Spiel: 4 Seasons (Pegasus)

Eine leichtere Variante von Hanamikoji.
Von team SAIEN (ca. 15 Min.; 2 Spieler)
Mir gefällt Hanamikoji sehr gut und dementsprechend finde ich auch 4 Seasons nicht schlecht und ich denke durchaus, wer das andere nicht kennt, wird hiermit seine helle Freude haben. Ich persönlich nicht, denn es ist mir zu einfach im Vergleich. Während man nämlich bei Hanamikoji vier verschiedene Aktionen hat, die man alle einsetzen muss, macht man hier immer das gleiche, was durchaus auch seinen Reiz hat. Ich gebe dem Mitspieler zwei Karten und er entscheidet, welche davon er in die Mitte als Punkte für beide Spieler legt und welche er bei sich behält, um in einer Farbe die Mehrheit zu erhalten. Das Ziel ist es also dem Gegner solche Karten zu geben, dass er für dich etwas Gutes tut und natürlich mit den Karten, die er mir gibt, ihm nichts Gutes zu tun. Das Spiel ist sehr spannend und konfrontiert einen ständig mit schwierigen Entscheidungen.
Wie gesagt bevorzuge ich vom Thema und den Entscheidungen her Hanamikoji, aber auch 4 Seasons würde ich jederzeit spielen.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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4 Seasons
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Buch: Jonasson, Jonas – Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind

Aufgrund der anderen Bücher das Autors hatte ich leider zu hohe Erwartungen. Aber kein schlechtes Buch.
Inhalt: Johan Andersson – seit seinen zahllosen Gefängnisaufenthalten nur noch »Mörder-Anders« genannt – ist frisch aus dem Knast entlassen und braucht einen neuen Job sowie neue Freunde. Da kommt ihm die Begegnung mit der geschäftstüchtigen Pfarrerin Johanna Kjellander, die wegen ihrer atheistischen Gesinnung arbeitslos geworden ist, gerade recht. Zusammen mit dem Hotel-Rezeptionisten Per Persson gründen sie eine »Körperverletzungsagentur« mit Mörder-Anders in der Rolle des Auftragsschlägers. Die Nachfrage läuft blendend. Bis Mörder-Anders nach dem höheren Sinn des Ganzen fragt, sich plötzlich für Gott interessiert und friedfertig werden will. Doch Stockholms Gangsterbosse haben mit ihm noch eine Rechnung offen und nehmen Mörder-Anders und seine Freunde gründlich in die Zange.
Mit Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand und Die Analphabetin, die rechnen konnte, hat Jonasson zwei großartige Werke geliefert. Dieses Buch hier steht diesen qualitativ in nichts nach, hat aber ein großes Manko, weshalb ich etwas enttäuscht zurück blieb. In Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand werden eigentlich zwei Geschichten erzählt, eine in der Gegenwart und eine in der Vergangenheit, wo der Hauptcharakter auf witzige Art bei den bedeutendsten Momenten des Kalten Krieges dabei war. In Die Analphabetin, die rechnen konnte ist das gesamte Buch wie der Vergangenheitsteil im ersten Buch. Mörder Anders ist nun aber komplett wie der Gegenwartsteil im ersten Buch. Mir hat der Vergangenheitsteil beim Hundertjährigen sehr gut gefallen und dementsprechend auch die Analphabetin, der Gegenwartsteil hat mir hingegen nicht gefallen und daher genauso wenig dieses Buch.
Wie immer ist das natürlich eine reine persönliche Geschmackssache. Ich finde, dieses Buch steht in seinem Schreibstil und Humor dem Gegenwartsteil vom Hundertjährigen in nichts nach, wem der also gefallen hat, wird auch hier seine Freude haben. Ich selbst habe erst sehr spät einige Momente witzig gefunden und gelacht. Das Buch hat sich eigentlich recht lang hingezogen, was halt darin liegt, dass dieser Humor mir nicht wirklich zugesagt hat.
Der Plot selbst ist definitiv kreativ und auch spannend genug, dass ich bis zum Schluss gelesen habe, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht. Das Ende passt gut zum Buch und wer sich bis dahin gut unterhalten hat, wird damit auch zufrieden sein.
Ich persönlich hätte mir wieder etwas Historisches erwartet, aber vielleicht geht der Autor ja im nächsten Buch wieder in diese Richtung.
Fazit: Unter Vorbehalte empfehlenswert.

