Spiel: Emoji Twist! (Ravensburger)

Geschwindigkeitsspiel für Kids 2.0
Von Arno Steinwender (ca. 15 Min.; 2-6 Spieler)
Emoji Twist! ist eigentlich ein recht banales Spiel. Wer als erstes gezählt / geraten / erkannt hat, wie viele Emojis eines speziellen Typs auf dem aktuellen Emoji-Wimmelbild sind, der greift nach der entsprechenden Zahlenkarte. Sobald jeder eine Zahlenkarte genommen hat, wird kontrolliert, wer recht hat und der erhält die Emoji-Karte. Sobald alle Karten verteilt sind, hat der mit den meisten gewonnen.
Die WhatsApp- / Twitter- / Emoji-Generation wird sicher Spaß an der Optik haben und aufgrund dieser ungewohnten Optik wird das Zählen auch noch zusätzlich erschwert, was dann Überraschungsmomente in sich birgt und den Spaßfaktor mit sich bringt. Im Grunde hätte das hier natürlich auch Obst und Gemüse oder Pokemon sein können, ist es jedoch nicht, denn die Zielgruppe ist klar definiert.
Fazit: Die Eile bringt den Spaß. Nur für Geschwindigkeitsfans.

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Emoji Twist!
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Buch: Pohl, Frederik – The World at the End of Time

Was für ein toller, ungewöhnlicher Sci-Fi-Roman.
Inhalt: Erzählt wird parallel die Geschichte von Wan-To, das älteste und mächtigste Intelligenzwesen des Universums, und Viktor Sorricaine, Sohn von Kolonisten auf einem fernen Planeten. In der einen Geschichte spielt Wan-To mit dem Universum, führt Krieg mit seinen Brüdern und vernichtet einfach irgendwelche Sonnen. Auf der anderen Seiten sind dann die Menschen, die das alles mitbekommen, es jedoch nicht verstehen, aber mit den Auswirkungen zurechtkommen müssen.
Der Autor hat hier ein sehr faszinierendes Zukunftsszenario entworfen, das bis in die Ferne Zeit des Protonenzerfalls reicht, dem Ende des Universums. Einerseits Wan-To, der die Entwicklung des Universums hautnah miterlebt und mit ihm lernt auch der Leser astrophysikalische Theorien kennen, spannend und witzig noch dazu. Andererseits Viktor, der immer wieder aus verschiedenen Gründen eingefroren wird und so verschiedene Zeitalter der menschlichen Entwicklung kennenlernt. Ob das Ende dann ein Happy End ist oder nicht, bleibt dem Leser überlassen.
Als ich das Buch zur Hand genommen habe, habe ich nicht gewusst, dass hier solch gigantische Zeiträume behandelt würden. Ich hatte mir eher erwartet, dass dieses intergalaktische Wesen einfach mit den Kolonisten interagiert. So aber ist das viel spannender. Es wird wunderbar beschrieben, warum es was macht, und wie die Menschen dann einfach mit den Resultaten konfrontiert werden, ohne zu wissen, warum. Und das ist die entscheidende Leitfrage durch das gesamte Buch hindurch: Warum? Damit einher gehen auch religiöse Fragestellungen und die Evolution der verschiedenen Religionen ist auch sehr interessant beschrieben. Dazu kommen dann noch die sehr gut beschriebenen Charaktere, deren Gedanken und Abenteuer man gerne verfolgt. Auch ist das Buch vom Stil her sehr angenehm gehalten, mit genügen humoristischen Momenten.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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The World at the End of Time
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Serie: Brooklyn Nine-Nine – Staffel 4

Immer noch sehr lustig, außer der Anfang und das Ende.
Die aktuelle Staffel ist weder eine Verschlechterung noch eine Verbesserung zur dritten Staffel, die Qualität bleibt konstant dieselbe. Wer also bis jetzt ein Fan der Serie war, wird auch weiterhin voll auf seine Kosten kommen. Aber auch Neueinsteiger werden keine Probleme haben, gibt es doch nicht wirklich eine Entwicklung und jede Episode steht für sich selbst.
Außer der Anfang und der Schluss. Puh, diese Episoden sind eine echte Qual. Zu Beginn wird der Cliffhanger von Staffel drei abgeschlossen, sehr abstrus und eher witzlos. Am Ende wird ein neuer Cliffhanger eingebaut, einfach nur dämlich. Man könnte sich also eine große Tortur ersparen, wenn man nur die Folgen 4-19 schaut, also die ersten und die letzten drei auslässt.
Fazit: Nach den Staffel 1, 2 & 3 ein Muss.

