Buch: Haldeman, Joe – The Forever War

Tolles Military-Sci-Fi Werk, doch eigentlich ein gelungener Antikriegsroman.
Inhalt: Krieg. In gigantischen Raumschiffen werden die Soldaten mit Lichtgeschwindigkeit von einem Gefecht zum anderen befördert. Doch während es für sie immer nur einige Monate dauert, vergehen auf der Erde Jahrhunderte.
Der Autor Joe Haldeman ist mittlerweile ein Großmeister der Sci-Fi und allen Fans bekannt, doch sein bedeutendstes Buch, mit dem er auch einige Preise gewonnen hat, ist dieses hier. The Forever War oder auf Deutsch Der ewige Krieg, war sein Depütroman. Haldeman hat dieses Buch geschrieben, als er aus dem Vietnam-Krieg zurückgekehrt war und die Erlebnisse aus diesem aufarbeiten wollte. Das Buch legt dabei aber nicht den Fokus auf die Gräueltaten, sondern auf zwei andere Elemente.
Zunächst einmal geht es darum, dass Soldaten, die in ihre Heimat zurückkehren, das Gefühl haben, eine andere Welt zu betreten, die für sie eigentlich total fremd ist. Das reale Trauma von Soldaten wird in diesem Buch mit dem Element der Lichtgeschwindigkeit und Relativitätstheorie überspitzt dargestellt. Der Mann zieht in den Krieg, kehrt zurück und es gibt wortwörtlich nichts mehr für ihn.
Das zweite Element ist die eigentliche Sinnlosigkeit von Krieg. Die Auflösung des Konflikts nach über 1.000 Jahren aufgrund einer Banalität treibt diese Absurdität auf die Spitze.
Das Buch ist spannend, die Charaktere interessant und die Botschaft eindeutig.
Fazit: Empfehlenswert.

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The Forever War
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Film: Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen (2010)

Eigentlich nicht sehr gut und doch möchte ich die Fortsetzung auch schauen.
Mystery-Wuxia mit Andy Lau von Tsui Hark. 122 Min.
Inhalt: Mit Wu Zetian soll zum ersten Mal kein Mann, sondern eine Frau den Kaiserthron besteigen. Eine Revolution im China des sechsten Jahrhunderts! Doch die Vorbereitungen zur Krönung werden von Aufsehen erregenden Todesfällen überschattet. Da holt Wu ihren Erzfeind Dee aus dem Gefängnis, einen der besten Ermittler des Reiches.
Bereits die erste Szene hat mich komplett aus dem Konzept gerissen und ich musste den Film pausieren, um meinen Kopf wieder klar zu kriegen. Denn was ist da los? Nun, es wird eine Buddha-Statue gezeigt, um die ein paar Touristen herumspazieren. Wer sind diese Touristen? Römische Legionäre! Im China des sechsten Jahrhunderts! Und welche Sprache sprechen diese Römer? Spanisch!
Nachdem ich also diesen Anfang überwunden habe, beginnt der eigentliche Film. Generell sei gesagt, dass er optisch nicht in der ersten Liga chinesischer Produktionen mitspielt, aber schlecht ist er keinesfalls. Das selbe gilt für die Kämpfe. Der Kriminalfall selbst ist durchaus spannend, mit einigen interessanten Wendungen, das mit dem Hohepriester am Ende war mir dann aber doch ein bisschen zu viel.
Es sei auch hervorgehoben, dass der Film einige Fantasy-Elemente aufweist und diese den Kriminalfall ausmachen. Es ist also nicht eine traditionelle Mördersuche. Ich habe am Anfang gedacht, dass der Film mit Übersinnlichem spielt und man lange nicht weiß, ob das real ist oder nicht. Doch eigentlich wird rasch klar, dass das tatsächlich Fantasy ist.
Die konkrete Qualität des Films liegt an den Schauspielern. Diese sind sehr gut, charismatisch und tragen den Film, machen ihn also sehenswert.
Auch wenn ich finde, dass dieser Film einige Schwächen hat, sehe ich doch großes Potenzial in Fantasy-Mystery-Wuxia-Filmen und werde daher gern dem nächsten Fall von Detective Dee ebenfalls eine Chance geben.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Gedankensprung: Oscarverleihung 2021

