Buch: Weir, Andy – Artemis

Der obligatorische Nachfolger eines Bestsellers. Dieses Buch war für mich ein Déjà-vu in mehrerer Hinsicht. Aber am Ende war es toll.
Inhalt: Jazz Bashara ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond, verdammt teuer. Und verdammt ungemütlich, wenn man kein Millionär ist. Also tut Jazz, was getan werden muss: Sie schmuggelt Zigaretten und andere auf dem Mond verbotene Luxusgüter für ihre reiche Kundschaft. Als sich ihr eines Tages die Chance auf einen ebenso lukrativen wie illegalen Auftrag bietet, greift Jazz zu. Doch die Sache geht schief, und plötzlich steckt Jazz mitten drin in einer tödlichen Verschwörung, in der nichts Geringeres auf dem Spiel steht, als das Schicksal von Artemis selbst.
Ich habe dieses Buch direkt nach Die Granden von Pandaros von James A. Sullivan gelesen und wie dort hatte ich auch hier wieder eine ähnliche Achterbahnfahrt der Gefühle. Das Buch beginnt langsam, erfüllt die Erwartungshaltung zunächst nicht und kommt viel zu spät in Fahrt. Dort wie hier hätte ich das Buch bei Seite 100 weggelegt, keine Frage, aber weil es ein Geschenk war und mir der Vorgänger so gut gefallen hat, habe ich beschlossen, noch weitere 100 Seiten zu probieren. Zum Glück! Als es dann nämlich Fahrt aufnimmt, wird es wirklich toll und in beiden Büchern gibt es am Ende eine coole Sci-Fi Variante von Ocean’s Eleven.
Das zweite Déjà-vu brachte mich zurück zu 2312 von Kim Stanley Robinson, zumindest in der ersten Buchhälfte. Denn Weir schafft es hier wie Robinson dort Wissenschaft spannend, interessant und einfach darzustellen, der Plot ist jedoch in beiden Fällen so langweilig, dass man nur kaum weiterkommt.
Der dritte Vergleich bezieht sich nun endlich auf den Vorgängerroman Der Marsianer des selben Autors. Man kann die beiden Bücher nicht vergleichen, muss es aber. Der Marsianer war von Anfang an spannend, interessant und triefte nur so von Wissenschaft. Das Buch wurde getragen von einem interessanten Charakter, der konstant mit Problemen konfrontiert war, die er auf abwegigste Art und Weise löste. Das, was den Marsianer so toll gemacht hat, beginnt hier erst relativ spät. Wissenschaft gibt es schon von Anfang an, aber es ist zunächst eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Erklärungen. Sobald aber die Wissenschaft eingesetzt wird, um ein Problem nach dem anderen zu lösen, wird das Buch sehr spannend und interessant.
Wenn wir das Buch losgelöst von irgendwelchen Vergleichen betrachten, haben wir hier eine interessante Zukunftsvision, wissenschaftlich faszinierend und nachvollziehbar beschrieben. Der Plot selbst braucht eine Weile, aber entwickelt sich dann sehr spannend, am Ende wird er sogar ein richtiger Pageturner, den man kaum noch zur Seite legen will. Auch an den Stil mit den kurzen Sätzen hat man sich bald gewöhnt. Einzig der Hauptcharakter war für mich sehr unsympathisch und die meisten ihrer Beweggründe wenig nachvollziehbar. Das ist auch mit ein Grund, weshalb der Plot für mich zunächst ziemlich langweilig blieb.
Fazit: Wer sich hier einen zweiten Marsianer erhofft, wird enttäuscht werden. Wer aber ein nettes Abenteuer auf dem Mond mit viel Wissenschaft erleben möchte, der sollte hier zugreifen.

