Spiel: Vengeance (Mighty Boards)

Eine weitere KickstarterAmeritrash-Misere.
Von Gordon Calleja (ca. 30-120 Min.; 1-4 Spieler)
Man stelle sich die Filme Oldboy oder Kill Bill als Brettspiel vor, in typischer Ameritrash-Manier mit jede Menge Miniaturen. Ich sag`s einfach gerade heraus: Das Spiel ist schlecht. Es gibt so viele Details, die einfach nicht funktionieren, dass es nur noch lächerlich ist. Dazu kommt ein sehr schlechtes Regelwerk.
Zuerst gilt es einen Charakter auszuwählen, den man in den verschiedenen Trainingseinheiten kontinuierlich stärker macht. Da sind wir bereits bei den ersten unnötigen Momenten. Diese Trainingsphasen ziehen das Spiel einfach in die Länge, hätten eigentlich viel besser integriert werden können. Dann sucht man sich ein Gebäude aus, stellt seine Figur dort hinein, bewegt sich durch die Räume und tötet Gegner, währenddessen die Mitspieler gar nichts machen und gelangweilt vor sich hin dösen. Die Kämpfe sind zu einfach, in beiden Sinnen des Wortes. Ich werfe Würfel und mache, was drauf steht. Punkt. Durchs Training habe ich mehrere Fähigkeiten erworben, darf aber immer nur eine einsetzen, was einem die Möglichkeit für lustige Kombinationen nimmt. Aber auch ohne diese Fähigkeiten kommt es höchstselten vor, dass man einen Kampf verliert, denn es ist zu einfach. Und wenn man dann tatsächlich mal verliert, kann einfach der nächste Spieler ins leergefegte Haus stürmen und die Punkte holen, was einfach extrem frustrierend ist.
Wenn du ein Spieler bist, der sich Dank der tollen Optik und der coolen Minis ins Thema hineinversetzen und sich emotional in den Würfelwurf reinsteigern kann, dann bist du ein Ameritrash-Fan und wirst Spaß an diesem Spiel haben. Da sind wir aber schon beim nächsten Punkt: Wer braucht so viele Minis? Einfach das Spiel schwerer und teurer machen, typisch Kickstarter eben. Denn wie letztens ausgeführt: Wenn das Spiel nicht viel hermacht, dann muss es optisch passen. Und viele Minis bringen viele Unterstützer auf Kickstarter.
Das schlimmste aber ist die Punktevergabe. Du musst Gangsterkarten vor dich hinlegen und nur wenn in dem Gebäude, das du nach Zufallsprinzip auswählst, zufällig ein entsprechender Gegner drin ist, kriegst du Punkte. Und es kann sogar sein, dass sich dein Gangster eine Runde lang in keinem Gebäude befindet und es für dich damit eigentlich unmöglich ist, Punkte zu machen, was du aber nicht weißt, da es ja geheim und zufällig ist. Du könntest aber in der Trainingsphase in Gebäude spähen, was jedoch nicht viel bringt, weil die Mitspieler, die das nicht machen, extra in diese Gebäude gehen, damit deine Aktion sinnlos war. Und selbst wenn sie dir deine Gebäude lassen, ist das Zufallsprinzip meistens nur minimal reduziert, wenn du eben nicht deinen Gangster gesehen hast.
Fazit: Ein gutes Spiel fürs Muskeltraining beim Rumtragen, aber zum Spielen ist das hier keine Empfehlung.