Schon wieder ein Filmjahr vorbei und schon wieder wurden die Oscars verliehen.
Nachdem ich letztes Jahr die Oscarverleihung ja als „gut“ bezeichnet habe, war sie in diesem Jahr wieder komplett uninteressant. Ich habe keinen einzigen der nominierten Filme gesehen und von den meisten nicht einmal etwas gehört. Natürlich könnte man sagen, dass wegen der Pandemie viel weniger Filme erschienen sind, aber gerade deshalb sollte man als Kinofan die paar Filme dann auch gesehen haben. Außer sie sind eben, wie in diesem Fall, einfach komplett uninteressant oder in irgendwelchen Nischen versteckt.
Aber nicht nur ich sehe das so. Die TV-Quoten letztes Jahr waren so schlecht wie noch nie (ca. 21 Millionen Zuschauer), doch dieses Jahr stürzten sie noch weiter ab (auf ca. 9 Millionen).
Nun denn, Nomadland wurde also der beste Film. Vielleicht schau ich ihn irgendwann mal an.
Meine Lieblingskategorie ist wie immer der beste Animationsfilm und von den fünf Nominierten habe ich genau zwei gesehen, nämlich Soul und Over the Moon. Dass Soul dann als Gewinner dastehen würde, war für mich keine Überraschung.

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Spiel: Mission ISS (Schmidt Spiele)

Schönes Spiel, das speziell Solo viel Spaß macht.
Von Michael Luu (ca. 90 Min.; 1-4 Spieler)
In diesem Spiel schlüpfen die Spieler in die Rollen von Astronauten und bauen die Raumstation ISS. Man kann dies entweder kooperativ spielen oder in einer Solo-Variante. Es gibt viele Spielelemente, die sich nahtlos ineinander fügen, nichts wirkt fehl am Platz oder einfach irgendwie dazugeklebt.
Als Astronauten bewegen wir uns durch die Module der ISS, forschen, trainiern und bauen neue Module. Dabei gilt es eine Zeitleiste zu beachten, die dir sagt, wann du bereits wie viele Module errichtet haben solltest. Ist dies nicht gelungen, ist das Spiel frühzeitg verloren. Andererseits ist das Spiel frühzeitig gewonnen, wenn alle Module errichtet worden sind.
Neben dem Bauen von Modulen müssen auch Experimente durchgeführt werden. Doch wenn zu viele Experimente gleichzeitig laufen, werden die Würfel rot und es dürfen keine weiteren Module errichtet werden, bis die Farbe der Experimente wieder blau ist. Es gilt also sich zu koordinieren zwischen forschen und bauen. Doch die Astronauten müssen auch trainieren, um effizienter zu werden, denn die Bauprojekte und Experimente werden immer schwieriger. Dazu gibt es noch Hilfsroboter und abgeschlossene Experimente geben dir einmalige Boni.
Mir persönlich gefällt der Solo-Modus sehr gut. Im Unterschied zu anderen kooperativen Spielen wurde hier für die Solo-Variante eine eigene Kartenmechanik entwickelt, die super funktioniert. Es gefällt mir einfach, alleine da zu sitzen und das Puzzle rund um die Raumstation ISS zu lösen.
Wenn man mit mehreren Leuten spielt, kommen natürlich Kommunikation und Kooperation dazu, die Gruppendynamik muss also passen. Was in der Gruppe schwieriger ist als Solo, ist das Management der Zeitleiste.
Das Spiel bietet jedoch keinerlei Varietät. Die ISS ist, wie sie ist und das Spiel wird immer gleich ablaufen. Einzig welche Experimente wo stattfinden und die Schwierigkeiststufen der Module ist dem Zufall überlassen. Es gibt also keinerlei Anreiz, das Spiel wieder auf den Tisch zu bringen, wenn man es einmal durchgespielt hat.
Andererseits ist das Spiel recht simpel, es hat wenig Regeln und einen logischen Fluss. Das gemeinsam mit einem sehr interessanten Thema macht es ideal für eine schnelle Partie mit einer neuen Gruppe. Rasch aufgebaut und erklärt, geht es flott zur Sache.
Fazit: Empfehlenswert.