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Serie: Fresh Off the Boat – Staffel 4

Schon fertig? Schade!
Mit 19 Episoden war diese Staffel erheblich kürzer als die zweite und die dritte, aber immer noch länger als die erste. Warum die Kürzung? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass die Quoten in dieser Staffel zurückgingen und daher eine fünfte noch unsicher ist. Andererseits sind die Quoten hier immer noch besser als bei manch anderer Serie und eine neue Serie zu etablieren ist ziemlich schwierig, weshalb ich schon denke, dass es weitergehen wird.
Der Trend der Serie hat sich leider fortgesetzt, dass der interkulturelle Aspekt immer weniger beleuchtet und die Familie selbst mit einer europastämmigen austauschbar wird. Vielleicht ist das der Grund für den Rückgang der Quoten. Aber das Rezept funktioniert immer noch: Generelle Probleme mit einem chinesischen Touch. Auch diese Staffel war sehr witzig, bot viele tolle Momente, war vom Niveau her sogar konstanter als die dritte, deren Qualität doch ziemlich pendelte. Ich habe mich bei jeder Folge köstlich amüsiert.
Fazit: Weiterhin momentan meine liebste Comedy-Serie, also immer noch absolut empfehlenswert.

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Film: Avengers – Infinity War (2018)

Guardians of the Galaxy Vol. 3 wäre als Titel genauso korrekt gewesen.
Superhelden / Science-Fiction / Action mit Robert Downey Junior von Anthony Russo und Joe Russo. 160 Min.
Inhalt: Während die Avengers immer wieder damit beschäftigt waren, die Welt vor Gefahren zu beschützen, mit denen ein einzelner Held alleine nicht fertig wird, ahnten sie nicht, dass im Schatten des Alls jemand die Strippen zog. Doch nun tritt dieser intergalaktische Despot ans Licht: Thanos (Josh Brolin) hat das Ziel, alle sechs Infinity-Steine zu sammeln. Diese Artefakte würden ihm unglaubliche Macht verleihen und die Realität nachhaltig verändern. Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth) und ihre Mitstreiter müssen erkennen, dass alles, wofür sie bislang gekämpft haben, in Gefahr ist. Das Schicksal der Erde hängt davon ab, dass sie sich trotz aller Differenzen und auch ausgetragener Kämpfe nicht nur noch einmal zusammenraufen, sondern auch neue Verbündete finden – etwa die Guardians of the Galaxy um Star-Lord (Chris Pratt), Gamora (Zoe Saldana) und Drax (Dave Bautista).
Nach den ersten Trailern hatte ich eigentlich nicht geplant, für diesen Film sofort ins Kino zu laufen, da der Eindruck vermittelt wurde, dass die Guardians of the Galaxy, meine Lieblinge im Marvel-Universum, nur eine kleine Rolle hätten und erst im zweiten Teil auftreten würden. Es kamen dann aber weitere Trailer, die das korrigierten und so eilte ich gerne ins Kino. Zurecht! Der Film ist eine gelungene Kulmination aller 18 vorangegangenen Marvel-Filme, ein echtes Magnum Opus. Spannend und emotional, mit toller Action und einer ordentlichen Prise Humor, also alles, was man für einen gelungenen Filmabend benötigt, nicht zuletzt wegen dem sehr gut herausgearbeiteten Gegner, denn der ist immer ein entscheidender Faktor für die Qualität eines Films. Und das nur dank der Guardians of the Galaxy, denn die haben diesen Film gerettet. Die Szenen auf der Erde waren okay, aber jene im Weltall, wow, die waren richtig toll. Dort gibt es auch den Humor, der bei diesen Filmen so wichtig ist. Iron Man und Spiderman haben mir noch nie so gut gefallen und Thor hat zum Glück das Ragnarök-Niveau von Taika Waititi beibehalten.
Der Film ist ein Zweiteiler, dessen nächste Hälfte am 24. April 2019 in die Kinos kommen soll. Dazwischen gibt es aber noch zwei weitere Marvel-Filme, nämlich Ant-Man and the Wasp sowie Captain Marvel. Ich bin schon sehr gespannt, wie diese zwei in die Lücke zwischen die beiden Infinity War-Teile passen. Jedenfalls hat der Film hier ein offenes Ende, ein sehr gelungenes offenes Ende und ich sehe schon, wie wir das nächste Jahr mit Spekulationen und Gerüchten zur Fortsetzung überhäuft werden. Ich habe selbst auch meine Theorien, die ich aber für mich behalte.
Fazit: Wem die Marvel-Filme auch nur ein bisschen gefallen, der sollte Infinity War auf jeden Fall schauen. Wer aber mit diesem Superhelden-Quatsch generell nichts anfangen kann, wird auch hier seine Meinung nicht ändern.