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Buch: Sullivan, James A. – Die Granden von Pandaros

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle – für den Leser beim Lesen.
Inhalt: Cosima Amberson und John A. Glennscaul sind erbitterte Konkurrenten. Im Kampf um Macht und Geld schrecken die intergalaktischen Konzernbosse vor nichts zurück. Doch nachdem die beiden zwei Jahre lang gemeinsam auf einem defekten Raumfrachter festhingen, müssen sie zusammenarbeiten, um ihre Imperien wieder zu Stärke zu führen und ihre zahlreichen Feinde in die Schranken zu weisen. Der Diebstahl eines KI-Moduls könnte ihre Probleme lösen – aber ihre Verfolger sind so gerissen und skrupellos wie Cosima und John selbst. Eine wilde Jagd durch den Weltraum beginnt.
Gefühl 1: Enttäuschung. Zugegeben, das ist etwas sehr persönliches, denn ich habe das Buch hier direkt nach Brandhorsts Die Tiefe der Zeit gelesen und da kann eigentlich nur eine Enttäuschung folgen.
Gefühl 2: Überraschung. Dann habe ich aber bemerkt, dass dieses Buch im selben Universum wie Chrysaor vom selben Autor spielt. Ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat, sogar eines meiner Top-Bücher 2016. Ich hatte damals eigentlich nicht gedacht, dass dieses Universum ein weiteres Abenteuer nötig hat und tatsächlich findet sich weder am Buchumschlag, auf der Verlagshomepage oder sonst wo, dass die beiden Bücher im selben Universum spielen. Sie gehören nicht zusammen, wohlgemerkt, können also absolut unabhängig voneinander gelesen werden. Streng genommen ist das hier ein fernes Prequel zu Chrysaor.
Gefühl 3: Enttäuschung. Dennoch konnte mich das Buch nicht fesseln. Die ganze Ausgangssituation ist ziemlich an den Haaren herbei gezogen, die ewigen Ausführungen bzgl. der Hass-Liebe-Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren sind langweilig und die pseudotiefgründigen halbpsychologischen Gespräche sind einfach nur lächerlich.
Gefühl 4 & 5: Skepsis & Resignation. Seite 100 ist normalerweise der Moment, an dem ich entscheide, ob ich ein Buch weiterlese oder weglege. Hier wollte ich es weglegen, keine Frage, aber weil es ein Geschenk war, mir Chrysaor so gut gefallen hat und es erst ein Sechstel des Buches war, habe ich beschlossen, noch weitere 100 Seiten zu probieren.
Gefühl 6: Spaß. Zum Glück blieb ich dran, denn kaum kommen die beiden nach Pandaros, nimmt die Geschichte ordentlich Fahrt auf und es kommt zu dem, was mir bereits in Chrysaor so gut gefallen hat, nämlich eine fantastische Verfolgungsjagd in einer futuristischen Umgebung aus der Perspektive der Verfolgten und der Verfolger. Am Ende gibt es sogar noch eine coole Sci-Fi Variante von Ocean’s Eleven.
Dieses Buch gefällt mir zwar nicht so sehr wie Chrysaor, aber immer noch gut und ich finde jetzt auch die Idee toll, mehrere Bücher im selben Universum anzusiedeln, die aber rein gar nichts miteinander zu tun haben, außer eben dem Hintergrund. In diesem Sinne freue ich mich schon auf den nächsten Roman.
Fazit: Empfehlenswert.

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Film: Boy (2010)

