Buch: Nippel, Wilfried – Karl Marx

Welch Enttäuschung! Nicht das Buch, das ist super, aber Karl Marx als Mensch.
In diesem tollen Büchlein – mit 127 Seiten übrigens das bisher dickste der Beck-Wissen-Reihe – wird auf ausführliche Weise gleichzeitig Leben und Lehre des Karl Marx vorgestellt. Es ist ein ideales Werk für all jene, die sich für Marx interessieren, aber außer seinen Werken Kapital und Kommunistisches Manifest nichts über ihn wissen. Was ich von diesem Buch mitnehme, ist, dass Marx ein arrogantes A*** war, durchaus ein brillanter Wissenschaftler, aber als Mensch für mich absolut untragbar.
Zusammen mit seinem Leben erfahren wir hier auch viel über die damaligen Arbeiterbewegungen, ideologische Auseinandersetzungen und Kämpfe um die „einzig wahre“ Theorie. Und so als Gesamtpaket habe ich das Buch sehr interessant gefunden. Es setzt eine der bekanntesten historischen Figuren in ein neues Licht, bietet für die verschiedensten berühmt gewordenen Aussagen einen konkreten Kontext, wodurch alles doch wieder ganz anders wirkt.
Nachdem ich das Buch gelesen hatte, stand ich vor einer Frage, die mich jetzt schon geraume Zeit beschäftigt: Soll man einen Menschen nach seinem Charakter oder seinem Wirken beurteilen? Das kann ich nicht beantworten und sollte wohl jeder nach der Lektüre für sich selbst entscheiden.
Schade habe ich gefunden, dass am Schluss die Nachwirkungen seiner Lehre ausgeklammert wurden, aber vielleicht kommt ja demnächst ein Büchlein zum Kommunismus allgemein aus dieser Reihe auf den Markt.
Fazit: Sehr empfehlenswert.

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Serie: The Librarians / The Quest – Staffel 4 (abgeschlossen)

Gut, aber gut, dass zu Ende.
Nachdem die dritte Staffel eigentlich abgeschlossen war, wäre rein plotmäßig keine Fortsetzung nötig gewesen. Dass sie dennoch gekommen ist, freut natürlich das Fanherz. Die Produktionsqualität ist gleich geblieben, aber die Storys waren hier schon schwächer als jene der vorhergehenden Staffeln. Dazu kommen noch Schauspieler, die einfach nicht mehr diese Frische und Freude versprühen. Die Staffel ist nicht schlecht und wer den Rest geschaut hat, kann getrost auch hier zugreifen. Zumal man mit einem schönen Serienfinale zufriedengestellt wird.
Fazit: Für Fans empfehlenswert.

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Film: Downsizing (2017)

Bei Kritikern Top, beim Publikum Flop.
Drama / Satire / Science-Fiction mit Matt Damon von Alexander Payne. 135 Min.
Inhalt: In naher Zukunft sind durch den exzessiven Ressourcenverbrauch der Menschheit die Reserven des Planeten beinahe erschöpft. Da finden norwegische Wissenschaftler einen Weg, Personen auf eine Körpergröße von zwölf Zentimetern schrumpfen zu lassen. Die Idee dahinter ist simpel: Ein Mensch, der nur noch ein Bruchteil seiner eigentlichen Maße groß ist, verbraucht auch deutlich weniger Wasser, Luft, Nahrung und Platz und produziert weniger Abfälle. Da es um ihr Leben nicht besonders gut bestellt ist und in der Miniaturwelt „Leisureland“ selbst Durchschnittsbürgern wie ihnen ein luxuriöses Leben winkt, beschließen auch Paul Safranek (Matt Damon) und seine Frau Audrey (Kristen Wiig) aus Omaha, sich verkleinern zu lassen. Doch als Paul nach der Prozedur aus der Narkose erwacht, muss er feststellen, dass Audrey kalte Füße bekommen hat. So muss er ganz alleine sein Leben in „Leisureland“ auf die Reihe bekommen, wo er schon bald neue Freunde wie seine Nachbarn Dusan (Christoph Waltz) und Konrad (Udo Kier) oder die aus Vietnam geflohene Ngoc Lan (Hong Chau) trifft.
Der Grund, weshalb die meisten Seher den Film eher negativ bewerten, ist der Bruch im Tonfall. Der Film beginnt wirklich nett und lustig. Die Prämisse ist nämlich durchaus interessant und erinnert in seinem Stil an andere großartige satirische Werke. Doch irgendwo in der Mitte geht der Humor verloren, der Film wird zu einer wenig gelungenen Romanze. Mich hat das aber nicht so gestört, ich fand die Romanze auch gar nicht so misslungen, sie war mal etwas erfrischend anderes. Das hier soll ja auch kein Unterhaltungsfilm sein, sondern zum Nachdenken anregen. Persönlich habe ich es schade gefunden, dass eine Szene aus dem Trailer dann doch nicht im endgültigen Film war. Ich denke, die hätte die Botschaft stärker unterstrichen. So aber fühlt sich das Ganze am Ende etwas wirr an.
Der Film ist bei Weitem kein Meisterwerk und hat viel Potenzial verschenkt, aber er ist durchaus sehenswert, jedoch nicht im Sinne eines Popcorn-Kinos nach einem anstrengenden Tag. Es ist ein sozialrealistisches Moralstück, ein Sci-Fi-Werk, das in der Zukunft spielt, aber die Gegenwart meint.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Spiele für einen Spieletreff

