Serie: Stranger Things – Staffel 2

Genauso toll wie die erste Staffel, trotz einiger kleiner Makel.
All das, was einem in der ersten Staffel gefallen hat, wird hier wieder geboten, nämlich eine tolle Atmosphäre und viel Nostalgie. Das Mystery-Element ist nicht mehr so stark, da man eigentlich eh schon weiß, wer was ist. Dennoch bleibt der Plot bis zum Ende spannend und bietet ein tolles Finale. Einige Male hatte ich die Befürchtung, dass es mit einem Cliffhanger enden würde, aber das war dann zum Glück nicht der Fall. Das Ende ist schön, bietet Platz für mehr, was ich sicher schauen würde, kann aber auch so belassen werden.
Die Neuzugänge zur Staffel haben mir allesamt nicht gefallen, angefangen bei Max und ihrer Familie. Ich hätte mir da mehr erwartet als nur ein weiteres Team-Mitglied. Dass Samweis Gamdschie so ohne weiteres da mitmacht und in den Tunnel steigt, habe ich als seltsam empfunden, ebenso diesen komischen Verschwörungstheoretiker oder die Schwester. Ja, es sind schon gute Schauspieler, das Casting war also sehr gut, doch am Ende haben diese Charaktere für mich eher deplatziert gewirkt, nicht voll in den Plot integriert. Aber sie stören nicht, das ist das Wichtigste. Die Hauptlast trägt weiter der originale Cast und die Neuen laufen daneben mit.
Das größte Manko war aber sicherlich die Sidestory von Elf. Ich verstehe, dass man die ausarbeiten muss, aber ich habe sie als wenig überzeugend empfunden. In einer eventuellen dritten Staffel wird sicher das Hauptaugenmerk darauf liegen und da wird das dann hoffentlich besser umgesetzt.
Fazit: Auch diese Staffel kann nur empfohlen werden.

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Film: Swiss Army Man (2016)

Ein beispielloser verrückt-genialer Film.
Groteske Tragikomödie mit Daniel Radcliffe von Daniel Kwan und Daniel Scheinert. 97 Min.
Inhalt: Der schiffbrüchige Hank möchte sich auf einer einsamen Insel das Leben nehmen. Im letzten Moment wird er davon abgehalten, als er eine angespülte, regelmäßig flatulierende Leiche entdeckt. Zunächst benutzt er sie, um von der Insel zu entkommen. Anschließend schleppt er sie auf dem Rücken mit sich durch die Wildnis, in der Hoffnung, auf Zivilisation zu stoßen.
Der Film ist gleichzeitig eklig derb und einfühlsam philosophisch, aber sehr gut miteinander verwoben, nicht einfach in isolierten Szenen lose aneinandergereiht. Wenn ein Gespräch über Masturbation gleichzeitig eines über existenzialistisch-philosophische Fragen ist, dann ist das einfach ein handwerkliches Meisterwerk. Ich verstehe durchaus, dass viele Seher diesen Film bald wieder abgestoßen ausschalten, aber das ist schade, denn hier versteckt sich ein kleines Juwel, das sehr gut Themen wie Liebe, Einsamkeit und Freundschaft behandelt.
Getragen wird das Ganze natürlich von den sehr guten Schauspielern und dem tollen Soundtrack, wird der Film bisweilen ja auch als Musical geführt.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Swiss Army Man
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Gedankensprung: Essen 2017

Das größte Spielefest der Welt ist also wieder vorbei und ich habe traditionsgemäß aus der Ferne zugeschaut. Diesmal aktiv durch die Vlogs und Interviews von The Dice Tower sowie über verschiedene Instagram-Accounts. Speziell möchte ich an dieser Stelle das Interview mit Bruno Faidutti erwähnen, der drei Dinge gesagt hat, die ich kommentieren möchte:
1. Interessanterweise meinte er, dass er mit Ohne Furcht und Adel etwas innovativ-einzigartiges erschaffen hat, obwohl er sich in den Regeln selbst beim Adlung-Verlag und dem Autor Marcel-André Casasola Merkle bedankt, dessen Mechanismus aus dem Spiel Verräter verwenden zu dürfen. Das sei einfach mal so dahingestellt.
2. Er kritisiert, dass es zu viele neue Spiele gibt und nicht einmal mehr er als Profi die Übersicht hat, geschweige denn Hobby-Spieler. Kritisiert er es, weil dadurch seine Spiele weniger verkauft werden? Weil er mehr Konkurrenz hat? Oder weil er sich wirklich Sorgen um die Branche macht? Wer weiß.
3. Er meint, dass Cosmic Encounter für ihn das beste Spiel aller Zeiten sei. Wirklich? Puh, vielleicht sollte ich dem Spiel in einer anderen Gruppe eine zweite Chance geben.

