Spiel: Village (Pegasus)

2012 Spiel des Jahres, Kennerspiel des Jahres.
2012 Deutscher Spiele Preis.
Von Inka Brand und Markus Brand (ca. 75 Min.; 2-4 Spieler).
Simulation eines mittelalterlichen Dorfes (in etwa).
Village ist ein solides Worker-Placement-Spiel, dessen Mechanik sehr gut funktioniert, dem aber das gewisse Etwas fehlt. Ich führe einfach eine Aktion nach der anderen aus, bis das Spiel zu Ende ist. Ein Punktesalat ohne Ziel. Hier ein Punkt, da ein Punkt und dort ein Punkt. Im Grunde genommen ist das Spiel zu einfach, denn es besteht nie ein Druck, intensiv eine rundenübergreifende Strategie zu erdenken. Es gibt immer etwas zu machen und alles ist positiv für dich.
Ein nettes Element ist die Geburt und der Tod von Familienmitgliedern. Da ist es halt wichtig, zu schauen, die Verstorbenen in möglichst lukrative Gräber zu bringen, wobei es bei den Gräbern eigentlich keinen Punkteunterschied gibt, denn am Ende zählt nur die Mehrheit.
Fazit: Sicher ein tolles Spiel für Neulinge im Hobby, aber für Vielspieler hat es keinen besonderen Reiz.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Spiel: Snow Tails (Asmodee)

Von Gordon Lamont und Fraser Lamont (ca. 45 Min.; 2-5 Spieler).
Spannendes Wettrennen mit Hundeschlitten.
Man fühlt sich bei dem Spiel zunächst an Formula Dé erinnert, nur eben mit Schnee. Und die Spiele sind auch gar nicht so unterschiedlich. Während man aber bei Formula Dé mit Würfeln auf gut Glück dahinrast, muss man bei Snow Tails mit Handkarten rechnen und taktieren.
Das Spiel ist lustig, spannend und flott. Freiwillige und unfreiwillige Spurwechsel gilt es zu beachten, genauso wie Hindernisse, Mitspieler und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Hier jedesmal mit seinen Handkarten die richtigen Kombination für linken Hund, rechten Hund und Bremse zu finden, ist nicht einfach.
Fazit: Ein geniales Spiel, das ich jedem empfehlen kann.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 1 Kommentar

Spiel: Die Sternenfahrer von Catan (Kosmos)

Von Klaus Teuber (ca. 120 Min.; 3-4 Spieler).
Siedeln im Weltall.
Dieses geniale Spiel ist leider nicht mehr erhältlich. Falls aber jemand irgendwann die Möglichkeit haben sollte, es irgendwie zu bekommen, MUSS er sofort zugreifen.
Wir fliegen also mit unserem Raumschiff durch das Weltall und versuchen Kolonien zu gründen, um Rohstoffe zu erhalten, die wir dann wieder ausgeben, um neue Dinge zu bauen. Siedler von Catan eben. Mit dem großen Unterschied, dass wir keine Straßen bauen, sondern ein Raumschiff haben, mit dem wir herumfliegen. Dieses Raumschiff nun können wir mit Antrieben ausstatten, um weiter zu kommen, oder mit Waffen, um Piraten zu besiegen. Es gibt aber noch viel mehr, was Die Sternenfahrer von Catan so genial macht: der spezielle Würfelmechanismus im Raumschiff, die Handelsstationen mit ihren tollen Fähigkeiten, Ereigniskarten mit heimtückischen Fragen.
Fazit: Ein super Spiel, das ich persönlich leider viel zu spät kennengelernt habe und jetzt nur jedem wärmstens empfehlen kann.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Spiel: Das Vermächtnis – Stammbaum der Macht (Pegasus)