Spieletreffs sind immer etwas Tolles. Die eigene Wohnung ist zu klein oder keiner der Freunde hat grad Zeit, dann kann man zu einem Spieletreff gehen. Neue Leute kennenlernen, alte Bekannte wieder treffen, spielen und Spaß haben. Aber welche Spiele gibt es denn dort? Dazu müssen grundsätzlich die drei Arten von Spieletreffs unterschieden werden:
a) Ich besuche regelmäßig einen Spieletreff, der von Pegasus unterstützt wird. D.h., wir haben dort immer die neusten Spiele dieses Verlags. Außerdem nehmen noch Leute ihre eigenen Spiele mit, die sie gerne ausprobieren oder wieder einmal auspacken würden.
b) Es gibt hier noch einen Spieleverein, der von der öffentlichen Hand gut subventioniert wird und auch Mitgliedsbeiträge kassiert. Die haben genug Geld, um sich durch die Bank alles zu kaufen, solange zumindest ein Mitglied Interesse bekundet und das monatliche Budget nicht überstiegen wird.
c) Der Großteil sind aber kleine Spieletreffs, die nicht von der Unterstützung eines Verlags profitieren oder so einen Finanzpolster haben. Gerade da ist es wichtig, eine gute Spielesammlung zu haben, damit auch Leute kommen.
Ganz generell finde ich solche Spiele gut, die rasch aufgebaut und erklärt sind, nicht viel länger als eine Stunde dauern und strategisch sind. Denn Leute, die zu solchen Abenden kommen, haben meistens die Klassiker Siedler von Catan, Caracassonne oder Zug um Zug schon kennengelernt und würden gerne jetzt den nächsten Schritt wagen. Das Spiel sollte also eine größere Tiefe haben, als die drei da, aber nicht zu groß. Ein nettes Thema wäre auch wichtig, also eine schöne Optik. Sie sollten einen hohen Wiederspielwert haben, wir wollen ja, dass die Leute wiederkommen oder das Spiel sogar selbst für zuhause kaufen. Wenn mich heute jemand fragen würde, welche Spiele ich für einen Spieletreff empfehle, würde ich Azul, Kingdomino, Century und Wettlauf nach El Dorado auf jeden Fall empfehlen. Zusätzlich vielleicht noch Cacao und Isle of Skye für jene, die mit Carcassonne begonnen haben und etwas ähnliches spielen wollen. Photosynthese, Automania und Quadropolis für jene, die gerne etwas „mehr“ hätten, sowie Snow Tails für Rennspiel-Interessenten. Man sollte aber auch 2-Spieler-Spiele nicht vergessen und da wären momentan 7 Wonders Duel und Hanamikoji sicher die besten.
Reine Party-Spiele würde ich weglassen, da sehr oft Leute sich in einem solchen Rahmen nicht wohlfühlen. Außerdem ist es laut, wodurch andere gestört werden, die dann wegen dieser unangenehmen Atmosphäre nicht mehr kommen. Kreative Spiele, die nicht zu viel Action verlangen, sind immer gut für Gruppen, die sich nicht recht entscheiden können und auch eher wenig Spielerfahrung haben. Hier eigenen sich Dixit oder When I Dream.
Ed, The Cat und Love Letter sind auch gute Anschaffungen, um die Zeit zu überbrücken, wenn noch wenig Leute da sind oder am Ende als Ausklang.

