Spiel: Magic Maze (Pegasus)

Lautloser kooperativer Dungeon-Spaß.
Von Kasper Lapp (ca. 15 Min.; 1-8 Spieler)
Im Zentrum eines Shoppingcenters stehen vier Fantasy-Charaktere: Ein Zwerg, ein Elf, ein Krieger und ein Magier. Die Aufgabe der Spieler ist es, diese zu den Objekten zu bewegen, die sie benötigen und anschließend zum Ausgang. Dabei kann jeder Spieler jede Figur beliebig oft bewegen, außerdem agieren alle gleichzeitig. Der Clou ist aber folgender: Jeder Spieler darf die Figuren immer nur in eine bestimmte Richtung bewegen, bzw. einen Effekt ausführen. Man muss also ständig schauen, wann wieder eine Figur für einen bereitsteht. Denn jetzt kommt der zweite Clou: Die Spieler dürfen nicht miteinander sprechen. Jeder ist also auf sich allein gestellt und es ist extrem frustrierend, wenn man selbst auf eine Figur wartet, aber der Mitspieler nicht sieht, dass er die jetzt bewegen muss. Daneben steht dann noch die Sanduhr, die die Gruppe dazu bewegt, sehr schnell zu arbeiten. Die einzige Möglichkeit zu kommunizieren ist ein dicker roter Meeple, mit dem man vor einem Mitspieler auf den Tisch klopfen kann, in der Hoffnung, dass er dann realisiert, dass irgendwo eine Figur auf ihn wartet.
Das Spiel ist schnell, lustig und hat einen absoluten Wiederspielwert. Außerdem kann man immer mehr Plättchen ins Spiel integrieren und damit alles schwieriger machen.
Fazit: Fantastisch!

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Magic Maze
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Buch: Rehfeld, Frank – Der Weg des Inquisitors

Ein Buch der Überraschungen. Übrigens Fantasy, falls es nicht klar sein sollte.
Inhalt: Der Waisenjunge Torin wächst in einem Kloster auf und setzt alles daran, ein Inquisitor zu werden. Als es dann soweit ist, merkt er, dass Hexen das kleinste ihrer Probleme sind.
Bevor ich über dieses Buch schreibe, muss klar gemacht werden, dass hier streng zwischen Verlag und Autor unterschieden werden muss. Ersterer ist zu kritisieren, zweiter zu loben. Was also meine ich damit? Wenn man das Buch so in die Hand nimmt, weiß man nicht, ob es Fantasy oder Historisch ist. Ich habe an anderen Stellen gelesen, dass so mancher einen historischen Roman erwartet hatte und dann überrascht wurde, teilweise negativ. Außerdem ist der Roman nicht abgeschlossen und es gibt nirgends einen Hinweis darauf, dass wir hier eine Serie, eine Trilogie oder ein zweibändiges Werk vor uns haben. Das hasse ich immer so sehr. Denn grundsätzlich habe ich kein Problem eine mehrbändige Reihe zu lesen, ich möchte nur vorher wissen, dass dies der Fall ist, damit ich nicht am Ende enttäuscht zurück bleibe. Und schließlich hat der Klappentext in mir eine andere Erwartungshaltung geweckt. Ich dachte wirklich, dass hier die Abenteuer eines Inquisitors erzählt werden, stattdessen geht es im gesamten Buch nur um seine Ausbildung.
Wie gesagt kritisiere ich den Vertrag ob dieser Mängel, nicht den Autor. Denn das Buch selbst ist eigentlich recht spannend und ich freue mich schon auf den zweiten Band. Torin wächst einem schon ziemlich ans Herz und das Rätsel um die alte Rasse entwickelt sich sehr interessant. Natürlich, es ist kein Meistwerk, aber es bietet sehr gute Unterhaltung. Es gibt schon einige kleinere Mängel, die aber nicht weiter ins Gewicht fallen. Zum Beispiel werden Torins Alpträume sehr abrupt eingeführt, da hätte ich mir schon viel früher ein paar Atmosphärische Anspielungen gewünscht. Und auch Shirinas Entführung zu Beginn wirkte irgendwie unlogisch. Diese Kleinigkeiten mindern jedoch nicht die allgemeine Qualität des Buches.
Eine Warnung sei aber noch angebracht, denn die Folterszenen, also wenn die Hexen befragt werden, sind nichts für schwache Nerven. Sie zeigen aber sehr gut die Brutalität, die im wahren Mittelalter angewandt worden ist.
Fazit: Für Fantasy-Fans sehr zu empfehlen.