Nachdem ich letztens den großartigen Film Hunt for the Wilderpeople gesehen habe, wollte ich schauen, was es in Neuseeland cineastisch sonst noch gibt und bin dabei auf diesen tollen Film gestoßen.
Drama / Komödie mit James Rolleston von Taika Waititi. 90 Min.
Inhalt: Neuseeland 1984. Boy, ein elfjähriger Junge und riesiger Michael Jackson Fan, lebt mit seinem Bruder und drei Cousinen bei ihrer Großmutter. Eines Tages muss die Großmutter wegen einer Beerdigung wohin fahren und bleibt einige Tage weg. In dieser Zeit muss Boy, als ältester der Kinder, sich um alles kümmern. Da kommt sein lange abwesender Vater zurück, doch dessen Motivation hierfür ist nicht das, was Boy sich erhofft.
Der Film ist eine Coming-of-Age-Geschichte in einer modernen 80er-Jahre Maori-Siedlung. Boy will Mädchen beeindrucken, mit Freunden spielen, Michael Jackson imitieren, muss aber zuhause viel Verantwortung übernehmen und spaziert täglich zum Grab seiner Mutter. Es ist eigentlich ein hartes Leben, das er führt, aber ein glückliches, haben doch alle dort in irgendeiner Weise ein hartes Leben und unterstützen sich gegenseitig, haben Spaß miteinander. In dieser Hinsicht ist der Film auch ein nettes Sozialportrait. Doch dann kommt der Vater. Die Fantasieszenen des Jungen, in denen der Vater cool und wie Michael Jackson ist, sind echt witzig gemacht. Aber auch im realen Leben ist der Vater für den Zuschauer eine sehr witzige Figur, bietet er doch jede Menge lustige Slapstick-Einlagen. Für den Jungen hingegen ist der Vater einfach nur ein weiteres Trauma.
Ich finde, der Film ist es sehr toll, bietet viel Emotion und viel Humor. Speziell auch der Soundtrack und die Musical-Einlagen sind ein sehr schönes Element.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Die Kickstarter-Lüge

Ich habe mittlerweile einige Spiele gespielt, die über Kickstarter produziert wurden und ich war mit keinem einzigen zufrieden. Zugegeben, die großen bekannten Spiele wie Blood Rage, Skythe, Gloomhaven oder 7th Continent habe ich noch nicht gespielt, aber das würde nichts an dem ändern, was ich mich daran stört.
Für die, die Kickstarter nicht kennen: Das ist eine Crowdfunding-Plattform. Menschen stellen also ihre Projektideen online und wenn genug Geld gesammelt wird, wird es realisiert, oder eben nicht und Geld zurück. Speziell im Brettspiel-Bereich ist es sehr beliebt geworden. Autoren, deren Spiele von Verlagen aus verschiedensten Gründen – Qualität, zu viel Material, Thema – nicht genommen werden, versuchen sie über Kickstarter alleine und direkt zu veröffentlichen. Dabei werden genau so viele Exemplare produziert, wie Spieler gespendet, also bestellt haben. Es gibt auch Verlage, die durch dieses Medium die erste Auflage eines neuen Spiels finanzieren und bei genug Interesse weitere Auflagen traditionell aus eigener Tasche für den Großhandel produzieren.
Das System ist eigentlich eh ganz okay und ich empfinde es als gute Idee. Dennoch hat es ein sehr seltsames psychologisches Phänomen mit sich gebracht: Bedingungsloses Lob. Wenn ich nämlich ein Spiel in einem Geschäft kaufe, habe ich keine wirkliche emotionale Bindung. Wenn es mir nicht gefällt, verkaufe ich es weiter. Ist es als Geschenk noch originalverpackt, dann geb ich es zurück. Außerdem habe ich auch kein Problem damit, es schlecht zu bewerten und die einzelnen Materialien eventuell für andere Dinge zu verwenden. Nicht so bei Kickstarter. Dort haben die Unterstützer das Gefühl, effektiv am Produktionsprozess beigetragen zu haben. Manchmal stehen sogar ihre Namen irgendwo. Das führt dazu, dass diese Leute die Spiele bedingungslos loben.
Mir fällt das immer wieder in meinen verschiedenen Spielgruppen auf. Wenn da jemand mit einem Kickstarter-Spiel kommt, egal wie schlecht es ist, wird er alles daran setzen, etwas positives zu finden. Das ist ja auch irgendwie verständlich, denn man gibt meistens mehr Geld aus als für ein Spiel im Fachhandel und man investiert Zeit und Energie mit Warten und Updates Verfolgen. Wenn dann das Spiel irgendwann kommt, in das man so viel investiert hat, will man auch etwas gutes haben. Man ist ja irgendwie stolz darauf.
Mir geht es ja auch manchmal so, dass ich ein Spiel, einen Film oder ein Buch gut finde, was in meiner Gruppe jedoch auf vollkommenes Unverständnis stößt. Da bin ich dann auch bemüht, meinen Geschmack zu erklären. Das ist ja ganz normal. Bei Kickstarter-Produkten ist es einfach viel eklatanter. Ja, die sind in den letzten Jahren besser geworden, keine Frage. Dennoch gibt es genug Schrott, oder zumindest viele Spiele, die einige grobe Schwächen aufweisen (z.B. unübersichtliches, unvollständiges Regelwerk; unausgeglichene Karten und Charaktere; unnötig lange Spielzüge oder Spielphasen; etc.) . Und trotzdem wird der Großteil der Kickstarter-Unterstützer seinen Besitz verteidigen. Vielleicht gefällt ihnen das Spiel auch wirklich so gut, wer weiß, aber es fühlt sich einfach mehr wie blinder Gehorsam an, wenn ich das erlebe.
Selbst habe ich noch nie etwas bei Kickstarter unterstützt. Spiele sind teuer und wenn ich eines kaufe, will ich es schon einmal gespielt haben oder zumindest genug Informationen gesammelt haben. Bei Kickstarter kaufst du im Grunde blind. Es gibt zwar bei den modernen Projekten ausführliche Beschreibungen und Bilder, aber Werbung ist ja immer super, egal für welches Produkt. Und daher ist bei Kickstarter zu beobachten, dass sehr viel Wert auf die Optik gelegt wird, auf raffinierte Karten und detaillierte Miniaturen. Daher gibt es eine ganze Reihe von Spielen, die optisch fantastisch sind, ein Fest für Miniaturfans, aber kaum eine interessante Mechanik, kaum ein originelles Spielprinzip aufweisen. Es gibt viele Spieler, die damit zufrieden sind, fällt das doch ins atmosphärische Ameritrash. Nicht ohne Grund sind die meisten Leute, die Kickstarter kritisieren, Eurogame-Fans.
Aber ob man Kickstarter jetzt mag oder nicht, ich finde es jedenfalls bedenklich und sogar ein bisschen unsympathisch, ein schlechtes Spiel zu verteidigen, nur weil man halt darin investiert hat.