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Gedankensprung: Überhebliche Intelligentia oder Lob auf die Unterhaltung

Ich habe schon öfters auf die Diskrepanz zwischen Preisverleihungen und Besucherzahlen bei Filmen hingewiesen. Im Zusammenhang damit ist mir aber noch etwas anders aufgefallen, was vor allem am Jahresende eklatant wird, wenn es die Best-of-the-year-Diskussionen gibt. Nämlich die Überheblichkeit mancher Personen, ihre „wertvollen“ Filme als besser darzustellen und alle anderen Filme als dumm.
Ich habe zum Beispiel deklariert, dass Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten mein Lieblingsfilm 2017 war, ein Freund von mir hat dasselbe von Thor 3 – Tag der Entscheidung behauptet. Dann gibt es jedoch genug Leute, vor allem im anonymen Internet, die da sofort drauf anspringen und erklären, wie falsch wir doch liegen und präsentieren selbst einige Filme. Wenn wir am Ende eine Diskussion darüber haben, ob Spiderman – Homecoming oder Guardians of the Galaxy Vol. 2 besser ist, dann wäre das ja eine Sache und voll akzeptabel. Sehr oft aber wird dann erklärt, dass zum Beispiel Dunkirk, den ich ja nicht gesehen habe, oder einen anderer Oscarfilm eindeutig der beste sei. Also hochkarätig besetzte Dramen, künstlerisch wertvolle oder philosophisch fordernde Filme. Was bis zu diesem Punkt auch noch absolut in Ordnung ist. Doch dann kommt fast immer der Punkt, an dem diese Repräsentanten der Möchtegern-Intelligentia uns Unterhaltungsfans unterstellen, dass wir ungebildete Dummköpfe sind, die keine Ahnung haben von wahrer Kunst, von guten Filmen und daher nicht mitreden dürften.
Auf YouTube gibt es einen Kanal Namens Screen Junkies, die eigentlich das ganze Jahr nur über Unterhaltungsfilme sprechen, aber am Jahresende dann, wenn sie den besten küren müssen, plötzlich einen Titel aus dem Hut zaubern, den sie vorher noch nie erwähnt haben. Das habe ich dann schon ein bisschen heuchlerisch empfunden.
Wie ich schon öfters erwähnt habe, ist es sehr schwierig zu definieren, ob ein Film gut oder schlecht ist. Es ist eine reine Geschmackssache. Meine persönliche Meinung zu dem Thema ist: Ein Werk ist gut, das seinen Konsumenten zufriedenstellt. Daher ist es auch für mich überhaupt kein Problem mit einer Person darüber zu diskutieren, ob Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten besser als Shape of Water ist oder umgekehrt. Mein Problem beginnt dann, wenn jemand einen Film ganz klar nur deshalb als gut empfindet, weil er denkt, dass er damit zu einer Pseudo-Kultur-Elite gehört und wir anderen, die uns bei einem Actionfilm köstlich amüsieren, automatisch der dummen Unterschicht angehören.
Was ist so falsch daran, wenn einem ein Marvel-Film gefällt, ein Autorennen- oder ein Horrorfilm? Und wenn mir dieser besser gefällt als der Oscar- oder Cannes-Preisträger, dann ist das kein Zeichen von Dummheit und Niveaulosigkeit. Ich habe immer wieder erklärt, dass mir Star Trek so gut gefällt, weil es eine helle optimistische Zukunft präsentiert. Ich habe schon genug Stress in meinem Leben, sehe in den Nachrichten schon genug deprimierende und düstere Begebenheiten. Warum also sollte ich Zeit und Geld investieren, das gleiche im Kino zu sehen? Ich möchte dort Spaß haben, unterhalten werden, Abstand vom Alltag finden. Manchmal schaue ich sehr gerne solche Filme wie Three Billboards Outside Ebbing, Missouri, aber dazu benötige ich die entsprechende persönliche Stimmung und Atmosphäre, die ich jedoch nach einem anstrengenden Arbeitstag nicht habe. Die Unterhaltungsindustrie hat einen berechtigten Platz in unserer Welt und die Leute, die diese Filme anschauen, sollten sich nicht ständig anhören müssen, welch niederes Niveau und schlechte Bildung sie doch haben.
So, genug davon. Ich habe das nur geschrieben, weil ich diese Gedanken nun schon eine Weile mit mir rumtrage und endlich loswerden möchte. Denn eines möchte ich noch anmerken: Die Wut auf solche angeberischen Pseudo-Intellektuellen wird auch in den Alltag, den sozialen Umgang miteinander und schlussendlich den politischen Diskurs getragen.