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Der Weg des Inquisitors: Roman (Der Inquisitor, Band 1)
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Serie: Man with a Plan – Staffel 1

Oh, Matt LeBlanc, warum machst du nur so etwas?
Die Grundprämisse der Serie ist eigentlich eh recht nett: Die Mutter von drei Kindern geht wieder arbeiten, weshalb der Vater nun zuhause mehr machen muss. Die Idee wäre also, dass ein Vater, der sich nie mit der Erziehung seiner Kinder auseinandergesetzt hat, plötzlich voll damit konfrontiert wird. Das bietet viel Platz für Humor und Moral, die klassischen Ingredienzien einer erfolgreichen US-Comedy-Serie. Doch dann kommt die erste Episode, die eigentlich jeder Mutter einen Schlag ins Gesicht versetzt. Da regt sich der Vater doch tatsächlich auf, dass die Mutter die Kinder total falsch erzogen hat und er kommt daher und plötzlich werden sie alle brav. Am Ende der ersten Folge putzen die Kinder und sind freundlich, nur wegen der „Methode“ des Vaters.
Aber auch sonst konnte mich der Humor hier nie überzeugen. LeBlanc versucht immer wieder Charakterzüge von seiner Paraderolle als Joey einzuarbeiten, aber es passt einfach nicht. Alles in Allem fällt die Serie flach und hat rein gar nichts, was mir auch nur irgendwie zusagt.
Fazit: Sollte man auslassen.

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Film: John Wick – Kapitel 2 (2017)

Coole Action-Orgie, die dem Fortsetzungsfluch erlegen ist.
Action / Thriller mit Keanu Reeves von Chad Stahelski. 140 Min.
Inhalt: John Wick wird gezwungen, einen letzten Auftragsmord zu begehen, gerät dabei jedoch in eine Falle und wird von der gesamten Unterwelt gejagt.
Das Problem bei diesem Film ist, dass man versucht hat, irgendeinen Plot einzubauen. Der Charme des ersten Teils war es ja, dass es keinen Plot gab: Die haben seinen Hund getötet, dann ging er auf Rachefeldzug. Der Fluch der Fortsetzung eben, denn man versucht größer, globaler zu werden, was noch nie funktioniert hat und dennoch probiert man es immer wieder. Der Film hätte mehr Sinn gemacht, wenn er den Auftrag am Anfang einfach abgelehnt hätte und sich dann den ganzen Film über nur verteidigen hätte müssen. So sind da einfach ein unausgereifter Hintergrund und eine etwas konfuse Story hin geklatscht worden, die es aber bei so einem Film gar nicht gebraucht hätte.
Die Action selbst, der trockene Humor und die brutale Optik haben hingegen immer noch die Qualität des Originals. Persönlich haben mir die Choreographien der Schießereien im ersten Teil besser gefallen.
Und dann kommt da dieses offene Ende. Ich bin anschließend mit einem seltsamen Gefühl dagesessen, denn die Prämisse für den dritten Teil klingt einfach viel interessanter als das, was ich gerade gesehen habe. Da fragt man sich halt, warum man das nicht gleich so gemacht hat.
Fazit: Immer noch eine tolle Action-Orgie, aber nicht so gut wie der Vorgänger, was wohl die wenigsten überrascht.

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Gedankensprung: Computerspiele II – Mass Effect 3 und Der Fluch des Unwissenden