Wie bereits letztes Jahr ist mir eigentlich kein Spiel richtig in die Augen gesprungen, es gibt also kein Spiel, das ich unbedingt spielen möchte, geschweige denn kaufen. Naja, so ganz richtig ist das nicht, denn die Erweiterung Diamante für Cacao werde ich mir sicherlich zulegen. Es gibt jedoch ein paar Spiele, dich ich sehr gerne probieren würde, wenn es sich irgendwann ausgeht, nämlich Pulsar 2849 (Czech Games Edition), Gaia Project (Feuerland Spiele), Altiplano (dlp games) und Majesty (Hans im Glück). Das ist natürlich sehr ambitioniert, habe ich doch meine letzten Wünsche Yamatai (Days of Wonder), First Class (Hans im Glück), Valletta (Hans im Glück), Blood Rage, Dead of Winter, Abyss, New York 1901, Oben und Unten, Ein Fest für Odin, Cry Havoc, Imhotep, Karuba, Murder and Deception in Hong Kong, Ice Cool und Scythe immer noch nicht gespielt.

Jedenfalls freue ich mich auf die Rückkehr meiner Spielkollegen und bin schon gespannt, was die nächsten Wochen auf dem Tisch landen wird.

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Spiel: Isle of Skye – Erweiterung „Wanderer“ (Lookout Spiele)

Das ist nicht eine Erweiterung des Basisspiels, sondern ein ganz neues Spiel.
Von Alexander Pfister und Andreas Pelikan (ca. 45-90 Min.; 2-5 Spieler)
Diese großformatige Erweiterung hat aus einem gemütlichen ein komplexes Strategiespiel gemacht. Das kann man positiv und negativ sehen.
Neben einfachen Landschafts- und Wertungsplättchen, sowie zusätzlichen Münzen und Siegpunktmarkern, die das Basisspiel bereichern, kommt noch das ganze Wanderer-Modul dazu. Das nimmt sehr viel Platz ein und verdoppelt die Spielfläche des Basisspiels, ein größerer Tisch wird also nötig sein.
Jeder Spieler erhält also eine Wanderertafel, einen Wanderer, Wegmarker und noch weitere Marker, die er alle für sein Königreich benötigt. Nach dem Anbau der Landschaftsplättchen darf der Wanderer sich bewegen und wenn er die korrekten Plättchen erreicht, darf ein Marker auf einer der drei Leisten auf der Tafel bewegt werden. Jedes Feld auf diesen Leisten gewährt einen Bonus, die eigentlich alle ziemlich gut sind. Beim Erwerb der Landschaftsplättchen gilt es also nicht mehr nur auf die Wertungsplättchen zu schauen, sondern auch auf die Wanderleisten, was den ganzen Denkprozess in die Länge zieht und auch manchmal in einer Analyse-Paralyse enden kann.
Ich bin hin- und hergerissen bei dieser Erweiterung. Einerseits gefällt sie mir sehr gut, bin ich ja auch ein Vielspieler, der kein Problem damit hat, zwei oder mehr Stunden dazusitzen und Strategien zu überlegen. Außerdem ist die Erweiterung sehr gut ausbalanciert, wie also auch beim Basisspiel sind die Spieler punktemäßig am Ende sehr eng zusammen. Andererseits ist Isle of Skye nun nicht mehr das Spiel, das uns damals so gut gefallen hat und deshalb so oft auf den Tisch kommt. Es nicht mehr ein gemütliches Strategiespiel, das man mit den meisten Gelegenheitsspielern spielen kann.
An sich ist das alles kein Problem. Wer es weiter gemütlich haben möchte, spielt ohne Erweiterung, wer es komplexer möchte, nimmt sie dazu. Man hat hier also nun ein Spiel mit zwei Schwierigkeitsstufen, die man je nach Bedürfnis anpassen kann. Die Frage aber bleibt: Wie oft wird die Erweiterung bei mir auf dem Tisch landen? Das Basisspiel spielen wir eigentlich ziemlich oft, weil es eben so gemütlich ist. Ich hoffe, die Erweiterung wird es genauso oft schaffen, gefällt sie mir doch wirklich gut und bietet tolle neue Optionen. Es ist halt immer eine Frage der Zeit und der Spielrunde.
Fazit: Wer Isle of Skye schon oft gespielt und gemeistert hat, sollte sich die Erweiterung unbedingt gönnen.