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Mission ISS
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Buch: Bonnett, Alastair – Das Zeitalter der Inseln

Eine Mogelpackung.
Wenn ich ein Buch über Inseln kaufe, erwarte ich mir drei Dinge: Bilder der besprochenen Inseln, Landkarten der besprochenen Inseln und eine Weltkarte, auf der die besprochenen Inseln eingezeichnet sind. Doch nichts von alledem ist hier enthalten. In der Mitte gibt es ein paar Fotoseiten, doch diese Fotos sind weder optisch schön noch inhaltlich relevant. Außerdem hat der Autor zu jeder besprochenen Insel eine handgezeichnete Landkarte hinzugefügt, die jedoch so hässlich sind, dass meine Tochter im Kindergarten das vermutlich besser hinkriegen würde.
Also zum Schmökern ist dieses Buch hier absolut nicht geeignet.
Und inhaltlich? Da wird es nicht besser. Das Buch wird unterteilt in Inseln, die gebaut wurden, Inseln, die zufällig entstanden sind, Inseln, die untergehen und Inseln, die gerade geplant werden. Doch der Autor geht auf diese Themen nur extrem oberflächlich ein und hauptsächlich werden einfach Inseln aufgelistet, die in diese Kategorien fallen. Und wenn der Autor dann mal eine Insel herauspickt und sich damit intensiver beschäftigt, ist es nur ein misslungener Reisebericht, der weder spannend noch lehrreich ist.
Dieses Buch hier ist ein absoluter Fehlgriff, sowohl inhaltlich als auch optisch. Die grundsätzlich Idee, ein Buch über die sich verändernde Inselwelt zu schreiben, ist ja absolut interessant und deshalb habe ich hier auch zugegriffen, doch die Ausführung ist in diesem Fall einfach nur schlecht.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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Das Zeitalter der Inseln: Von untergehenden Paradiesen und künstlichen Archipelen
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Filme: The Gangster, the Cop, the Devil (2019)

Spannende Jagd nach einem Serienmörder.
Actionthriller mit Ma Dong‑seok von Lee Won-Tae. 110 Min.
Inhalt: In der südkoreanischen Stadt Cheonan treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Als er dann zufällig einen lokalen Gangsterboss angreift, wendet sich sein Glück. Denn nun schließt sich der zuständige Polizist mit dem Gangster zusammen und sie jagen gemeinsam den Killer. Dabei prallen zwei unterschiedliche Welten aufeinander.
Die Prämisse des Films ist sehr spannend und der Film setzt sie gut um. Mir gefallen meistens Filme, in denen ein Serienmörder gejagt wird, nicht so gut, weil es oft auf ein Katz-und-Maus-Spiel reduziert wird. Hier jedoch kommt noch der Konflikt zwischen den beiden Jägern dazu, was den eigentlichen Reiz des Films ausmacht.
Auch dieser Film ist wieder ein Beweis dafür, dass Südkorea als Filmnation aufblüht und eine Perle nach der anderen raushaut.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Mein Kickstarter-Experiment – Update IV

So schnell schon ein neues Update? Nun, ich muss einfach davon berichten, was mir jetzt schon wieder passiert ist.
Ich habe ja bereits öfters gesagt, dass der Hauptgrund ein Spiel auf Kickstarter zu unterstützen, der ist, dass man nicht sicher sein kann, ob und wann es bei dir im Fachhandel landet, also ob man es überhaupt außerhalb dieser Plattform erhalten wird.
Doch, was mir nun passiert ist, finde ich schon extrem dreist. Ich habe von anderen Fällen gehört, wo das auch schon passiert ist, also hat es mich nicht so überrascht, aber ärgern tut es mich trotzdem. Nun, was ist passiert? Das Spiel ist im Fachhandel, bevor die Unterstützer ihre Exemplare erhalten haben. Seit Monaten erhalten wir E-Mails mit Entschuldigungen, dass sich die Produktion und Verpackung verzögern, nur um jetzt zu erfahren, dass die Exemplare für den Fachhandel schon längst fertig und ausgeliefert worden sind.
Ja, man muss fairerweise sagen, dass der Verlag sofort eine Rundmail rauschgeschickt hat, dass der Fachhandel noch nicht verkaufen darf, sondern erst, wenn alle Unterstützer ihr Exemplar erhalten haben. Außerdem darf auch nicht vergessen werden, dass man als Unterstützer noch ein paar Extras bekommt, die es im Fachhandel nicht gibt.
Das ist alles gut und recht, dennoch ist es eine sehr ungute Situation.