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Spiel: Unstable Unicorns (Breaking Games)

Seit Munchkin sollte eigentlich klar sein, dass Bilder alleine nicht reichen, ein Spiel lustig zu machen.
Von Ramy Badie (ca. 30-45 Min.; 2-8 Spieler)
Was soll man zu diesem Spiel groß sagen. Es ist das klassische Zieh-eine-Karte-spiel-eine-Karte-mach-was-drauf-steht. Und ganz originell stehen dann solche Dinge drauf wie „Mitspieler müssen Karten abwerfen“ oder „Ich ziehe eine Karte eines Mitspielers“. Mein Freund, der das auf Kickstarter unterstützt hat, tut mir wirklich Leid. Voller Freude ist er gekommen mit diesem Spiel, dessen Thema – eine Einhornarmee aufstellen – und Grafik viel Spaß versprochen haben. Doch dann spielt man es und, naja, nein, es ist nicht witzig. Es ist nicht mal spannend, interessant oder sonst was. Das größte Problem ist, dass es viel zu lange dauert, fast doppelt so lange als die angegebenen 45 Minuten. Wenn das Spiel kurz wäre, dann könnte man sich an den netten Bildern erfreuen, darüber lachen und noch ehe sie langweilig geworden sind, wäre das Spiel schon zu Ende. Hier aber hauen alle ständig auf den Führenden drein, was dazu führt, dass erst dann irgendjemand gewinnt, wenn niemand mehr ordentliche Konterkarten hat. Das dauert dann aber so lange, dass man sich für die Bilder gar nicht mehr interessiert und der anfängliche Humorfaktor nirgends mehr zu finden ist.
Fazit: Lustige Idee, sehr schlecht ausgeführt.