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Isle of Skye – Wanderer (Erweiterung)
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Buch: Cognetti, Paolo – Acht Berge

Ein schönes Buch über die Liebe zu den Bergen.
Inhalt: Pietro und Bruno sind beste Freunde, die in den Bergen aufgewachsen sind. Während der eine den Drang verspürt, die Welt zu bereisen, verlässt der andere sein Tal nie. Wer von den beiden macht das Richtige? Was bedeutet Glück? Was Schicksal? Das Buch verfolgt Pietro und seinem unsteten Leben, wie er immer wieder zu Bruno zurückkehrt und die beiden Welten, Weltansichten aufeinanderprallen.
Persönlich gefällt mir das Buch deshalb so gut, weil die Natur der Berge so wunderbar beschrieben wurde. Aber auch der Versuch heute als Bergbauer zu überleben und das Bedürfnis, in einem fremden Land Fuß zu fassen, sind alles Dinge, mit denen ich selbst konfrontiert war und bin. Wer aber nicht wie ich in den Bergen aufgewachsen ist und sich derart in die beiden Freunde hineinversetzen kann, wird wohl dem Buch nicht so viel abgewinnen. Vielleicht täusche ich mich da aber auch. Vielleicht ist diese Bergwelt derart exotisch, dass sie wieder interessant wird. Denn beschrieben wird sie wunderbar. Genauso wie die – traurige? – Veränderung dieser in den letzten 40 Jahren.
Auch wer schon immer mal wissen wollte, wie die Arbeit eines Hirten funktioniert, wie man auf 2.000 Meter Höhe ein Haus baut, wie Käse produziert wird oder wo ein Fluss entspringt, der sollte hier mal reinschauen. Alles wird so gut erklärt, als wäre man selbst dort und schaut zu.
Es ist ein ruhiges Buch, das gemächlich dahintreibt wie der kleine Bergbach und dem Leser genug Zeit lässt, selbst über die Fragen des Lebens nachzudenken. Ich habe es dennoch an einem Wochenende verschlungen, so gut hat es mir gefallen. Das Buch wird aber auch von einer interessanten Spannung angetrieben, da man schon wissen möchte, was aus den Beiden wird. Die Frage nach dem Glück muss am Ende aber jeder für sich selbst beantworten.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Serie: Dark Matter – Staffel 3 (abgeschlossen)