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Spiel: Under Falling Skies (CGE)

Tolles Solo-Puzzle.
Von Tomas Uhlir (ca. 20-40 Min.; 1 Spieler)
In diesem Spiel schickt ein außerirdisches Imperium Kriegsschiffe, um die Erde zu erobern. Es ist unsere Aufgabe dies zu verhindern. Dabei würfeln wir mehrere Würfel, die dann auf dem Spielbrett platziert werden müssen. Je höher der Wert, desto stärker der Effekt des gewählten Aktionsfeldes, aber die Raumschiffe dieser Spalte bewegen sich so weit, wie der Würfelwert angibt. Es liegt also am Spieler, für jede Spalte individuell zu entscheiden, ob er eine starke Aktion möchte und die Gegner nahe herankommen lässt oder ob der eine schwache Aktion nimmt und die Gegner fernhält. Das sind kontinuierlich interessante Dilemmata, die das Spiel zu einem spannenden Puzzle machen.
Dank der variablen Spielbrettteile ist jede Partie anders, da es immer andere Dinge zu beachten gilt. Das Interessanteste ist aber sicherlich die Kampagne. Denn dadurch erlebe ich eine spannende Geschichte und spiele sehr unterschiedliche Partien, da jedes Szenario einen eigenen Spielbrettaufbau erfordert. Als Solo-Spieler ist man dann auch nicht darauf angewiesen, wann die Mitspieler Zeit haben und kann die Kampagne nach Belieben fortführen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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CGE – Under Falling Skies
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Buch: Hacker, Jörg – Pandemien

Spannendes Buch zu einem aktuellen Thema.
Kaum ein Band der Beck-Wissen-Reihe ist so aktuell wie dieser und entsprechend nimmt Corona auch einen zentralen Platz ein. Doch dabei kommen andere Infektionskrankheiten nichts zu kurz. Auch wenn der Autor hier immer wieder zu Corona zurückkehrt, befasst er sich doch umfassend mit dem Thema Pandemien.
Historische Beispiele von Pandemien, Basiswissen und Grundlagenforschung werden zunächst behandelt, um dann über Tier-Mensch-Übertragungen zu sprechen und dem Faktor Umweltzerstörung. Sehr spannend habe ich ich vor allem das achte Kapitel empfunden, in dem ausgeführt wird, inwiefern Digitalisierung und Künstliche Intelligenzen uns im Kampf gegen Pandemien unterstützen können. Der Autor vergisst aber nicht, deutlich zu machen, dass Forschungen mit Viren und anderen Krankheitserregern auch immer Schattenseiten haben.
Im letzten Teil spricht er dann über unsere aktuelle Pandemie und vergleicht diese mit historischen Beispielen. Es geht um Wissenschaftskommunikation, die Krise im Schulsystem, Wirtschaft und Gesellschaft, sowie um ethische Fragen, wie etwa der Triage oder Impfungen.
Ingesamt ist dies ein sehr informatives Buch über ein topaktuelles Thema und dem Autor gelingt es wunderbar, nüchtern Fakten zu präsentieren, ohne belehrend oder kritisierend zu sein.
Übrigens sei angemerkt, so als witziges Detail am Rande, dass jeder aufmerksame Leser mitbekommt, dass der Autor an der Leopoldina beschäft war, denn dies wird im Buch überraschend oft erwähnt.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Pandemien: Corona und die neuen globalen Infektionskrankheiten (Beck’sche Reihe)
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Film: Justice League – Snyder Cut (2021)