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Buch: Lehmenkühler, Lissa – Porki. Ein Schweinchen sucht das Glück

Was für ein tolles, witziges Kinderbuch.
Inhalt: „Was bist du bloß für ein Schwein!?“, ruft ihm seine Mutter zu, als das kleine Schwein Porki sich mal wieder danebenbenommen hat. Und weil Porki auf diese Frage keine Antwort weiß, macht er sich auf die Reise, um es endlich herauszufinden. Unterwegs trifft er Schweine aller Art: zum Beispiel Wolltraut, die Wollmilchsau, Pigasso, das Pinselohrschwein, oder Praline, das Trüffelschwein – und sogar eine kleine Meerjungsau! Als Porki dann auch den Schweinehund überwunden hat, merkt er endlich, was seine wahre Bestimmung ist: Er ist ein richtiges Glücksschwein!
In diesem Buch begleiten wir ein Hausschwein auf einer wunderbaren Abenteuer- und Selbstfindungsreise, mit allerlei kreativen Begegnungen. Der Text selbst sprüht vor lustigen Wortspielen und witzigen Reimen. Dazu kommen noch die fantastischen Zeichnungen von Nina Hammerle, die einfach perfekt passen.
Das Buch ist ab vier Jahren empfohlen und das passt sicher. Ob Kinder in dem Alter sämtliche Wortspiele verstehen, wage ich zu bezweifeln, aber die Eltern sollen sich ja schließlich auch amüsieren, wenn sie etwas vorlesen, und das hier definitiv der Fall.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Ready Player One (2018)

Enttäuschung und Spaß halten sich die Waage.
Science-Fiction / Abenteuer mit Tye Sheridan von Steven Spielberg. 140 Min.
Inhalt: Einige Jahrzehnte in der Zukunft leben alle Menschen in der „Oase“, einer virtuellen Welt. Natürlich muss man immer wieder in die Realität zurückkehren, um seinen Pflichten nachzugehen, aber jede freie Minute wird in der Oase verbracht. Der Erschaffer dieser Welt ist nun gestorben und hat ein Spiel online gestellt. Wer dieses als erster beendet, erbt seinen gesamten Besitz und wird der neue Chef der Oase. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt und so mancher schreckt nicht davor zurück, die Rivalität auch in der Realität auszutragen.
Ich bin mir durchaus bewusst, dass man ein Buchverfilmung daran messen soll, ob sie den Geist eingefangen hat und nicht, ob die Details korrekt wiedergegeben sind. Auch wenn ich das logisch weiß, ist es für mich emotional dennoch nicht akzeptabel. Aber betrachten wir den Film nüchtern und ohne Vorwissen, dann ist er eigentlich schon sehr gut. Ein spannender Plot, sehr gut gemachte Effekte, ein tolles Ende, viel Nostalgie und jede Menge Easter Eggs. Tatsächlich ist es Spielberg sehr gut gelungen, den Geist des Buches einzufangen, es ist also eine „gute“ Verfilmung. Dazu kommt noch, dass es im Medium Film viel mehr Möglichkeiten gibt, Easter Eggs zu verstecken, was auch sehr effektiv und unterhaltsam ausgenutzt wurde. Ja, der Film unterhält auf grandiose Weise und speziell Popkultur-Fans kommen hier auf ihre Kosten.
Dennoch ist der Film komplett anders als das Buch, speziell die drei Rätsel. Das hat natürlich den Vorteil, dass man nach dem Film immer noch das Buch lesen kann und auf neue Dinge trifft, neue Abenteuer erlebt, neue Easter Eggs findet, bzw. ist das auch umgekehrt der Fall. Das ist aber gleichzeitig der Kern meines Problems. Im Buch gab es einige Szenen, die mich echt beeindruckt haben, die ich gerne auf der großen Leinwand gesehen hätte. Die Vorfreude darauf war groß und als die dann nicht kamen, war ich natürlich sehr enttäuscht.
Fazit: Empfehlenswert.