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Spiel: Cry Havoc (Portal Games)

Was für ein tolles Spiel.
Von Grant Rodiek, Michał Oracz und Michał Walczak (ca. 60-120 Min.; 2-4 Spieler)
Seit zwei Jahren schreie ich schon bei jeder Gelegenheit, dass ich dieses Spiel spielen möchte. Und jetzt war es endlich soweit! Normalerweise wäre so eine gewaltige Erwartungshaltung ein Garant für eine Enttäuschung, aber nicht hier. Das Spiel ist einfach super. Area Control in einem atmosphärischen Sci-Fi-Szenario mit etwas Deck Building und interessanten asymmetrischen Spezialfähigkeiten. Sehr strategisch und spannend, viel Action auf wenig Platz.
Besonders gefällt mir das einzigartige Kampfsystem (keine Würfel!). Es gibt nämlich in jedem Kampf drei Phasen und man muss sich immer entscheiden, welche im Kampf involvierten Figuren man in welcher Phase verwenden möchte. Ich stelle also vielleicht Drei zu Eroberung, Eine zu Gefangennahme und Zwei zu Töten. Darauf reagiert der Verteidiger und stellt seine Truppen irgendwo in diese drei Phasen. Wer bei Eroberung die Mehrheit hat, erhält die Kontrolle über das Gebiet; Wer bei Gefangennahme die Mehrheit hat, nimmt Gefangene (jede Runde Punkte; Gegner weniger in Reserve); Wer bei Töten die Mehrheit hat, tötet (sofort Punkte). Das Interessante ist nun, dass sämtliche Technologien, die man bauen kann und Aktionskarten, die man spielen kann, in unterschiedlichster Weise diese Mehrheiten beeinflussen oder gar die Reihenfolge der Phasen verändern. Das ist sehr spannend und sehr gut gemacht.
Das Spiel sollte man aber auf jeden Fall zu viert spielen, bedingt zu dritt, aber nie zu zweit. Wenn man nämlich nicht zu viert spielt, wird eines der Völker nach speziellen Regeln vom Spiel gelenkt und das ist von der Handhabe her ein bisschen lästig und auch nicht spannend. Naja, bei uns zumindest. Bei drei Spieler fällt es nicht so auf, weil man immer noch einen Zweifrontenkrieg führt – und tatsächlich habe ich gehört, dass diese Spielerzahl den meisten am besten passt – bei zwei Spielern ist es einfach sehr monoton.
Ein weiterer Negativpunkt ist das Regelwerk. Sehr viel wird nicht erklärt, man muss einiges interpretieren und bei einigen Stellen waren wir uns bis zum Schluss nach mehreren Partien nicht sicher, ob wir es schon richtig spielen.
Fazit: Absolut empfehlenswert.