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Serie: The Defenders – Staffel 1

Was sie alleine nicht schaffen, gelingt gemeinsam: mich zu unterhalten.
Hier ist Marvel das gleiche Kunststück gelungen wie bereits bei Avengers. Die ersten Filme von Iron Man, Captain America und Thor waren nicht wirklich gut, aber gemeinsam dann als Team war das eine großartige Show. Ebenso jetzt. Die Marvel-Netflix-Serien Jessica Jones, Daredevil, Luke Cage und Iron Fist haben mich eigentlich nicht richtig begeistern können, aber jetzt hier gemeinsam gefallen sie mir wirklich gut. Schauspielerisch retten die Jones- und Cage-Darsteller die Serie, während Daredevil und Iron Fist für coole Kämpfe sorgen. Doch eine Superhelden-Serie kann nur gut sein, wenn es auch der Gegner ist und mit Sigourney Weaver als Bösewicht ist das hier absolut gelungen.
Ich finde, die vier Helden haben untereinander eine gute Chemie, eine gute Balance gefunden, was gemeinsam mit dem tollen Gegner eine interessante Serie abliefert. Action, Humor und Spannung bieten eine gute Unterhaltung.
Am Ende der Serie ist jeder der vier Helden an einem neuen Punkt angekommen. Haufenweise Anspielungen wecken in Comic-Fans Vorfreude auf die nächsten Staffeln, ich selbst habe wohl die Hälfte nicht verstanden, weshalb ich diese Vorfreude nicht teilen kann. Auf eine zweite Defenders-Staffel würde ich mich freuen, auf weitere individuelle Serien und Staffeln nicht so.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: The Hitman’s Bodyguard (2017)

Tolle Action, coole Sprüche, gute Popcorn-Unterhaltung.
Action mit Ryan Reynolds von Patrick Hughes. 118 Min.
Inhalt: Der weltbeste Bodyguard wird engagiert, um ausgerechnet das Leben seines Erzfeindes zu schützen – eines weltweit berüchtigten Killers. Der unaufhaltsame Bodyguard und der manipulative Auftragsmörder versuchen seit Jahren sich gegenseitig auszuschalten, und müssen nun die nächsten 24 Stunden gemeinsam durchstehen.
Niemand schaut diesen Film wegen dem Plot, denn der ist so lächerlich an den Haaren herbeigezogen, dass er eine eigene Auszeichnung dafür erhalten sollte. Nein, diesen Film schaut man, um inmitten toller Action Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson zu sehen, die sich gegenseitig markante Sprüche an den Kopf werfen. Das funktioniert wunderbar und bietet daher gute Unterhaltung.
Fazit: Für Action-Fans zu empfehlen.

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Gedankensprung: Die Serien meiner Kindheit / Jugend

Nach den Spielen, Büchern und Filmen meiner Kindheit ist es nun Zeit über die Serien zu sprechen. Die habe ich für mich ganz alleine aus purer Langeweile entdeckt. Während meine Nachbarin in mir die Leidenschaft für Bücher, mein Stiefvater jene für Filme und ein Freund jene für Spiele geweckt hatte, gab es bei den Serien keine Person, die irgendwie Einfluss genommen hätte.
Serien sind ja ganz generell sehr gut für Kinder geeignet, weil die Eltern da täglich an fixen Zeiten den Fernseher einschalten können. So waren meine Freunde Pingu, Pumuckl und Biene Maya. Als ich dann in die Schule ging, war ich nachmittags – nach dem Mittagessen bei meiner Großmutter – immer alleine zuhause, was natürlich dazu führte, dass der Fernseher die ganze Zeit eingeschalten war. Zunächst öffnete ich einen italienischen Kanal, denn dort gab es zur Mittagszeit tolle Animes: Lupin III, Sailormoon, Gundam, Dragon Ball etc. Meine Liebe zu Animes ist also schon sehr alt, bevor ich überhaupt verstanden hatte, was dieses Wort bedeutet. Gegen 14:00 Uhr wechselte ich auf die deutschen Kanäle, auf denen einige weitere tolle Kinderserien folgten: Speedy Gonzales, Alfred J. Kwak, DuckTales, Als die Tiere den Wald verließen, Babar der Elefantenkönig, Die Fraggles, Tim und Struppi, Es war einmal … das Leben etc. Doch auch die endeten und dann kamen die Serien für Jugendliche und Erwachsene, die ich aber auch geschaut habe, weil ich ja alleine war: Star Trek, Knight Rider, MacGyver, Das A-Team etc. Am Abend dann liefen die Sitcoms wie Eine schrecklich nette Familie, Der Prinz von Bel-Air, Full House, Alle unter einem Dach etc. Dann kam meine Mutter und der Fernseher blieb schwarz – außer für die Nachrichten.
Die Hausaufgaben habe ich während der Werbepausen schnell gemacht oder während dem Fernsehen. Das Lernen hingegen litt ziemlich unter diesem Lebensstil. Aber was hätte meine alleinerziehende arbeitende Mutter auch machen sollen? Jeden Tag irgendeine Nachmittagsbetreuung bezahlen? Zweimal die Woche hatte ich das eh, also gab es für mich insgesamt drei Fernsehnachmittage pro Woche im Schnitt. Jedenfalls war dies die Geburt meiner Leidenschaft für Serien.
Ich könnte jetzt natürlich darüber philosophieren, ab das gut oder schlecht für mich war, aber das möchte ich nicht. Ich weiß nur, dass ich meinen Kindern nicht die gleiche Erziehung zukommen lassen möchte. Es wird kein Fernsehverbot geben, aber ich werde sicher nicht diese Exzessivität erlauben, wie ich sie hatte.