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Brooklyn Nine-Nine – Season 3
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Film: Table 19 (2017)

Eigentlich interessant, aber dann doch zu kitschig.
Drama / Komödie mit Anna Kendrick von Jeffrey Blitz. 87 Min.
Inhalt: Tisch 19 ist jener Tisch bei einer Hochzeit, direkt neben der Toilette, an welchen alle Gäste hingesetzt werden, die eigentlich unerwünscht sind und nur aus irgendeinem Pflichtbewusstsein eingeladen worden sind. Es ist ein Tisch der Außenseiter, die sich dadurch dann kennenlernen und erkennen, dass Freundschaft und Liebe überall Platz hat.
Ich habe die Prämisse des Films sehr interessant gefunden, dass hier nämlich wildfremde Leute zusammengesetzt werden und sich irgendwie arrangieren müssen. Ich weiß auch nicht wirklich, was ich mir erwartet hatte, aber sicher nicht so etwas Langweiliges und Kitschiges. Wenn man die Hochzeit nämlich wirklich nur als Hintergrund behandelt hätte und die Geschichten der Gäste auf Tisch 19 interessanter, dann wäre da sicher etwas Großartiges entstanden. Aber so plätschert das Ganze recht gemächlich vor sich hin, ohne jegliche Spannung und mit Wendungen, die nicht wirklich überraschen.
Man hätte es entweder zu einer richtigen Komödie ausbauen können, in welcher die Gäste an Tisch 19 einfach viele witzige Sachen machen, oder zu einem ordentlichen Drama, mit tiefen Geheimnissen und verborgenen Gefühlen, aber so ist das weder Fisch noch Fleisch.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Table 19 – Liebe ist fehl am Platz
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Gedankensprung: Das „richtige“ Hobby