So, ich mach’s nun offiziell: Die Mass Effect – Trilogie ist meine liebste Computerspiel-Serie, wobei dazu gesagt werden muss, dass ich eigentlich in den letzten 13 Jahren nur fünf oder sechs Spiele gespielt habe [siehe Gedankensprung: Computerspiele]. Aber das ist auch nicht weiter wichtig. Ich liebe diese Trilogie einfach! Der spannende Plot, die Charaktertiefe, die Entscheidungsfreiheiten, der Soundtrack, das Handling, das alles macht Mass Effect zu einem Meisterwerk. Sogar das Ende, das von Einigen heftig kritisiert worden war, hat mir eigentlich gut gefallen. Das Entscheidende sind nämlich die Emotionen. Viele Spiele bleiben leider auf der Ebene der Optik und Action hängen, bieten Story mäßig nichts. Hier jedoch ist das Universum so gut ausgearbeitet, sind die Charaktere so gut geschrieben, dass man sehr schnell versunken ist, mitfiebert und mitleidet.
Wie ich bereits öfters gesagt habe, liebe ich gute Geschichten, egal in welcher Form sie mir präsentiert werden (Film, Buch, Theater, Anime, Manga, Comic, Computerspiel, Brettspiel…), und Mass Effect ist etwas vom Spannendsten, was ich je erlebt habe. Ein Filmprojekt ist geplant, denn kaum ein anderes Spiel eignet sich besser dazu.
Es gibt jedoch auch einen Punkt, der mich hier ziemlich geärgert hat. Das ist jedoch nicht ein Problem von Mass Effect, sondern von Computerspielen allgemein, nämlich sog. Triggerpoints. Ich bin ein Spieler, der in eine Welt richtig eintaucht, jeden Raum untersucht, jeden Text liest, weshalb ich eigentlich auch immer alles finde, was irgendwo versteckt ist. Das Problem aber ist, dass man manche Dinge nur findet, wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort ist. Wenn man die diesbezügliche Information wenigstens hätte, würde ich mich auch nicht so ärgern.
Spoiler sind etwas Schlimmes, doch bei Computerspielen muss ich tatsächlich im Internet mitlesen, um diese Triggerpoints nicht zu verpassen, weil ich sonst tolle Elemente des Spiels nicht mitbekomme. Das finde ich einfach Schade.
Was genau ist mir passiert? Im zweiten Teil bin ich mit einem anderen Charakter eine Beziehung eingegangen und ich dachte, die würde ich im dritten Teil fortführen. Doch irgendwie war das nicht so und ich habe schon gedacht, das wäre ein Fehler des Spiels. Aber nein, ich hätte zu einem bestimmten Zeitpunkt den Charakter aufsuchen und mein Interesse bekunden müssen. Nicht früher und nicht später. Aber woher soll ich diesen Zeitpunkt kennen? Der war übrigens mitten in einer planetaren Invasion beim Kampf gegen den Feind. Ich habe dann das Spiel erfolgreich abgeschlossen und im Nachhinein meinen „Fehler“ entdeckt. Also bin ich beim entsprechenden Speicherpunkt wieder eingestiegen, habe meine Beziehung fortgeführt und das Spiel im Eiltempo ein zweites Mal beendet. Doch weil ich im Eiltempo nicht alle Quests gemacht habe, hatte ich dann zu wenig militärische Stärke und meine Geliebte ist in meinen Armen gestorben. Das war auch nicht viel besser.
Jedenfalls finde ich es toll, in einem Computerspiel Dinge selbst zu erforschen und zu entdecken, aber ich hasse es, Dinge zu verpassen, nur weil die entsprechenden Informationen nicht ideal vermittelt werden. Daher ist man fast gezwungen, irgendwo nachzulesen und sich Teile des Spiels spoilern zu lassen, oder man ärgert sich nach dem Spiel, dass man dies und jenes nicht erlebt hat. Außerdem hasse ich es immer gegen den Endgegner zu kämpfen. Ich liebe es eine spannende Story zu erleben, aber am Ende wird es immer so frustrierend, weil es da einfach unnötig schwer ist.
Auch wenn ich mich da jetzt ein bisschen geärgert habe, soll das bitte kein falsches Licht auf das Spiel werfen. Ich liebe es! Doch wie geht es nun weiter? Mass Effect 4 – Andromeda ist dieses Jahr erschienen, doch es spielt in einer anderen Galaxie 600 Jahre später, hat also nichts mehr mit dieser Trilogie zu tun. Daher ist der Reiz nicht wirklich groß, es zu spielen. Außerdem würde es auf meinem Computer auch gar nicht funktionieren. Im Gegenteil habe ich Lust die gesamte Trilogie noch einmal durchzuspielen, mit allen DLC-Packs. Ob ich das aber wirklich irgendwann machen werde, weiß ich noch nicht. Reizen würde es mich sehr, doch woher die Zeit dafür nehmen?