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Spiel: Hot 6 – Die Heisse 6 (Joker Design)

Cooles Stichspiel – eigentlich ein heißes Stichspiel – mit tollem Twist.
Von Johannes Krenner (ca. 25-35 Min.; 3-6 Spieler)
Wir haben hier ein klassisches Stichspiel mit Ansage. Wir möchten also nicht nur viele Stiche machen, sondern so viele, wie wir angesagt haben. Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass die Kartenfarben unterschiedlich oft vorkommen, sowie die „heiße 6“ dir Minuspunkte bringt. Diese beiden Elemente machen das Spiel spannend und heben es von anderen Stichspielen hervor. Ein weiteres interessantes Detail ist, dass man jede Runde auch Karten an die Nachbarn weitergibt, was ein nettes taktisches Element in sich selbst ist. Das Spiel geht flüssig und ist spannend.
Da es sich hier um ein Kickstarter-Spiel handelt, sind auch die Kartenqualität und das Design entsprechend hoch.
Fazit: Empfehlenswert.

Wer sich für das Spiel interessiert und einen österreichischen Autor unterstützen möchte, kann ja mal hier klicken: https://www.kickstarter.com/projects/1145103021/heisse-6-ein-kniffliges-kartenspiel-hot-six oder https://boardgamegeek.com/boardgame/246154/die-heisse-6.
Die Kickstarter-Kampagne ist bereits zu Ende, aber man kann den Autor problemlos kontaktieren und ein Exemplar erwerben.

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Buch: Zöller, Günter – Philosophie des 19. Jahrhunderts. Von Kant bis Nietzsche

Gute Übersicht für Menschen mit Vorwissen.
In diesem Buch wird anhand von 13 Porträts die Entwicklung der Philosophie des 19. Jahrhunderts präsentiert. Dabei gibt es zu Beginn eines jeden Porträts einige biographische Informationen sowie eine ereignisgeschichtliche Einordnung, bevor näher auf die Lehre des jeweiligen Philosophen eingegangen wird. Dies zusammen mit den regelmäßigen Verweisen auf die anderen Philosophen hier im Buch, erlaubt es einen guten Überblick zu gewinnen. Besonders gefällt mir, dass hier auch einige – für mich zumindest – unbekannte Philosophen vorgestellt werden, wie etwa der sehr interessante Alexis de Tocqueville, sowie Henry David Thoreau oder Ludwig Feuerbach.
Bei den ersten Porträts tat ich mich noch schwer wegen des sehr intensiven philosophischen Wortschatzes, waren jene Philosophen ja auch Akademiker in ihren eigenen Sphären. Sobald wir dann aber zu den Philosophen kommen, die mit ihren Werken ein breiteres Publikum ansprechen wollten, ein interessiertes Bürgertum durch Artikel in Zeitschriften, ändert sich auch der Wortschatz hier in den Porträts und das Büchlein liest sich dann viel angenehmer. Dennoch ist das Buch ohne ein gewisses Vorwissen, ohne ein basales philosophisches Grundverständnis nur schwer verständlich.
Fazit: Empfehlenswert.

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Serie: The Simpsons – Staffel 29

Mir gefällt’s.
Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich langsam alleine da stehe mit meiner Liebe für die Simpsons. Ich finde sie jedoch immer noch aktuell und sehr witzig. Sie sind auf eine brave Art politisch inkorrekt, was oft angenehm erfrischend ist. Das Tolle an den Simpsons ist halt, dass jede Folge anders ist, mit einem anderen Thema und einem anderen Plot. Das führt natürlich zu großen Qualitätsschwankungen innerhalb einer Staffel, aber ich hatte diesmal kaum eine Folge, die mir nicht gefallen hätte.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: War for the Planet of the Apes (2017)