Ich bin, was meine Hobbys betrifft, ein Nischen-Mensch. Ich lese viele Bücher, spiele Brettspiele, schaue Serien und Animes. Ich habe mir meine Freunde derart ausgesucht, dass sie meine Interessen teilen und daher fällt es mir nicht mehr so auf, dass ich in einer Nische lebe. In einer Blase, wie man heute zu sagen pflegt. Das ändert aber nichts daran, dass die meisten Menschen bei meiner Arbeit, beim Sport oder im größeren Familienkreis diese Interessen nicht teilen. Ist das weiter schlimm? Nicht wirklich. Es ist nur nervig, wenn die Personen in deiner Umgebung regelmäßig die Augen verdrehen oder einen herabwürdigenden Blick aufsetzen.
Zum Glück bin ich bereits alt genug, dass mein Umfeld nicht mehr aktiv schlecht über solche Dinge spricht und mich persönlich beleidigt, außerdem haben Serien wie The Big Bang Theory und Game of Thrones, sowie die ganzen Marvel-Filme dazu beigetragen, unsere Gesellschaft dafür zu sensibilisieren. Also geht es mir nicht wirklich schlecht und ich habe nichts, über das ich mich jetzt beschweren müsste. Aber dennoch fällt mir auf, dass gewisse Hobbys als Gesprächsthemen voll akzeptiert werden, während andere bereits im Keim erstickt werden. Das ist schon irgendwie ärgerlich. Über Fußball darf jeder reden, übers Tanzen und Germanys Next Topmodel. Aber wenn ich mit einem Kollegen bei der Arbeit über Mangas spreche, schüttelt nur jeder den Kopf und dreht sich weg.
Doch nicht nur bei der Arbeit. Ich habe bereits von mehreren meiner Freunde dieselbe Erfahrung vernommen: wenn sie zuhause sitzen und eine Serie schauen, oder gar Animes, werden sie nicht in Ruhe gelassen, aber sobald irgendein Sport läuft werden sie nicht mehr gestört. Ein Freund ist sogar so weit gegangen, dass er jetzt regelmäßig im Fernsehen ein Fußballspiel laufen lässt, nur damit ihn niemand stört, während er aber am Handy Mangas liest oder Animes schaut. Ich habe als Kind die gleiche Erfahrung gemacht. Die einzige Zeit, wenn meine Mutter mir den Fernseher nicht abgedreht hat, oder mich für irgendetwas vom Sofa weggezerrt hat, war, als ich irgendeine Sportsendung geschaut habe.
Warum hat Sport diesen heiligen Stellenwert? Naja, verwunderlich ist es nicht, gibt es diese Wettkampfkultur ja schon seit über dreitausend Jahren. Selbst treibe ich auch gerne Sport. Treiben! Aber so etwas im Fernsehen zu schauen ist doch total langweilig. Und dennoch machen es alle und sprechen am nächsten Tag darüber.
Sport ist jedoch nicht das einzige „richtige“ Hobby, es gibt da auch noch Shopping, Ausgehen, Reality TV, Youtube etc. Sogar wenn ich sage, dass ich gerne lese, bekomme ich manchmal einen entgeisterten Gesichtsausdruck entgegengeworfen. Über die Reaktionen, wenn ich über Brettspiele spreche, möchte ich erst gar nicht anfangen. Und warum? Ganz plakativ könnte man sagen, dass unsere Gesellschaft einfach noch nicht reif genug ist.
Ja, boh, ich weiß jetzt gar nicht, warum ich das geschrieben habe. Denn eigentlich geht es mir gut und in meiner Freizeit ziehe mich einfach in meine Blase zurück und genieße mein Leben. Ich habe mich nur letztens wieder darüber geärgert, als jemand die Augen verdrehte, als ich meinte, ich würde mich am Abend mit Freunden für Brettspiele treffen. Hätte ich „Poker“ gesagt, wäre diese Reaktion vielleicht sogar ausgeblieben.
Mein Kollege bei der Arbeit ist da hingegen schon viel robuster. Er spricht über Mangas und schert sich keinen Deut darum, was die anderen denken. Wenn dann mal eine abteilungsferne Person kommt und diesbezüglich einen abfälligen Kommentar von sich gibt, wird der gleich in eine Diskussion gezerrt, dass jeder Mensch machen kann, was er möchte. Ob dies zur Sensibilisierung beiträgt, weiß ich nicht, aber wir werden mit unseren Mangas von allen in Ruhe gelassen. Außerdem leisten wir auch eine sehr gute Arbeit und fachlich oder sonst wann wird uns unser Hobby nie vorgeworfen, ich kann mich da nicht beschweren.
Also rede ich halt in der Mittagspause über Sonntagsspaziergänge, Urlaub, die Kinder und Fußball.

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Film: A Silent Voice – Koe no Katachi (Anime 2016)