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Film: War Machine (2017)

Fantastischer Film zum Afghanistan-Krieg trotz Brad Pitt.
Satire / Polit-Drama / Kriegsfilm mit Brad Pitt von David Michôd. 120 Min.
Inhalt: Erzählt wird die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte von General Stanley McChrystal, der aufgrund eines berühmt gewordenen Interviews von Präsident Obama gefeuert wurde.
Es gibt viele Erfahrungen, die die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte gemacht hat, von denen man eigentlich hätte lernen können, wie etwa: „Russland greift man nicht im Winter an“ und „Afghanistan kann nicht erobert werden“. Aber wie die Menschen so sind, wiederholen sie die Fehler der Vergangenheit, weil sie glauben, dass sie besser sind und es anders machen. Das dachten die Amerikaner, als sie in Afghanistan einfielen und das dachte General Stanley McChrystal, als er Jahre später das Oberkommando übernahm. Aber natürlich wird es nicht anders und das ist die härteste Lektion von allen. Der Film porträtiert sehr gut, wie General Stanley McChrystal mit seinem Team hochmotiviert nach Afghanistan kam, Pläne schmiedete und konkrete Ziele verfolgte. Am Ende aber wird er aufgerieben in den Mühlen der Bürokratie, der politischen Ambitionen Anderer und der brutalen Realität vor Ort. Der Film zeigt wunderbar, wie sich in General Stanley McChrystal der Frust aufstaute, was schließlich zu jenem Interview führte.
Die Darstellung von Brad Pitt kann nur als „seltsam“ beschrieben werden. Aber zum Glück ist alles drum herum, inklusive der Nebendarsteller, so gut gemacht, dass er nicht weiter ins Gewicht fällt. Speziell die kritische Auseinandersetzung mit Obama sei besonders erwähnt.
Fazit: Sehenswert.

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Spiel: Räuber der Nordsee (Schwerkraft-Verlag)

Selbst plündernde Wikinger müssen gut planen.
Von Shem Phillips (ca. 60 Min.; 2-4 Spieler)
Dieses Spiel hat zwei Elemente, die mir sehr gefallen: Worker-Placement und klare Ziele. Ich bevorzuge Spiele, bei denen offensichtlich ist, woraufhin gespielt wird, anstatt einfach überall ein paar Punkte zu ergattern und am Ende hoffentlich die meisten zu haben. Bei Räuber der Nordsee haben wir vor jedem Spielzug die Option, ob wir ins Dorf gehen oder in See stechen um zu plündern. Wir wissen, was uns beim Plündern erwartet und versuchen uns im Dorf entsprechend darauf vorzubereiten. Es gibt also immer längere Planungsphasen im Dorf, die jeweils in einem Angriff kulminieren. Was an sich recht simpel und unspektakulär klingt, wird durch den tollen Worker-Placement-Mechanismus im Dorf spannend gehalten. Jeder Spieler hat einen Wikinger, den er auf ein Feld stellen darf. Doch Achtung, Wikinger haben verschiedene Farben und ich darf ihn nur wohin stellen, wo die entsprechende Farbe noch frei ist und dort die Aktion ausführen. Jetzt kommt das Tolle: Ich darf einen anderen Wikinger vom Feld auf die Hand nehmen und dessen Aktion ebenfalls ausführen. Jeder Spieler hat also immer nur einen Wikinger auf der Hand, darf aber im Dorf zwei Aktionen ausführen. Das ergibt einen sehr interessanten Spielfluss, da man ja sieht, welche Farben die anderen Spieler haben, was natürlich zum Taktieren einlädt.
Der Angriff selbst gestaltet sich auch recht spannend. Man würfelt, bekommt aber immer irgendetwas, die Frage ist nur, wie stark geschwächt man zurückkommt, was dann die nächste Vorbereitungsphase beeinflusst. Die Beute, die bei jedem Spiel anders verteilt ist – Wiederspielwert, da immer neue Strategie nötig – eröffnet einem dann neue Möglichkeiten, wodurch der anfängliche Plan dann doch wieder kurzfristig geändert wird.
Fazit: Vom Regelwerk und den Beschreibungen her fühlt sich das ganze Spiel recht simpel an, entpuppt sich aber als anspruchsvoll. Aber nicht so sehr, dass nur Vielspieler daran Gefallen finden werden. Vor allem aber macht es Spaß.

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Buch: Noah, Trevor – Farbenblind (Originaltitel: Born a Crime)