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Gedankensprung: Mein Herz für Entenhausen

Wie ich bereits einmal ausgeführt habe, habe ich in meiner Kindheit und Jugend viele Comics gelesen, wobei diese zu 90% in Entenhausen angesiedelt waren. Doch warum hat mir gerade dieses Universum so gut gefallen?
Das ist schwer zu erklären. Es ist einfach ein schöner, gemütlich Ort, in dem man sich wohlfühlen und mit dem man sich identifizieren kann. Das zweistöckige Haus von Donald Duck mit dem kleinen Garten drum herum wirkte einfach wie eine Kopie des Hauses meiner Kindheit. Aber auch die Abenteuer, die sie erlebten, waren derart, dass man sich als Kind durchaus vorstellen konnte, dass einem so etwas auch passiert. Ich glaube, der Grund, warum mir Entenhausen so gut gefällt, ist der gleiche, weshalb mir Star Trek so gut gefällt: es ist optimistisch, hell und fröhlich. Es ist keine düstere Welt, die Superhelden benötigt, die bei ihren Kämpfen alles zerstören.
Dazu kommt auch noch, dass die Abenteuer so abwechslungsreich sind, so grundverschieden. Jeder Charakter ist sympathisch, hat seine individuellen Macken, erlebt seine eigenen Geschichten, die sich schon deshalb von den anderen unterscheiden. Aber auch Dagobert Duck alleine reist einmal in die Zukunft, einmal in die Vergangenheit, einmal in eine andere Dimension und erlebt dabei Abenteuer, die so verschieden sind, wie Tag und Nacht. Bei den meisten Comics weiß man im Grunde, was einen erwartet, seien es die Römerkämpfe bei Asterix & Obelix, die Schattenschießereien bei Lucky Luke oder das Rumgespringe bei Spiderman. Doch in Entenhausen weiß man nie, welches Abenteuer einen diese Woche erwartet; bei den Micky Maus Heften oder den Lustigen Taschenbüchern weiß man nicht einmal, welche Charaktere in welcher Zusammensetzung das nächste Mal auftauchen. Weil einfach die Geschichten so viele Genres abdecken, haben sie mir als Kind immer so gut gefallen. Doch auch als Erwachsener finde ich noch viel Freude daran, da sehr viele Geschichten witzige Anspielungen enthalten oder gelungene Hommagen sind, was man erst ab einem gewissen Wissensstand richtig wertschätzen kann.
Dazu kommen noch die tollen Zeichnungen. Bei Comics ist die Optik auch wichtig und selbst wenn nicht jede Geschichte eine hohe Qualität in diesem Bereich aufweist, ist der Großteil doch wirklich super. Speziell die ersten Comics von Carl Barks und Don Rosa sind eine richtige Augenweide.
Wie bereits einmal erwähnt ist Indiana Goof mein Lieblingscharakter, aber von den Geschichten her gefällt mir Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden von Don Rosa am besten.

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Spiel: Dungeon Roll (Pegasus Spiele)

Ein großes Problem macht aus dem hier trotz des netten Mechanismus ein schlechtes Spiel.
Von Chris Darden (ca. 15 Min.; 1-4 Spieler)
Eigentlich wäre das hier schon ein cooles Spiel. Wir rollen Würfel, einmal für den Gegner, einmal für den Held, dann wird das ausgewertet und man bekommt eine Belohnung. Durch die Charaktere und spezielle Würfelseiten kann man Würfelmanipulationen durchführen, man hat also durchaus mehrere Optionen. Dazu kommt ein Can’t-Stop-Element, ob man eben tiefer ins Dungeon gehen will und vielleicht alles verliert oder ob man aufhört. All das macht eigentlich schon Spaß und ist gut ausgeführt, gut durchgerechnet. Aber es ist ein Solospiel! Während ein Spieler würfelt, haben die anderen nichts zu tun und es gibt auch keinen Grund, den aktiven Spieler zu beobachten, weil seine Resultate keinerlei Auswirkungen auf die anderen haben. Wenn man nicht gerade selbst am Zug ist, der sich aufgrund der vielen Entscheidungen ziemlich in die Länge ziehen kann, ist das ein sehr langweiliges Spiel.
Fazit: Nur als Solospiel für Zwischendurch zu empfehlen.