Ein wunderbarer Film über Mobbing und Gehörlosigkeit.
Anime / Drama / Liebesfilm von Naoko Yamada. 130 Min.
Inhalt: Ein Schüler mobbt gemeinsam mit anderen ein schwerhöriges Mädchen, das dann irgendwann die Schule wechselt. Als ein Lehrer ihm die Schuld gibt, wenden sich seine Freunde schnell von ihm ab und er wird das neue Mobbing-Opfer. In der Oberschule ist er dann ein deprimierter Einzelgänger ohne Freunde. Eines Tages beginnt er jenes schwerhörige Mädchen zu suchen, um sich bei ihr zu entschuldigen und lernt dabei eine ganz neue Welt kennen.
Der Film ist deshalb so gut, weil er sehr feinfühlig mit den Themen Mobbing und Gehörlosigkeit umgeht. Der wunderbare Zeichenstil passt perfekt dazu und untermalt die Emotionen. In A Silent Voice werden sämtliche Aspekte beleuchtet, die mit diesen Problemen mit sich kommen. Einmal ist da der Junge, der das Mobbing-Opfer ist, mitsamt seinen Gedanken und Gefühlen. Auf der anderen Seite das schwerhörige Mädchen, ihre Schwierigkeiten in der Familie und im Alltag, Suizid-Gedanken inklusive. Aber auch all die anderen Charaktere sind gut ausgearbeitet und zeigen, wie unterschiedlich Menschen auf Gehörlosigkeit reagieren. Andererseits wird dem schwerhörigen Mädchen auch kein Heiligenschein aufgesetzt.
Der Film ist sehr emotional, eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Es ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich von einem Film so gefangen war, dass ich mitten drin den Bildschirm anbrülle, weil der Charakter zu langsam reagiert. Dieser Gefühlsausbruch hat mich selbst überrascht, weshalb ich gleich ein Glas Wasser benötigte. Aber das in Zeichen dafür, wie gut dieser Film ist.
Fazit: Ich wage zu behaupten, dass dieser Film ein Muss ist.

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Spiel: Kemet (Asmodee)