Von Michiel Justin und Elliott Hendriks (ca. 60 Min.; 1-4 Spieler).
Wer schafft es, seine Kinder am besten zu verheiraten und diesen wiederum die meisten Kinder zu bescheren?
Das ist ein typisches Spiel, das man auf jeden Fall ein zweites Mal spielen muss. Es gibt einfach zu viele Sonderfunktionen und Aktionen, die man von Anfang an berücksichtigen muss, um erfolgreich zu sein. Beim ersten mal hat man das Spiel erst in der dritten Generation so richtig durchschaut, wenn es schon zu spät ist.
Das Spiel selbst ist eine Mischung aus Worker-Placement und Kartenspiel. Die Arbeiter brauche ich für die Aktionen, die Karten für den Stammbaum. Leider gibt es zu viele Aktionsmöglichkeiten und meistens läuft es darauf hinaus, dass man sich auf „Heiraten“ und „Vermehrung“ beschränkt, was effektiv das Wichtigste ist. Dazu kommt, dass man in der Regel eh nur zwei Aktionsmöglichkeiten hat und man dann nichts anderes mehr machen kann. Diese Tatsache erscheint beim ersten mal spielen als äußerst seltsam und man ist bald geneigt, das Spiel als langweilig abzustempeln. Das liegt aber daran, dass man beim ersten mal noch nicht in der Lage ist, sämtliche Sonderfunktionen seines individuellen Stammbaumes zu übschauen, geschweige denn zu nutzen. Dadurch wird das Spiel viel strategischer und spannender.
Fazit: Spielt das Spiel beim ersten mal auf jeden Fall zu Ende und gebt ihm dann eine zweite Chance.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

Film: Kill the messenger (2014)

Basierend (wichtig: nur basierend) auf einer wahren Begebenheit: CIA und Kokain.
Thriller mit Jeremy Renner von Michael Cuesta. 112 Min.
Inhalt: Ein Reporter entdeckt zufällig den Zusammenhang zwischen der Kokain-Flut in Amerika, dem CIA und dem Bürgerkrieg in Nicaragua. Als er dies veröffentlicht, macht ihm der CIA das Leben zur Hölle, bis das Thema aus den Medien verschwindet.
Der Plot hat zwar einige Ungenauigkeiten bezüglich der wahren Begebenheiten, präsentiert aber dennoch wunderbar, wie der Reporter die Story entdeckt, wie er ihr verbissen folgt und wie ihm der CIA anschließend einen Schlag nach dem anderen verpasst. Dazu kommt noch die großartige Performance von Jeremy Renner.
Fazit: Ein Muss für alle, die dem CIA nicht trauen.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: Laggies (2014)

Was für ein Schmarrn!!!
Komödie oder Drama, ich bin mir nicht sicher, mit Keira Knightley von Lynn Shelton. 100 Min.
Inhalt: Die 29(?)jährige Megan hat keine Ziele und keine Pläne, nur einen Freund, mit dem sie nicht glücklich ist. Zufällig trifft sie die 16jährige Annika und sie werden beste Freunde. Megan will von ihrem alten Leben verschwinden und bittet daher Annika (was?!), bei ihr eine Woche wohnen zu dürfen. Zunächst bleibt es geheim, doch dann wird sie vom alleinerziehenden Vater entdeckt. Der Rest ist offensichtlich.
Plot mies, Schauspieler mies, alles mies.
Fazit: Mies, schlecht, Katastrophe.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Film: The Good Lie (2014)

Das Schicksal von Flüchtlingen auf Pop-Corn-Niveau reduziert.
Drama mit Reese Witherspoon von Philippe Falardeau. 110 Min.
Inhalt: Bürgerkrieg im Sudan, Millionen von Flüchtlingen. Der Film präsentiert vier solcher Flüchtlinge, wie sie als Kinder geflohen sind, in einem Flüchtlingslager aufwachsen und dann nach Amerika kommen, wo sie sich intergrieren sollten.
Auf eine ausführliche Darstellung des politischen Hintergrunds im Sudan wird verzichtet, ebenso auf jene des Flüchtlingslagers, nur um mehr Zeit zu haben, auf pseudokomödiantische Weise zu zeigen, wie die Afrikaner in Amerika „Fortschritt“ kennenlernen.
Dann gibt es da noch Reese Witherspoon. Ich denke, sie hat nicht verstanden, dass es in dem Film nicht um sie geht, ansonsten kann ich mir nicht erklären, warum sie ständig versucht zu zeigen, was für eine tolle Schauspielerin ist. Das würde vermutlich gar nicht so auffallen, wenn ihr Charakter nicht so mies geschrieben wäre.
Der Film behandelt ein wichtiges Thema und allein deshalb würde ich ihn jeden empfehlen. Denn auch mit all seinen Schwächen, zeigt er dennoch sehr gut auf, wie schwer es für Flüchtlinge ist, sich in der westlichen Welt zu integrieren, auch wenn sie es noch so sehr wollen.
Fazit: Ich hätte mir eine bessere Qualität für einen Film zu diesem Thema gewünscht, kann aber mit dem Leben, was da gemacht wurde.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Film: The Equalizer (2014)