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Spiel: Shadows in Kyoto (EmperorS4)

Eine modernere, coolere Variante von Stratego.
Von Wei-Min Ling (ca. 15-30 Min.; 2 Spieler)
In diesem Spiel geht es darum, meine zwei Agenten mit Geheimbotschaften auf die gegenüberliegende Seite des Spielfeldes zu bringen. Ich gewinne, wenn ich dies schaffe oder wenn der Gegner drei meiner falschen Figuren gefangen nimmt. Man bewegt also seine Figuren und versucht dabei den Gegner zu täuschen, er soll ja in die Falle tappen und einen Falschen schnappen oder davon überzeugt sein, einen Falschen vor sich zu haben und ihn in Ruhe lassen, obwohl er der Richtige ist. Strategische Bewegungen und Täuschungsmanöver sind die Elemente dieses Spiels. Taktik-, Charakter- und Gerätekarten bieten zusätzliche Optionen, Felder mit speziellen Funktionen auf dem Spielplan ebenso.
Das Spiel ist spannend, interessant, bietet eine tolle Tiefe und man möchte es sofort noch einmal probieren. Der Frust einen falschen Agenten zu schnappen, obwohl man sich so sicher war, ist genauso groß wie die Freude, wenn es dem Gegner ebenfalls passiert.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Killjoys – Staffel 3

Heutzutage muss man ja für jede Space-Sci-Fi-Serie dankbar sein. Außerdem ist die hier auch gar nicht so schlecht.
Zu meinem Unverständnis, zu jenem der Fans und den Einschaltquoten zum Trotz ist Dark Matter abgesetzt und das hier auf fünf Staffeln verlängert worden. Na gut, das muss man akzeptieren.
Die Schauspieler sind von ihrer Leistung her im unteren Serien-Niveau anzusiedeln, das aufgebaute Universum bleibt konfus und der Plot ist streckenweise seltsam. Das bedeutet aber nicht, dass die Serie nicht unterhaltsam wäre. Es gibt zahlreiche witzige Momente, einige gelungene Actionszenen und eine angenehme Grundspannung zieht sich durch die gesamte Staffel, die in einem brutalen Cliffhanger endet.
Ich werde die Serie auf jeden Fall weiter schauen, denn sie gefällt mir eigentlich schon. Naja, sie unterhält mich und das ist das wichtigste. Warum dem aber ist, kann ich nicht wirklich erklären. Als Gesamtpaket ist die Serie absolut nicht empfehlenswert, aber sie bietet so viele tolle Einzelmomente, dass ich dennoch hängen geblieben bin.
Fazit: Nur für Space-Sci-Fi-Nerds, die bereits alles andere aus dem Genre geschaut haben.

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Film: The Foreigner (2017)