Die Ameritrash-Variante von Kyklades.
Von Jacques Bariot und Guillaume Montiage (ca. 90-120 Min.; 2-5 Spieler)
Ich bin ein sehr großer Kyklades-Fan und als dieser „Bruder“ erschien, wollte ich ihn sofort ausprobieren. Lange hat es gedauert, doch nun war es endlich soweit. Die Enttäuschung liegt wohl in der zu großen Vorfreude, der zu großen Erwartungshaltung. Wie ich letztens in einem Gedankensprung ausgeführt habe, liebe ich Eurogames mit toller Atmosphäre und einem spannenden Hintergrund. Das wäre Kyklades. Kemet hingegen hat all das über Bord geworfen, was seinen Vorgänger so toll gemacht hat – Bieten um die Gunst der Götter, Städtebau, Schiffsrouten – und ist zu einem reinen Kriegsspiel geworden.
Versteht mich bitte nicht falsch, Kemet ist ein sehr gutes Spiel, das perfekt funktioniert und optimal balanciert ist. Man muss sich halt bewusst darauf einlassen, ein Blutbad, ein regelrechtes Gemetzel zu erleben, was aber leider nicht wirklich meinen Geschmack trifft.
Hier im Spiel also hat jeder Spieler seine kleine Armee, die er optimiert, besser macht und mit Kreaturen verstärkt. Dann wird gekämpft, wobei einfach die Werte miteinander verglichen werden. In guter Ameritrash-Tradition stehen da jedem Spieler noch geheime Verstärkungskarten zur Verfügung, die er spielen kann, um das Ganze spannend zu halten. Aber das ist es auch schon. Pro gewonnenen Kampf als Angreifer (!) erhält man einen Siegpunkt und die Armeen dürfen jeweils nicht mehr als fünf Truppen enthalten. Diese beiden Elemente führen dazu, dass man immer zwei Armeen hat und viel kämpft, weil man sonst ja nicht gewinnen kann. Das ist grundsätzlich sehr positiv, denn es gibt nichts Schlimmeres als Spiele, in denen sich alle irgendwie verschanzen um dann am Ende, nach einer gefühlten Ewigkeit, einen Großangriff starten.
Ich finde auch den Mechanismus, mit welchem ich meine fünf Aktionen ausführen kann und das Bezahlen von Gebetspunkten sehr interessant. Dadurch kommen Planbarkeit und strategisches Denken ins Spiel. In welcher Reihenfolge will ich was machen? Es ist aber nur eine scheinbare, vorgetäuschte Planbarkeit. Wenn ich nicht genug Gebetspunkte habe, muss ich beten; wenn ich nicht jede Runde ein Machtplättchen erwerbe, falle ich zu weit zurück; wenn ich nicht jede Runde kämpfe, komme ich nicht auf die Siegpunkte.
Das beste und schlimmste Element im Spiel sind die drei Pyramiden. Das beste, weil man sich dadurch spezialisieren kann, was dazu führt, dass jeder Spieler andere Armeen kontrolliert, es zu einer spannenden Asymmetrie kommt. Aber auf der anderen Seite sind die Machtplättchen, die ich durch die Pyramiden erhalte, mit so viel Regellesen verbunden, dass es teilweise einfach zu mühsam wird. Natürlich, wenn man das Spiel öfters spielt, wird man das alles schon kennen, wodurch sich die Gesamtspielzeit wohl enorm reduziert. Man sollte beim ersten Mal schon mit über drei Stunden rechnen, da es einfach zu viel Text gibt.
Ich denke nicht, dass das Spiel schlecht ist, absolut nicht. Es sagt ganz klar, was es will und das macht es hervorragend. Das Zielpublikum kann damit voll zufrieden sein. Wenn ich doch nur dazu gehören würde! Nein, für mich kann Kemet seinem großen Bruder Kyklades bei Weitem nicht das Wasser reichen. Würde ich Kemet noch einmal spielen? Sicher, es ist ja ein gutes Spiel und jetzt weiß ich auch, worauf ich mich einlasse: kämpfen, kämpfen, kämpfen.
Wir haben aber auch gleich die Erweiterung Ta-Seti gespielt, die in meinen Augen schlecht und uninteressant ist. Warum ist das so? Erstens bringt sie ein neues kleines Spielfeld dazu, das man immer automatisch zusätzlich benutzt, wenn man die Aktion „Bewegung“ ausführt. Es bringt dem Spieler aber nicht mehr als ein paar Werte, die man im Kampf dazu addieren kann. Ja, es hilft die verschiedenen Armeen noch weiter zu differenzieren und bringt manchmal auch den entscheidenden Unterschied, aber ganz Allgemein empfinde ich es als unnötig platzraubend, da es das Spiel nicht wirklich bereichert. Sehr wohl bereichert hingegen die neue schwarze Pyramide das Spiel, mit neuen Machtplättchen und Kreaturen. Aber da wurde eines mitgeliefert, das in meinen Augen nur ein Fehler sein kann. Nämlich kann man da auf Ebene 1 ein Machtplättchen kaufen, das es dem Spieler ab jetzt erlaubt, jeder Runde eine Aktion mehr (!) als die anderen zu haben. Das ist absolut unverhältnismäßig mächtig und gehört korrigiert oder verbannt. Aus diesen Gründen finde ich, dass die Erweiterung nur dann sinnvoll ist, wenn man Kemet sehr gern hat und es auch wirklich oft spielt.
Am meisten aber hat mich geärgert, dass man pro Armee nur eine Kreatur haben darf. Ich hätte es so cool gefunden, wenn sich da im Wüstensand einige riesige Kreaturen-Heere treffen und sich ordentlich bekämpfen. Ich verstehe, dass das wegen dem Balancing und einiger Kreaturenfähigkeiten nicht möglich ist, aber schade finde ich es dennoch.
Fazit: Sehr empfehlenswert.

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Buch: Schami, Rafik – Die dunkle Seite der Liebe