Ja! Warum nicht gleich so?
Superhelden-Actionfilm mit Ben Affleck und Gal Gadot von Zack Snyder. 242 Min.
Inhalt: Batman fühlt sich seit Kurzem in seinem Glauben an das Gute im Menschen bestärkt und von Supermans selbstlosem Verhalten inspiriert. Zusammen mit Wonder Woman trommelt er deshalb eine Gruppe von Superhelden zusammen, um als „Justice League“ gegen eine böse neue Macht zu kämpfen. Aquaman, Cyborg und The Flash schließen sich ihnen in dem Kampf an, bei dem der Erhalt der gesamten Menschheit auf dem Spiel steht.
Ich möchte an dieser Stelle sagen, dass mir die erste Version dieses Film eigentlich gar nicht so schlecht gefallen hat, ich bin halt leicht zufrieden zu stellen, aber das, was hier jetzt geliefert wurde, ist definitiv um Welten besser.
Also, um noch einmal kurz die Hintergrundgeschichte zu erklären: Justice League kam 2017 in die Kinos, doch wegen kreativer Differenzen ist der Regisseur Zack Snyder damals kurz vor Abschluss der Dreharbeiten gegangen worden und hat den Film nicht selbst geschnitten, sein Ersatz hat sogar noch einige Szene nachgedreht und damit den gesamten Tonfall des Films komplett verändert. Der Film floppte dann an den Kinos und wurde von den Kritikern zerrissen und Zack Snyder wurde nicht müde zu betonen, dass dies nicht sein Film ist. Dadurch hat sich dann die Fangemeinde formiert und einen Snyder Cut gefordert. Dann kam die Pandemie und Warner Brothers suchte etwas, um seinen Streamingdienst HBO Max zu stärken. Was lag da näher, als Zack Snyder zu rufen, der eh gerade Zeit hatte, ihm das gesamte Justice League-Material in die Hand zu drücken und die neue Version dann einfach direkt auf HBO Max zu veröffentlichen?
Und so haben wir nun eine neue Version von Justice League vor uns, die absolut gelungen ist. Die beiden neuen Charaktere Cyborg und The Flash haben eine viel bessere Hintergrundgeschichte, ebenso der Bösewicht Steppenwolf. Es fühlt sich alles viel flüssiger an und der Plot ist auch logisch nachvollziehbar. Dadurch, dass dem Bösen mehr Platz eingeräumt wurde, wissen wir auch, was uns in einer eventuellen Fortsetzung erwartet hätte, die ich eigentlich schon gerne sehen würde. Auch der Endkampf ist in dieser Version viel besser, denn jeder der Superhelden leistet hier einen wichtigen Beitrag, was ingesamt dann auch zu einem viel zufriedenstellenderem Ende führt. Einzige die letzten 30 Minuten, also den gesamten Epilog, hätte man komplett weglassen können.
Was bedeutet nun der Erfolg dieses Films für die Zukunft? Zunächst muss man anmerken, dass er vier Stunden dauert und in meinen Augen nur deshalb so gut funktioniert. Ob er immer noch so gut wäre, wenn man ihn fürs Kino auf zwei Stunden geschnitten hätte, wage ich zu bezweifeln. Wie viele schlechte Filme hätten eigentlich gut sein können, wenn die Regisseure ihre Visionen bis zum Ende hätten durchziehen können? Wenn Filme nicht brutal geschnitten und im geheimen Kämmerchen bearbeitet worden wären? Das sind Fragen, auf die wir wohl nie eine Antwort bekommen werden.
Es sei noch weiters angemerkt, dass ich mich sicher nicht für vier Stunden ins Kino gesetzt hätte, aber zuhause auf der Couch mit dem Bett im Nebenzimmer habe ich kein Problem, einen 4- oder 5-stündigen Film zu schauen.
Könnte der Erfolg dieses Snyder Cuts dazu führen, dass Regisseure in Zukunft mehr Freiraum haben? Wohl eher nicht. Aber wir werden vermutlich mehr Dircetor Cuts auf Streamingplattformen sehen.
Könnte der Erfolg dieses Snyder Cuts dazu führen, dass Filme in Zukunft länger werden? Da der Trend ohnehin allgemein eher weg vom Kino hin zu Streamingdiensten führt, könnte ich mir das durchaus vorstellen. Ist halt eine Kostenfrage.
Grundsätzlich denke ich schon, dass dieser Film dafür sorgen wird, dass bei Entscheidungsträgern nun mehr Denkprozesse stattfinden werden.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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