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Buch: Lilie, Ralph-Johannes – Byzanz. Geschichte des oströmischen Reiches

Das für mich bisher interessanteste Buch aus der Beck-Wissen-Reihe.
Ich habe mittlerweile etwas über vierzig Bücher dieser Reihe gelesen und ich finde allesamt faszinierend, manche schlechter, manche besser, ja, aber immer interessant. Doch kein Thema war derart neu für mich. Wenn ich etwa die Büchlein über die Piraten oder die Indianer Nordamerikas gelesen habe, gab es viele neue Informationen, viele unbekannte Tatsachen, aber ich hatte vorher bereits ein allgemeines Grundgerüst, das bestätigt und ausgebaut wurde. Byzanz hingegen lag immer nur in der Peripherie meines Geschichtsverständnisses, eine Randfigur der großen Ereignisse. Doch eigentlich haben wir hier ein Reich, das über 1.000 Jahre existierte, vor dem Mittelalter entstand und erst danach unterging, die Traditionen des Römischen Imperiums direkt weiterführte, dessen Administration, Götterkulte und Rechtsverständis. Ein Reich, das 1.000 Jahre lang ständig von allen Seiten angegriffen wurde und dennoch überdauerte.
Dieses Buch hat mir deshalb so gut gefallen, weil es etwas auf verständliche Weise präsentiert, von dem ich bisher eigentlich überhaupt keine Ahnung hatte. Dieses Buch hat mir aber auch die Augen geöffnet, denn an sich halte ich mein Geschichtswissen für ziemlich gut, doch hier wurde mir offenbart, dass es noch genug Dinge gibt, von denen ich nichts weiß. Ich lerne immer gerne neue Dinge und jetzt nach diesem tollen Buch bin ich ganz motiviert sofort das nächste zu lesen.
Fazit: Empfehlenswert.

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Byzanz: Geschichte des oströmischen Reiches 326-1453
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Serie: A Series of Unfortunate Events / Eine Reihe betrüblicher Ereignisse – Staffel 2

Gelungene Fortsetzung.
Eigentlich gibt es dazu nicht viel zu sagen. Ich habe bereits im Beitrag zu Staffel 1 alles ausgeführt und hier nun wird die Geschichte in der gewohnten Qualität mit einigen tollen Stargästen fortgeführt. Wem also die erste Staffel gefallen hat, der wird auch hier weiterhin seine helle Freude haben, denn der Plot bleibt spannend, interessant und lustig. Weil es eine fortlaufende Geschichte ist, sollte man die Serie natürlich von Anfang an schauen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Auslöschung (2018)

Spannender Film mit tollen Schauspielern.
Sci-Fi / Horror mit Natalie Portman von Alex Garland. 120 Min.
Inhalt: Vor mehr als 30 Jahren erschütterte ein mysteriöses Ereignis das Gebiet, das jetzt als Area X bekannt ist. Abgeschnitten von jeglicher Zivilisation begräbt die Natur die spärlichen Überreste menschlicher Kultur unter sich. Die geheime Regierungsorganisation „Southern Reach“ sieht sich dafür zuständig, herauszufinden, was in Area X vorgefallen ist und was nun hinter der unsichtbaren Grenze geschieht. Insgesamt elf Expeditionen sandte Southern Reach in das kontaminierte Gebiet – niemand kehrte je zurück. Ein zwölftes Team, bestehend aus fünf Wissenschaftlerinnen, soll nun endgültig die Geheimnisse der Region lüften. Doch sind es nicht nur die Mysterien von Area X, sondern die Geheimnisse der vier Frauen untereinander, die die Expedition gefährden.
Wenn noch irgendwann irgendjemand zu mir sagt, Frauen wären keine guten Schauspieler, dann zwinge ich ihn, diesen Film hier anzuschauen. Portman bietet hier eine Meisterleistung, aber auch ihre vier Gefährtinnen sind wirklich großartig. Abgesehen davon, ist das ein optisch sehr toller Film. Wenn man das gleiche nochmal ohne Horrorelemente machen würde, würde ich es sehr vielen Leuten empfehlen. Der Plot bleibt spannend bis zum Schluss, hält einen ständig gefesselt. Die Erkundung von Area X ist toll gemacht und bietet viele coole Elemente. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, allesamt interessant. Spätestens beim Ende scheiden sich die Geister. Nun, es ist halt Sci-Fi-Horror und in dem Sinne hat es mir eigentlich schon gefallen.
Fazit: Empfehlenswert.