Ein Mosaikbild Syriens, wobei jeder Mosaikstein eine kleine Anekdote ist.
Inhalt: Das Buch erzählt von der Blutfehde zwischen den Clans der Muschtaks und der Schahins, von verbotener Liebe und politischen Wirren.
Das Buch erzählt grundsätzlich die Geschichte der beiden Clans über mehrere Generationen hinweg, wobei dies jedoch Episodenhaft, Anekdotenhaft geschieht. Jedes Kapitel ist recht kurz, 2-6 Seiten lang, und erzählt eine kleine Episode. Man kann theoretisch das Buch in der Mitte aufschlagen und ein Kapitel lesen. Als Anekdote wird es einem sicher in Erinnerung bleiben, jedoch ohne Kontext werden einem die Namen nichts sagen.
Ich bin nicht ganz sicher, was ich von diesem Buch halten soll. Hätte ich es damals vor der Syrien-Krise gelesen, hätte ich es wohl mit anderen Augen betrachtet. Doch jetzt wirkt es so fehl am Platz, irgendwie propagandistisch. Aber das ist es keinesfalls. Ich tue mich sehr schwer hierüber irgendetwas zu schreiben.
Die dunkle Seite der Liebe ist eigentlich Romeo und Julia in Syrien, nur viel extremer. Wenn man das Buch liest, hat man das Gefühl, dass es keine einzige Frau in diesem Land gibt, die Glück in der Liebe hatte. Katholische Christen, Orthodoxe Christen, Muslime, Juden, allesamt hassen sich gegenseitig und wehe eine Tochter verfällt einem Jungen der falschen Religion. Die Anzahl der Ehrenmorde in diesem Buch macht schon Game of Thrones Konkurrenz. Und wenn eine Tochter in ihrer Religion bleibt, wird sie meistens zwangsverheiratet. Es gibt durchaus einige Mädchen, die sich in einen Jungen der eigenen Religion verlieben und es so schaffen der Zwangsheirat zu entgehen, doch da entpuppt sich der Mann anschließend immer als A***. Nur eine einzige Frau im gesamten Buch wird glücklich und der Autor schreibt sogar, dass dann das ganze Dorf verwundert war, wie das geschehen konnte. Und selbst wenn jeder weiß, dass Liebe Unglück bedeutet, versuchen es dennoch alle. – Naja, es gibt schon noch eine zweite erfolgreiche Liebesgeschichte.
Trotz dieses heftigen Themas streut der Autor sehr viel Humor ein, erzählt die Anekdoten witzig und locker. Natürlich, manchmal muss die Atmosphäre düster sein, der Tonfall seriös, aber das ist immer nur kurz und die nächste Episode folgt sogleich. Dazwischen kommen immer wieder historische Episoden, damit man weiß, was politisch gerade los war. Es ist also ein bisschen ein historisches Werk über das letzte Jahrhundert in Syrien, vor Allem aber eine Aufbereitung des religiösen und kulturellen Alltags.
Der Hauptfokus liegt auf den Christen, denn einer der Clans ist Katholisch, der andere Orthodox. Dazu muss man wissen, dass der Autor selbst Christ ist, ein Aramäer, der in Damaskus aufgewachsen ist und 1970 geflohen war. Wenn man den Beginn des Buches liest, hat man das Gefühl, dass nur die Christen brutal sind und Ehrenmorde begehen, aber die Muslime kommen später schon auch noch zum Zug.
Mein Problem mit dem Buch ist der Kriminalfall, der zu Beginn aufgebaut wird, denn es braucht ganze 400 Seiten bis darauf wieder Bezug genommen wird. Das finde ich schade, denn die dramatischen Liebesgeschichten und lustigen Anekdoten sind zwar interessant, aber Spannung gibt es nicht wirklich. Und ab da, also im zweiten Teil des Buches, werden die Anekdoten immer weniger und es ist eigentlich ein Historischer Roman, mit politischen Umwälzungen, Kommunisten, Militärputsch, Gefängnis und Psychiatrie.
Angelika Overath von der Neuen Zürcher Zeitung hat es eigentlich gut getroffen, als sie diesen Roman als „eine Kaskade von Geschichten, ein modernes arabisches Sittentableau“ bezeichnete. Mit jedem neuen Charakter kommt eine neue Geschichte, lernt man das arabische Syrien besser kennen. Obwohl der Autor viel seiner Heimat kritisiert, kommt man dennoch nicht umhin zu bemerken, wie sehr sein Herz noch an Damaskus hängt.
Fazit: Gleichzeitig ein heftiges und lockeres Buch über Syrien, das einerseits viele Vorurteile bestätigt (Ehre, Religiöser Hass), aber andererseits sehr viele Aspekte zeigt, die man sich so nie überlegt hat. Wird man nachher ein Fan von Syrien? Möchte man unbedingt Damaskus besuchen? Sicher nicht. Aber darum geht es nicht. Es geht um die Kraft der Liebe.