Schauspielerisch das beste, was ich von Jackie Chan und Pierce Brosnan je gesehen habe.
Action / Thriller mit Jackie Chan von Martin Campbell. 114 Min.
Inhalt: Als die Tochter von einem demütigen Restaurantbesitzer bei einem Bombenattentat irischer Terroristen stirbt und er von offizieller Seite keine Hilfe bekommt, nimmt er das Gesetz in die eigenen Hände und geht auf einen Rachefeldzug durch London und Nordirland.
Das ist kein typischer Jackie Chan Film. Humor und kreativen Kampfsport sucht man hier vergebens. Jackie hat schon einige Male in China versucht eine seriöse Rolle anzunehmen, doch das ist ihm nie gelungen. Hier hingegen erleben wir einen Jackie, wie wir ihn noch nie gesehen haben. Aber auch Brosnan liefert die Performance seines Lebens. Der Regisseur hat in dieser Hinsicht wirklich großartige Arbeit geleistet.
Der Film behandelt die Aufarbeitung des nordirischen Konflikts, wie die alte Garde Gräben überwinden will, aber junge Hitzköpfe damit nicht zufrieden sind. Die Plotlinie mit Brosnan bietet einen sehr spannenden politischen Thriller, der auch für sich alleine ein toller Film geworden wäre. Der Handlungsstrang mit Chan hingegen erzählt eine reine Rachegeschichte, mit gut gemachter Action in bester Rambo-Manier.
Das Problem am Film ist die Zusammenführung dieser beiden Stränge. Man hat teilweise das Gefühl, dass hier ein Politik-Thriller geschrieben wurde und dann irgendjemand gesagt hat, da muss Jackie Chan noch irgendwie rein. Denn tatsächlich tut Jackie für diesen Film genauso viel wie Indiana Jones für Jäger des verlorenen Schatzes. Man darf aber nicht vergessen, dass das hier ein Rachefilm ist. Auch wenn es im ersten Moment komisch wirkt, ist es eigentlich super gelungen. Denn Jackies Charakter interessiert sich nicht für Politik, Konsequenzen oder andere Dinge, er will nur Rache.
Mir persönlich gefällt der Film sehr gut. Der Plot ist spannend, die Schauspieler super und visuell sind einige coole Aufnahmen gemacht worden. Speziell möchte ich den Kampf zwischen Jackie und dem britischen Elitesoldaten im nordirischen Wald hervorheben. Der hat mich an den Dachkampf in Jackie Chan ist Nobody erinnert, einer der besten Kampfszenen in Jackies Karriere.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Gedankensprung: Die Filme meiner Kindheit / Jugend

Nach den Spielen und Büchern ist nun also Zeit über die Anfänge meiner Leidenschaft für Filme nachzudenken. Und wie auch bei jenen zwei gibt es hier klar fassbare Personen, die mich beeinflusst haben, nämlich mein Onkel und mein Stiefvater.
Ich wuchs ohne Vater auf und meine Mutter hatte generell kein Interesse für irgendwas, was auch mich interessiert hätte. Es war mein Onkel, der bei uns einen Videorekorder installierte und Videokassetten vorbeibrachte. Die fernsten Filmerinnerungen beinhalten Disney-Filme, Bugs Bunny und Bud Spencer. Mein Liebling war Speedy Gonzales, die schnellste Maus von Mexiko. Diese Videokassette haben wir glaub ich über mehrere Jahre hinweg jedes Wochenende geschaut. Aber das war kein Film, die Serien folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Ich habe in meiner Kindheit generell wenig Filme geschaut. Den Fernseher durfte ich in Anwesenheit meiner Mutter nur einschalten um entweder eine der Videokassetten zu schauen oder wenn Bud Spencer im Fernsehen lief. Terence Hill alleine war nicht genug, denn der hat auch einige unlustige Filme gedreht.
Der erste Film, an den ich mich erinnere, ihn im Kino geschaut zu haben, und zwar nicht in einem Kinderkino, war Street Fighter mit Jean-Claude van Damme. Mit einem Freund bin ich damals ins Kino geschlichen, obwohl damals in diesem kleinen Kino niemand unser Alter kontrolliert hat, man es also nicht wirklich als schleichen bezeichnen kann. Gefühlt haben wir uns dennoch großartig, als hätten wir das System betrogen. Das war auch die Zeit, als meine Mutter kurzweilig einen Lebensabschnittspartner hatte, der mit uns am Abend Ghostbusters und andere Kinoperlen der 80er geschaut hat. Das war aber nur eine sehr kurze Phase, ein kleiner Vorgeschmack sozusagen. Es folgten dann weitere zwei Jahre mit den kindgerechten Videokassetten meines Onkels, bis dann mein Stiefvater kam. Der war ein noch größerer Filmfan als ich es heute bin. Wie ein Ertrinkender, der plötzlich eine Tonne Wasser bekommt, habe ich mich damals gefühlt. Geschaut haben wir alles zusammen, Klassiker und Neuheiten, über alle Genres und Altersgrenzen hinweg. Er war ein großer Actionfan und seine Liebe für Stallone, Schwarzenegger und van Damme hat ordentlich auf mich abgefärbt. Jackie Chan aber war eine ganz eigenständige Entdeckung von mir. Da ich damals ein großer Indiana Jones – Fan war, wollte ich ähnliche Abenteuer-Archäologie-Filme schauen und bin dann auf Mission Adler – Der starke Arm der Götter gestoßen. Der hat mir auf Anhieb gefallen und sogleich war ich ein Fan von diesem Schauspieler. Aufgrund der gewaltigen VHS- und später DVD-Sammlung meines Stiefvaters war ich zeitwillig Ansprechperson Nr. 1 in unserer Clique, Schule, Stadt, wenn es um Filme ging, bis eine Videothek und schließlich das Internet kam. Ich war sogar vom ersten Tag an Leser der Jugendzeitschrift Limit und ich war unheimlich traurig, als sie nach sechs Jahren eingestellt wurde.
Vor allem habe ich von meinem Stiefvater gelernt einen Film aktiv zu schauen. Man setzt sich hin, ist leise und konzentriert. Auch heute noch ärgere ich mich ungemein, wenn irgendjemand mich mit irgendwelchen Geräuschen stört. Für mich ist Filmschauen ein tolles Erlebnis, für das ich mir gern Zeit nehme.