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Buch: Lustiges Taschenbuch Galaxy 01

Entenhausen und Space-Science-Fiction in einem Band? Hat da jemand meine intimsten Gedanken und Wünsche gelesen? Klar, dass ich mir den ersten Band sofort schnappe – okay, eigentlich zwei Monate zu spät.
Der Kauf dieses LTBs hat mich aber auch zu einer ernüchternden Erkenntnis geführt: Die Entenhausen-Comics sind nicht mehr so weit verbreitet und in so einer Auswahl präsent, wie es in meiner Kindheit der Fall war. Damals gab noch bei jedem Zeitschriftenhändler ein Drehregal voll mit LTBs und anderen Formaten aus demselben Universum. Vielleicht habe ich aber auch jetzt nur einen falschen Eindruck gewonnen. Tatsache ist aber, dass ich eine Woche lang mehrere Geschäfte aufgesucht habe, bis ich diesen Band hier schließlich beim Buchhändler meines Vertrauens bestellt habe.
In diesem Band haben wir also 14 Geschichten, die allesamt im Weltall spielen, wovon 8 eine deutsche Erstveröffentlichung darstellen. Es ist also nicht einfach nur eine thematische Zusammenfassung bereits bekannter Geschichten, sondern auch wirklich viel Neues enthalten. Die Geschichten selbst werden wiederum in drei Kategorien eingeteilt:
A) Star Top (2 Geschichten): Das hier ist Star Trek mit Disney-Charakteren. Dass mich so etwas begeistert, sollte wohl keine Frage sein. Man könnte das mit The Orville vergleichen, also Star Trek Feeling mit Humor. Das hier ist eine spannende Geschichte, als wäre sie tatsächlich von den Star Trek Autoren zu deren Glanzzeit geschrieben worden. Absolut empfehlenswert. Es ist jedoch eine zusammenhängende Geschichte, die sich vermutlich über die sechs geplanten LTB-Galaxy Bände ziehen und dann im letzten Band ihren Abschluss finden wird. Es würde sich anbieten, die alle irgendwann als Star Top Sammelband herauszugeben, aber jetzt hat man sie nun mal auf sechs Bände gestreckt. Das wäre nur schlimm, wenn die restlichen Geschichten schlecht wären, was zum Glück nicht der Fall ist.
B) Werktags im Weltraum (6 Geschichten): Hatten wir vorhin Star Trek, haben wir jetzt Star Wars, wenn auch nicht so evident. Es handelt sich hier um Kurzgeschichten aus einem Fantasy-Space-Universum, die sehr lose zusammengehören.
c) Galaktische Geschichten (6 Geschichten): Das hier wären nun die Geschichten, die bereits einmal irgendwo in einem LTB auf Deutsch veröffentlicht worden sind. Jede steht für sich alleine, bzw. zwei gehören zur O.M.A-Serie, und sie spielen alle im Entenhausen der Gegenwart, nur eben mit ausgereifter Raketentechnologie, um das Universum unsicher zu machen.
Fazit: Allein wegen den Geschichten aus den Kategorien A und B kann ich dieses LTB nur empfehlen. Sie sind kreativ, lustig, spannend und sehr gut gezeichnet. Die anderen Geschichten sind einfach ein netter Bonus, auch unterhaltsam, auf jeden Fall, aber eben nicht das Herzstück dieses Bandes.