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Buch: Brandhorst, Andreas – Die Tiefe der Zeit

Ich bin ein Brandhorst-Fanboy geworden. Faszinierend.
Inhalt: Seit vielen Tausend Jahren führt die Menschheit Krieg gegen die geheimnisvollen Crul. Und seit ebenso langer Zeit erzählt man sich Geschichten von der Hauptstreitmacht des Feindes, die seit Ewigkeiten durch die endlosen Weiten des interstellaren Raums unterwegs ist, um eines Tages die Kernwelten der menschlichen Zivilisation zu vernichten. Der ehemalige Soldat Jarl, dem man Verrat und Mord zur Last legt, ist auf der Flucht vor den eigenen Verbündeten. Als Gejagter muss er die legendäre Erde finden, jenen mythischen Ursprungsplaneten der Menschen. Denn dort soll die größte aller Waffen lagern, eine Waffe, die den Krieg beenden und Frieden bringen kann. Jarls Suche führt ihn durch die Tiefe der Zeit. Doch er ahnt nicht, dass er nur ein Werkzeug in einem viel größeren Plan ist.
Als Jugendlicher habe ich nie verstanden, warum sich alle jedes Buch von Hohlbein sofort besorgen und lesen. Mir gefallen Geschichten und wenn ein Autor eine neue Geschichte erzählt, entsteht da ein neues Universum und treten neue Charaktere auf. Ich habe also nie automatisch wegen einem Autor zugegriffen, sondern wegen der Serie, des Universums. Doch nun habe ich Andreas Brandhorst kennengelernt, der in jedem Buch ein neues Universum mit neuen Charakteren erschafft. Bisher hat mir jedes einzelne Universum sehr gut gefallen und wenn ich ein neues Buch von ihm schnappe, erwarte ich kein Abenteuer an einem bekannten Ort, sondern bin gespannt, wohin mich der Autor diesmal entführt. So auch in diesem Buch. Es ist einfach fantastisch zu lesen, mich welcher Kreativität und Liebe zum Detail Brandhorst seine Geschichten erzählt.
Der Stil erinnert mich an einen Tipp, den uns ein Professor zum Beginn des Studiums vor vielen Jahren gegeben hat: „Das wichtigste im ersten Semester ist es, so viele Spezialausdrücke wie möglich zu lernen. Denn wenn ihr mit denen später um euch werft, werden die meisten Leute nicht verstehen, dass ihr eigentlich selbst keine richtige Ahnung habt.“ So kommt es mir auch bei Brandhorst vor. Das soll jedoch keine Kritik sein. Im Gegenteil gefällt mir sein Stil mit all den cool klingenden Wörtern sehr gut. Science Fiction vom Feinsten.
Sehr witzig habe ich den Flug durchs Multiversum gefunden, der hier kurz stattfindet. Dabei blickt die Person kurz in andere Dimensionen, wobei jede Dimension ein anderes Werk des selben Autors ist, also etwa Kantaki und Omni. Bei diesem kleinen Osterei für seine Fans musste ich ziemlich schmunzeln.
Das Buch ist bis zum Ende sehr spannend, mit einigen tollen Überraschungen und einem gelungenen Ende. Dazu kommen auch noch die verschiedenen sehr interessant beschriebenen Planeten, die im Laufe des Abenteuers besucht werden.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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