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Spiel: Istanbul – Das Würfelspiel (Pegasus)

Irgendwo zwischen gemütlichem und strategischem Würfelspiel.
Von Rüdiger Dorn (ca. 20-40 Min.; 2-4 Spieler)
An sich wäre dieses Spiel ja nicht schlecht, es hat halt die Schwächen eines Würfelspiels in verstärkter Form. Wir würfeln hier also unsere fünf Würfel und schauen, welche Kombinationen sich daraus ergeben. Dazu hat jeder Spieler eine ziemlich lange Liste mit möglichen Aktionen, von denen er genau zwei ausführen darf. Idealerweise ist eine davon, einen Rubin aus dem Markt in der Mitte zu nehmen, denn damit gewinnt man das Spiel.
Da man sich bei einem Würfelspiel für eine Aktion erst dann entscheiden kann, wenn man das Würfelergebnis kennt, liegt es in der Natur der Sache, dass solche Spiele Downtime haben. Man macht also ein schnelles Würfelspiel, um diese kurz zu halten oder ein strategisches, damit man auch schon ohne Würfel Überlegungen anstellen kann. Beides trifft leider hier nicht zu. Aufgrund der Kombinationsmöglichkeiten können sich die Überlegungen ziemlich in die Länge ziehen, speziell, wenn man durch mehrere Marktstände verschiedene Boni nutzen kann. Zusätzlich kann man durch eine Aktion Aktionskarten bekommen, muss sich für eine von diesen entscheiden und sie sofort spielen. Das ist auch sehr zeitraubend. Andererseits kommen manchmal Würfelergebnisse, bei denen man gar keine Entscheidungsfreiheit hat, weil die Kombinationen so beschränkt sind. Man hat also entweder eine langwierige Analyse oder wird vom Spiel gespielt. Da es nun außer den Würfeln nichts gibt, anhand dessen man etwas planen könnte, ist man gezwungen, auf seinen Zug zu warten. Das führt eben auch dazu, dass man vom Würfelglück abhängig ist.
Im Grunde läuft jeder Zug so ab, dass man auf eine bestimmte Kombination hofft. Wenn man sie bekommt, geht es schnell, wenn nicht, überlegt man eine Weile rum. Idealerweise besorgt man sich sehr früh den Marktstand mit einer Extra-Aktion, damit man mehr machen kann, wodurch sich das Entscheiden vereinfacht.
Wenn man sich hinsetzt und das hier als Glücks-Würfelspiel akzeptiert, dann kann man auch Spaß haben. Kriege ich die richtige Kombination? Ach nein, was für ein dummes Ergebnis, was kann ich damit machen? Man wird zu Beginn in die Annahme gelenkt, dies hier sei irgendwie strategisch. Die einzige Vorausplanung wäre Ressourcenplättchen zu sammeln, um dann auf dem Bazar Kristalle zu erwerben, aber da dies so eindeutig ist, kann es kaum als Strategie bezeichnet werden. Nein, das hier ist ein Glücksspiel und sollte als solches betrachtet werden. Ich würde sogar noch die zeitraubenden Aktionskarten komplett entfernen und die Würfelseite mit dem entsprechenden Symbol entweder als Niete oder als Joker betrachten, um das Ganze zu beschleunigen. Denn dann macht das Spiel Spaß, in der richtigen Runde.
Fazit: Sollte man einmal probieren.

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