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Gedankensprung: Serien-Overkill

Wer soll das alles schauen?
Netflix, Amazon, Hulu, traditionelle Fernsehsender u.v.m. produzieren Serien am laufenden Band. Ich habe einmal darauf hingewiesen, dass wir uns im „goldenen Zeitalter der Serien“ befinden, was die Produktionsqualität betrifft. Aber jetzt wird es einfach zu viel. Wer soll denn das alles schauen? Letztens habe ich eine Trailershow für neue Serien von Netflix geschaut und interessieren würden mich davon fast alle. Das ist aber nur ein (!) Serienanbieter und dazu kommen noch alle Serien, die ich bereits schaue und auf deren nächste Staffeln ich schon warte. Aber auch bei Filmen, Büchern, Spielen gibt es viel zu viel, um alles von einer einzigen Person konsumiert zu werden. Das hat natürlich viele Vorteile, denn so wirst du viel mehr Dinge finden, die deinen Geschmack treffen. Weil man nicht alles schauen kann, informiert man sich im Vorfeld viel genauer, was man dann konkret schaut, was wiederum dazu führt, dass man nur noch selten enttäuscht wird. Das bedeutet aber auch, dass man nur noch höchstselten seine Komfortzone verlässt und andere Dinge ausprobiert, andere Dinge entdeckt. Darüber, dass allgemein zu viel produziert wird und dessen Konsequenzen, habe ich schon an einer anderen Stelle geschrieben.
Es gibt aber noch ein weiteres psychologisches Problem, das damit einhergeht: Die Angst vor dem Verpassen. Wenn ich mich mal entscheide eine Serie nicht zu schauen, aber das ist dann genau die, über die alle reden, dann ist das schon nervig. Aber auch einfach nur die Angst, ein richtig tolles Produkt ausgelassen zu haben, es dann ein Leben lang zu bereuen.
Letztens ist mir das mit einem Anime passiert. In der Winterstaffel 2018 hatte ich mich dafür entschieden, die Serie Sora yori mo Tooi Basho nicht zu schauen, aber jetzt in den Reviews lese und in Gesprächen mit Freunden höre ich überall wie toll sie doch ist. Was ich da so mitbekomme sagt, dass die Serie eigentlich voll meinen Geschmack getroffen hätte. Aber es gibt immer so viele Serien und ich kann ja nicht alle schauen, man muss sich entscheiden.
Ich verstehe durchaus, dass es sehr schwer ist, einen Trend auszulassen, man fühlt sich dann wie ein Außenseiter. Ich möchte auch gar nicht wissen, wie viele Leute eine Serie gar nicht schauen, sondern nur die Zusammenfassungen im Internet lesen, damit sie mitreden können. Im Vergleich zu den meisten schaue ich viele Serien. Eine Episode am Morgen, eine zu Mittag und dann nochmal ein bis drei am Abend. Und selbst mit dieser Menge komme ich nicht mit, muss Dinge auslassen, aufschieben. Ich habe für mich aber gelernt, damit umzugehen, zu chillen, das alles nicht so ernst zu nehmen. Und daher werde ich auch Sora yori mo Tooi Basho nicht nachholen. Warum den Stress antun, noch eine Serie rein zu schieben, wenn man schon genug hat?

Fazit: Lehnt euch zurück, trinkt eine Tasse Tee und betrachtet nochmal all die Dinge, die ihr schon habt. Atmet einmal tief durch und akzeptiert, dass ihr nicht jede Neuheit haben könnt und dass es auch gar nicht wichtig ist, alles zu haben. Entspannt euch einfach.

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