Und schon wieder hinterlässt ein einsamer Rächer eine Blutspur.
Action-Thriller mit Denzel Washington von Antoine Fuqua. 131 Min.
Inhalt: Ein mysteriöser Mann, der seine Vergangenheit hinter sich lassen möchte, beginnt einen Rachefeldzug, als ein Mädchen, das er gerade mal zwei Nächte kennt, krankenhausreif geprügelt wird.
Der Film ist leider nicht so gut, wie er sein könnte: Die Action 0-8-15, der Plot wohl an einem Abend auf eine Serviette gekritzelt, der große Gegner bietet keinerlei ultimativen Endkampf, obwohl er als eiskalte Kampfmaschine präsentiert wird.
Fazit: Wer auf viel Action steht, ist hier sehr gut bedient, denn die ist solide. Wer jedoch mehr erwartet, sollte einen Bogen um diesen Film machen.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

Film: This is where I leave you (2014)

Familientherapie nach Todesfall.
Drama-Komödie mit Tina Fey, Jason Bateman und Jane Fonda von Shawn Levy. 103 Min.
Inhalt: Nachdem der Familienvater stirbt, kommen die vier Kinder zurück in die Kleinstadt, um gemeinsam mit der Mutter 7 Tage lang, nach guter jüdischer Tradition, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nachzudenken.
Die lustigen Momente sind nicht wirklich lustig und die tiefsinnigen Momente sind nicht wirklich tiefsinnig. Trotzdem ist es ein netter Film, der zwar nicht unbedingt die Fragen aufwirft, die man sich von so einem Thema erwartet, sondern andere, nicht minder wichtige. Die schauspielerische Leistung ist okay, der Plot etwas weniger.
Fazit: Ein gemütlicher Fim für Zwischendurch, falls er mal im Fernsehen laufen sollte.

Veröffentlicht unter Filme | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Spiel: Raumstation Theseus (Pegasus)

Von Michał Oracz (ca. 45 Min.; 2-4 Spieler).
Der Kampf um die Raumstation wird erbittert geführt.
Selten habe ich ein Spiel gesehen, das von den Regeln her so kompliziert erscheint, aber dann so einfach ist. Und ebenso selten habe ich ein Spiel gesehen, das bei zwei, drei und vier Spielern jeweils so extrem unterschiedlich ist.
Hat man die ersten Züge einmal abgehandelt, stellt sich bald eine Routine ein und dann wirkt das Spiel plötzlich überhaupt nicht mehr kompliziert, sondern extrem einfach. Zu einfach sogar, beinahe langweilig. Aber das ändert sich, sobald mehr Karten in den verschiedenen Sektoren installiert wurden und jeder Zug wohl durchdacht sein sollte.
Ich finde das Spiel nicht schlecht, aber es gibt doch einige Punkte, die ich anders als besser empfunden hätte. Z.B.:
– Jeder Sektor einen anders aufgebauten Kampfbereich, nicht alle gleich.
– Drei Handkarten und der Spieler entscheidet selbst, welche er in den Bereich „drohende Karte“ legt, nicht einfach die oberste des Stapels.
Fazit: Es ist ein nettes Spiel, das man sich idealerweise von jemanden erklären lässt, der es schon kennt, damit man sich nicht durch dieses Regelheft kämpfen muss. Die ersten Züge sind wie die ersten 100 Seiten von Harry Potter: langweilig. Einfach Zähne zusammenbeißen und durch, dann wird es spannend und strategisch.

Veröffentlicht unter Gesellschaftsspiele | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar