdeckt, das sie als Superheldin einzigartig macht, als Charakter sehenswert. Sie ist einfach eine Frau mit Superkräften. Sie hat in mir keinerlei Emotionen oder Interesse geweckt. Man schaut den Film halt zu Unterhaltungszwecken, das macht er hervorragend, aber dass ich am Ende da stehe und mich bereits auf das nächste Abenteuer mit ihr freue, ist leider nicht der Fall.
Fazit: Kann man anschauen.

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Spiel: Kingdom Builder – Erweiterung 3, Marshlands (Queen Games)

Nette Erweiterung für ein tolles Spiel, jedoch nicht zu 100% gelungen.
Von Donald X. Vaccarino.
Kingdom Builder ist ein typisches Spiel, das von seiner Varianz lebt und das theoretisch unendlich viele Erweiterungen erhalten kann. Einfach ein paar neue Karten und noch ein paar Plättchen, dann hat man schon die nächste Erweiterung. So wie hier: Neue interessante Punktekarten und der Sumpf als neue Landschaftsform bringen Varianz und neue Spielerlebnisse. Einzig die Bonusplättchen sind missglückt. Ich kriege nämlich ein Extraplättchen, wenn ich zwei gleiche Plättchen habe. Das ist sehr schwierig und auch nur bei 2 Spielern möglich. Bei mehr Spielern geht das nur mit viel Glück, wenn ich das sofort bei Spielbeginn anstrebe und die anderen schlafen. Die Idee ist zwar nett, funktioniert aber nicht wirklich. Trotz dieses Mankos kann Marshlands auf jeden Fall empfohlen werden. Ich kann nicht sagen, ob ich es der zweiten Erweiterung Crossroads vorziehe oder nicht.
Fazit: Ein Muss für Fans des Spiels.

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Buch: Kappeler, Andreas – Russische Geschichte

Für alle, die das „richtige“ Russland kennenlernen möchten. Die Beck-Wissen-Bücher sind einfach die besten.
Unser heutiges Bild Russlands ist entweder eines von verklärter romantischer Wildheit oder von medial geschürter Angst. Dass es da dazwischen auch irgendwo ein normales Russland geben könnte, vergisst man gerne.
Hier geht es natürlich, wie der Titel schon sagt, hauptsächlich um die Geschichte dieses Landes. Diese wird einfach und prägnant nachgezeichnet, wobei die wichtigsten Etappen gut hervorgehoben werden, damit wir die heutige Situation verstehen. Russland mit seinen offenen Grenzen war von Anfang an, über 1.000 Jahre hinweg, immer wieder Eroberungszügen von allen möglichen Seiten ausgeliefert, geriet sogar für mehrere Jahrhunderte unters mongolische Joch. Bis man irgendwann den Spieß umdrehte, ganz nach der Devise „Angriff ist die beste Verteidigung“. Die Russen sahen sich schon immer als Opfer und tun dies auch heute noch.
Mir gefällt das Buch deshalb so gut, weil man instinktiv ständig die Parallelen zur heutigen Putin-Regierung zieht und merkt, dass der gar nicht neu und untypisch ist, nein, er ist eigentlich ein traditioneller Zar und was er heute in Russland macht, ist schon immer so gemacht worden. Ist es deshalb gut oder gerechtfertigt, was er macht? Sicher nicht. Aber man versteht einfach viel besser, warum er das macht und warum so viele Russen es gutheißen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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