Sehr schönes Buch über die Apartheid und die nachfolgenden Probleme in Südafrika.
Trevor Noah, Moderator der Satire-Show The Daily Show, präsentiert in diesem Buch die Geschichte seines Lebens, eines tragischen Lebens, durch das man einen Aspekt Südafrikas kennenlernt, den man so eigentlich nie richtig verstanden hat. Was bedeutet es, unter dem Apartheidsregime Schwarz zu sein? Und noch schlimmer, wie im Fall Noahs, Farbig, also Halb-Schwarz und Halb-Weiß? Als die Apartheid dann endete, bedeutete dies nicht automatisch, dass es plötzlich allen Schwarzen gut ging. Die Armut blieb bestehen, die Ghettos, Stammeskonflikte, Ressentiments blieben bestehen. So erzählt uns Noah, wie er unter dem Apartheidsregime das Haus nicht verlassen durfte, um nicht von der Polizei aufgegriffen zu werden, wie er nachher dann seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von illegalen CDs bestritt, dann auch mit Diebesgut, wie Kriminalität der Alltag eines jeden im Ghetto war, wie er ins Gefängnis kam, wie sein Stiefvater ihn verprügelte und die gesamte Familie tyrannisierte. Am meisten aber liegt der Fokus auf dem Thema Identität: Er ist ein Farbiger, weder Schwarz noch Weiß und erst recht kein Inder. Was bedeutet das? Zu welcher Gruppe soll er sich im Kindergarten stellen, zu welcher in der Schule, zu welcher im Gefängnis? Das Buch ist jedoch nicht nur die Geschichte seines Lebens, sondern auch von seiner Mutter, einer starken Frau, die immer nach Unabhängigkeit strebte und Grenzen sprengen wollte, etwas Besseres wollte, aber regelmäßig wieder zurückgeworfen wurde.
Noah ist ein Comedian und so erzählt er all diese schrecklichen Dinge auf eine sehr witzige Art und Weise. Man hat nie das Gefühl, dass er vom Leser Mitleid fordert, sondern dass er ihn zum Lachen bringen möchte. Dadurch ist dieses sehr informative und lehrreiche Buch einfach und flüssig zu lesen.
Das einzige Manko ist, dass er nicht erzählt, wie er dieses Leben überwunden und hinter sich gelassen hat. Er schreibt zwar, dass er, als er volljährig wurde, von zu Hause auszog, aber dann endet es. Im Deckblatt steht zwar, dass es auf Netflix eine Dokumentation über seinen Werdegang zum Comedian gibt, aber dass man die quasi als Fortsetzung zum Buch schauen sollte, finde ich nicht gut. Auch eine schnelle Internetrecherche ergibt nur, dass er mit 18 Jahren der Star einer Südafrikanischen Seifenoper war, wie aber der Sprung dorthin gelang, wird nirgends thematisiert. Das finde ich schade.
Fazit: Sehr zu empfehlen. Vielleicht sogar als Schullektüre.

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Serie: Life in Pieces – Staffel 2

Immer noch sehr witzig.
Wie bereits in Staffel 1 muss auch hier teilweise die Realitätsferne bemängelt werden. Abgesehen von diesem kleinen Punkt kann die Serie eigentlich nur gelobt werden. Der Humor passt, die Schauspieler sind gut, mehr braucht es nicht. Zwanzig Minuten Lachmuskeltraining. Einzig die letzten Folgen, in denen es nur noch um die Hochzeit geht, haben mir nicht gefallen, aber bis dahin ist es eine solide Comedy-Serie.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: Fluch der Karibik 5 – Salazars Rache (2017)

Zu viel Blödheit auf einem Haufen. Aber zumindest bekommt Johnny Depp wieder etwas Geld.
Action/Fantasy mit Johnny Depp von Joachim Rønning und Espen Sandberg. 150 Min.
Inhalt: Der Geist von Captain Salazar entkommt aus seinem Gefängnis und macht die Weltmeere unsicher. Nun gilt es Poseidons Dreizack zu finden, um ihn aufzuhalten.
Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, diesen Film zu kritisieren. Die Story selbst ist voller Logiklücken und das Meiste wird gar nicht erklärt, man muss es einfach akzeptieren. Nun gut, also schaltet man das Hirn aus und genießt die gut gemachten Actionszenen. Aber nein, selbst die sind so blöd, dass ich nicht imstande bin, mein Hirn soweit zurückzufahren, um die auch nur irgendwie genießen zu können. Pferde ziehen ein Haus durch die Stadt? Eine sich drehende Guillotine? Ein Schiff, das am Rand fährt? Okay, wenn Plot und Action nicht passen, wie steht es dann mit dem Humor? Jack Sparrow geht mir nur noch auf die Nerven mit den immer gleichen Gesten und Kommentaren. Auch sonst besteht der Humor nur aus blöden Sprüchen, die lautstark vorgetragen werden, um ja klarzumachen, dass das gerade witzig war. Und die restlichen Schauspieler bieten auch keinen Lichtblick, selbst Javier Bardem als Salazar enttäuscht gewaltig.
Fazit: Finger weg!

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