Affen kämpfen.
Science-Fiction / Action mit Andy Serkis von Matt Reeves. 140 Min.
Inhalt: Caesar und seine Affen werden in einen tödlichen Konflikt mit einer Armee von Menschen, unter der Leitung eines unbarmherzigen Colonels, getrieben. Nach schweren Verlusten auf Seiten der Affen kämpft Caesar mit seinen dunkleren Instinkten und beginnt seinen eigenen, mystischen Kampf um Rache für die Seinen. Als die beiden sich schließlich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, beginnt ein Kampf, der über das Schicksal beider Spezies und die Zukunft des Planeten entscheiden wird.
Ich habe für meine Verhältnisse überraschend lange gebraucht, diesen Film endlich anzuschauen, aber manchmal geht es halt nicht anders. Und jetzt, da ich ihn gesehen habe, bin ich froh, mich bisher nicht dazu gestresst zu haben, denn, naja, er hat mich nicht wirklich umgehauen. Er ist gut gemacht, ja, keine Frage, die visuellen Effekte sind unglaublich, die Action toll, die Musik großartig, und Andy Serkis grandios. Aber irgendwie konnte mich der Film nicht fesseln.
Der Film ist gut, sehr gut sogar, aber eben heftig, moralisch und philosophisch. Das ist dann manchmal aber auch ziemlich langatmig, was kein Problem wäre, wenn ich mit frischem Hirn konzentriert da sitzen würde. Anders formuliert: War for the Planet of the Apes ist kein Film, den man mal so schaut, weil man gerade drei Stunden Zeit hat. Daher will ich den Film auch nicht schlecht reden, nur weil ich ihn in der falschen Verfassung geschaut habe. Es soll vielmehr eine Warnung sein! Nichtsdestotrotz behaupte ich, dass man in der Mitte des Films ruhig einiges hätte kürzen können, denn der Film beginnt sehr stark, stimmungsvoll und endet ebenso, nur halt mit einem Durchhänger dazwischen.
Dieser Film ist ein guter Abschluss der Trilogie, der gleichzeitig auf gelungene Art und Weise Raum für weitere Filme offen lässt.
Fazit: Wer die ersten beiden Filme geschaut hat, sollte sich diesen hier auf jeden Fall auch gönnen.

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Gedankensprung: Weinen

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich es als Kind oder Jugendlicher immer peinlich gefunden habe, wenn jemand bei einem Film oder einem Buch weint. Nicht nur war es mir peinlich, sondern voll und ganz unverständlich. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mir je irgendwo eine Träne gekommen ist, sei es als Kind bei Bambi oder Jahre später bei Titanic. Tatsächlich haben wir letzteren Film mal in der Schule geschaut und als da die Mädchen geweint haben, musste ich mir ein Lachen ordentlich verkneifen. Der erste Film, an den mich entsinne, der mich emotional bewegt, aber immer noch nicht zu Tränen gerührt hat, war Braveheart. Es war für mich immer total klar, dass ich nicht weine. Ich war sogar ein bisschen stolz darauf. Doch dann verließ ich nach dem Schulabschluss meinen Heimatort und zog in die Großstadt um zu studieren. Ich hatte nun keine Familie und keine Schulkollegen mehr, die mich beeinflussten, geschweige denn bei dem mitdiskutierten, was ich schauen sollte. Ich war frei und entdeckte das Binge-Watching, also Serienmarathone. Das führte dazu, dass ich mich in Charaktere und deren Entwicklung viel intensiver reinsteigerte als früher. Die logische Konsequenz: Ich war emotional viel gebeutelter als gewohnt, wenn mit denen etwas geschah. Konkret waren es Animes, die mich das Weinen lehrten. Ich weiß auch nicht, weshalb das so ist, aber Animes, die guten, nicht die kommerziellen Mainstream-Serien, schaffen es, Gefühle, Melancholie und Trauer viel besser zu vermitteln als irgendwelche Schauspieler. Ich schäme mich überhaupt nicht zuzugeben, dass ich manchmal weine, denn ich habe gemerkt, dass das für mich eine extrem angenehme kathartische Wirkung hat. Irgendwie sieht man die Welt klarer, wenn das alles draußen ist. Mir geht das zumindest so.
Es ist jetzt nicht so, dass ich ständig bei jeder Lappalie weine, aber wenn ich wieder mal einen Marathon beginne und mich in etwas reinsteigere, dann können durchaus die Tränen fließen. So auch bei der einzigen Buchserie, die ich je in einem Stück durchgelesen habe, nämlich Harry Potter. Aber auch, wenn ich einen Film in Ruhe ohne Störung schauen kann, dann kann ich mich durchaus reinsteigern und auch zu Tränen gerührt werden.
Ich glaube also nicht, dass ich früher ein Roboter war, der erst später einen Emotionschip implantiert bekommen hat. Es ist einfach so, dass ich vor meiner Studienzeit nie die Gelegenheit hatte, mit fiktiven Charakteren eine derart intensive Beziehung aufzubauen, dass mich ihr Schicksal irgendwie bewegt hätte.