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Serie: MacGyver (2016) – Staffel 1, Teil 2

Die erste Staffel ist nach 9 Folgen wegen guter Einschaltquoten auf 22 Folgen verlängert worden. Mir kann es nur recht sein.
Doch leider ist die Serie nun in das gleiche Fettnäpfchen getreten wie so viele andere auch: ein staffelübergreifender Plot. Die Einzelfolgen, die für sich alleine stehen, sind wirklich spannend und interessant, es entsteht teilweise tatsächlich das alte MacGyver-Feeling. Aber dann kommt dieser „große“, „mächtige“ Gegner daher, mit dem sie sich mehrere Folgen beschäftigen und das ist einfach nur langweilig und abstrus. Ich verstehe durchaus, dass Serien einen roten Faden brauchen, aber wenn man schon keinen guten zustande bekommt, sollte man ihn auf wenige Episoden beschränken, wie bei Castle. Naja, vielleicht wird das in der nächsten Staffel besser. Die Einzelfolgen haben mir nämlich sehr gut gefallen und ich würde gerne mehr davon sehen.
Ich möchte auch löblich die Kasachstan-Folge hervorheben. Ich hatte schon Angst gehabt, als sie dort landeten, dass es zu einer falschen und stereotypen Darstellung kommt, aber zum Glück war es dann nur eine Survival-Folge in der Wildnis, wodurch alle möglichen Problemfelder umgangen wurden.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Der Dunkle Turm (2017)

Toller Film, auch wenn nicht so episch wie erwartet.
Fantasy / Sci-Fi / Abenteuer mit Idris Elba von Nikolaj Arcel. 95 Min.
Inhalt: Revolvermann Roland Deschain ist der letzte seiner Art und fest entschlossen den Mann in Schwarz daran zu hindern, den Dunklen Turm zu Fall zu bringen, der das ganze Universum zusammenhält.
Vor vielen Jahren, in meiner Stephen King – Phase, hatte ich mit dem Gedanken gespielt, diese achtbändige Saga zu lesen, es dann aber zugunsten einiger Star Trek – Romane aufgeschoben und später nicht mehr daran gedacht. Und jetzt kommt der Film, den ich daher total unvoreingenommen habe schauen können.
Der Plot ist spannend, der Hintergrund interessant, die Revolveraction schaut super aus, die restlichen Effekte ebenso. Auch die Schauspieler sind sehr gut und schaffen es untereinander eine tolle Dynamik entstehen zu lassen. Der Film bietet kurzweilige Unterhaltung, ist in sich geschlossen und es bedarf keines Vorwissens.
Was aber ist nun das Problem? Weshalb gab es so einen großen Aufschrei? Die Vermarktung und die Planung sind schuld. Ich selbst musste das auch erst durch eine ausführliche Internetrecherche zusammenbasteln, aber anscheinend ist der Film die Fortsetzung der Buchreihe, jedoch eine Zeitschleife, weshalb man Elemente aus allen acht Bänden genommen und hier zusammengeschweißt hat, hier also die gesamte Story der Saga in Kurzform präsentiert wurde. Bitte fragt mich nicht, wie das genau geht, nur sind die Fans der Buchreihe ziemlich unglücklich darüber, der Film wird als „nicht getreu und vereinfacht“ beschimpft.
Das aber interessiert mich alles nicht. Ich habe mich komplett ohne Hintergrundwissen ins Kino gesetzt und habe den Film toll gefunden. Vermutlich hat er mir gerade deshalb gut gefallen. Natürlich, es ist kein cineastisches Meisterwerk, aber schlecht ist er keinesfalls. Jedenfalls freue ich mich auf die geplante Serie und die Fortsetzung.
Manche kritisieren, dass man als Unwissender im Film verloren ist. Das finde ich nicht. Ich würde es eher so formulieren, dass man als Genre-Fremder hier seine Probleme haben wird, wer jedoch bereits Erfahrung mit Sci-Fi und Fantasy gesammelt hat, sollte da schon recht einfach zurechtkommen. Es ist ja nicht übermäßig komplexes dabei und der Plot ist auch ziemlich geradlinig.
Fazit: Empfehlenswert.

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