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Spiel: Valletta (Hans im Glück)

Ein tolles Spiel mit einigen Kunstfehlern.
Von Stefan Dorra (ca. 40-80 Min.; 2-4 Spieler)
Eigentlich ist das hier ein richtiges tolles Spiel: Deck-Building mit Ressourcen-Management. Wir befinden uns 1566 auf Malta und versuchen uns am Aufbau der neu geplanten Hauptstadt Valletta zu beteiligen. In jedem Zug spielen wir dafür drei unserer fünf Handkarten aus und vollführen die aufgedruckten Aktionen, hauptsächlich verschiedene Ressourcen sammeln, Punkte erwerben, Gebäude errichten. Gebäude errichten ist wichtig, denn da bekommen wir Punkte und eine zusätzliche Karte für unser Deck. Möchte ich also ein Gebäude bauen, weil ich diese Karte möchte, oder weil ich die Punkte möchte? Idealerweise beides. Zum bauen brauchen wir die gesammelten Ressourcen. Je besser unser Deck, desto mehr Ressourcen kann man bekommen. Aber die Punktekarten nicht vergessen! Außerdem gibt es noch eine coole Straße, die mitten durch die Gebäude verläuft. Auf dieser bewegt sich die Figur des Jean Parisot de Valette, die dem aktiven Spieler Boni bringt bzw. Zusatzpunkte, wenn man ein Gebäude in der aktuellen Reihe errichtet.
Das Spiel gefällt mir sehr gut, weil die verschiedenen Elemente sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Außerdem ist das Spiel auch gar nicht schwer: Lege drei Karten aus der Hand aus und mach, was drauf steht. Man muss sich halt überlegen, welches Gebäude man errichten möchte und dementsprechend die Ressourcen sammeln. Das ist auch das Interaktionselement, wenn eben ein Mitspieler mir mein Gebäude wegschnappt. Das Spiel ist eigentlich einfach, aber doch ziemlich strategisch.
Doch jetzt kommt das Problem: Es ist zu fitzelig und braucht zu viel Platz. Der Spielaufbau ist nicht übermäßig kompliziert, aber doch eine kleine Herausforderung, weil man eben Karten raussuchen, aussortieren und aufteilen muss. Da sich sämtliche Karten im Laufe des Spiels vermischen, ist dies zu Beginn eines jeden Spiels nötig. Dazu kommt noch, dass die Karten in einer derart großen Auslage aufgedeckt werden, wie ich sie noch nie gesehen habe. Weil die Karten aber auch so klein sind, muss man einige Male um den Tisch spazieren, um einen guten Überblick zu bekommen, was wo liegt. In die gleiche Kategorie fallen noch einige weitere Spielelemente.
Wie gesagt, finde ich das Spiel wirklich toll, aber wir überlegen uns schon dreimal, ob wir das wirklich auspacken wollen. Und wenn’s schlecht läuft, ist sogar der Tisch zu klein, was hier sehr schnell passieren kann. Bei wenigen Spielern ist die Auslage kleiner, weshalb ich die 2-Spieler-Variante bevorzuge und 4 Spieler sowieso nur in Ausnahmefällen. Vom Spielen selbst hatte ich bei jeder Spielerzahl Spaß, nur von der Auslage und Übersichtlichkeit her ist es mit 2 Spielern einfach am gemütlichsten.
Wer sich aber an der Kleinteiligkeit des Materials nicht stört, der findet hier ein tolles Spiel. Es gibt schon noch ein paar Elemente, die den Spielspaß zerstören können. Wenn man etwa nicht früh genug einen zusätzlichen Baumeister holt, hinkt man bald hinten nach. Wenn man dann die schlechten Ressourcensammler nicht rechtzeitig abwirft, verstopfen sie am Ende deine Hand. Das sind natürlich Spielerfehler, wenn man das nicht macht, aber sie können schon sehr nervig und frustrierend werden und dadurch den gesamten Spielspaß beeinflussen. Das ist nicht anders als bei jedem Deck-Builder.
Fazit: Empfehlenswert.

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