Schockschwerenot, was haben die da wieder gemacht?
Dass man so eine tolle Staffel mit einem offenen Cliffhanger enden lässt und dann die ganze Serie einfach absetzt, ist einfach schrecklich. Aber ganz langsam und von vorne. Also, die dritte Staffel hat super begonnen und ist sogar noch besser geworden also die vorherigen beiden. Das hat sich auch in den hervorragenden Quoten wieder gespiegelt, die sich enorm gesteigert haben. Daher waren die Macher auch zuversichtlich, dass eine weitere Staffel folgen würde, weshalb sie mehrere Handlungsstränge eröffnet, mehrere Geheimnisse angedeutet und am Ende einen tollen Cliffhanger gelassen haben. Ich finde die Serie sehr spannend, die Schauspieler gut und am Ende gab es auch eine tolle Raumschiff-Schlacht. Was braucht man mehr? Daher kam es wie ein Schock für alle Beteiligten und die Fans, dass die Serie plötzlich abgesetzt wurde, weil sie anscheinend zu teuer war. Bei der Serie Marco Polo habe ich verstanden, dass sich die Kosten mit den Quoten nicht rechnen, aber hier kann das niemand nachvollziehen. Es ist die dritte Serie dieses Jahr, die mich mit einem offenen Ende zurücklässt. Ich bin sehr enttäuscht, zumal der gleiche Sender die Serie Killjoys, die mir schlechter gefällt und auch schlechtere Quoten hat, auf fünf Staffeln mit einem ordentlichen Abschluss verlängert wurde. Nein, ich bleibe da schon ziemlich wütend zurück, weil das Ende eine tolle vierte Staffel versprochen hätte. Aber es gibt mittlerweile Haufenweise Petitionen und vielleicht wird ja wie bei Sense8 auf die Fans gehört und ein abschließender Film nachgeschoben. Die Hoffnung stirbt zuletzt und gerüchteweise soll es dafür auch schon Gespräche geben.
Fazit: Die Serie ist super, sollte jedoch kein ordentlicher Abschluss kommen, sollte man sie erst gar nicht beginnen.

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Film: Spiderman – Homecoming (2017)

Widerwillig geschaut, aber voll positiv überrascht.
Superhelden-Action mit Tom Holland von Jon Watts. 133 Min.
Inhalt: Immer noch euphorisch von dem packenden Kampf mit den Avengers kehrt Peter in seine Heimat zurück, wo er mit seiner Tante May und unter dem wachsamen Auge seines neuen Mentors Tony Stark lebt. Als aber The Vulture als neuer Gegenspieler auftaucht, gerät er plötzlich in große Gefahr.
Ich hatte eigentlich nicht geplant, schon wieder eine Spiderman-Verfilmung anzuschauen, bin dann aber dem Gruppenzwang erlegen. Zum Glück! Mir gefällt, wie in diesem Film die Story der Avengers-Filme konkret aufgegriffen wird, es also nicht einfach ein Film im Marvel-Universum ohne Kontext ist. Außerdem ist er auch eigenständig und neu, nicht ein Aufwärmen der bekannten Origin-Story. Passend zu diesem jungen Spiderman ist der Plot auch klein gehalten, es wird einfach ein Verbrecher gejagt, es gibt kein weltzerstörendes Ereignis und keine Stadt wird vernichtet. Das alles gefällt mir sehr gut. Weiters bietet der Film auch tolle Witze und gute Schauspieler. Die Actionszenen sind solide, Standard-Marvel-Qualität eben, aber nichts, was extra gelobt oder hervorgehoben werden müsste.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Spiel: 7 Ate 9 – Unter Spannung (Amigo)

Geschwindigkeitsspiel für Mathematiker. Kein Wunder, dass ich ständig verliere.
Von Maureen Hiron (ca. 5 Min.; 2-4 Spieler)
Bei diesem Spiel geht es darum, seinen Stapel als schnellstes fertig zu bekommen. In der Tischmitte liegt eine Karte, z.B. „8 +/- 2“, also darf ich auf diese Karte entweder eine „6“ oder eine „10“ legen. Die neue Karte hat wiederum eine +/- Rechnung abgebildet, die angibt, welche Karte als nächstes gelegt werden darf. Da es ein Geschwindigkeitsspiel ist, rechnen alle gleichzeitig, legen ständig Karten in die Mitte, wodurch dort immer neue Rechnungen liegen, bis einer keine Karten mehr hat.
Es ist ein mathematisches Geschwindigkeitsspiel. Wir hatten viel Spaß und haben gleich mehrere Runden gespielt, weil jeder einmal gewinnen wollte.
Fazit: Sehr zu empfehlen zum Aufwärmen vor einem Spieleabend.

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Buch: Follett, Ken – Das Fundament der Ewigkeit (Kingsbridge-Roman, Band 3)

Ein tolles Buch, dessen Spannung am Ende nachlässt und meine persönlichen Erwartungen leider nicht erfüllt hat.
Inhalt: Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Glaubenskonflikt zwischen Katholiken und Protestanten entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten.
Vorweg sei schnell gesagt, dass dies zwar der dritte Kingsbridge-Roman ist, er aber nichts mit den ersten Teilen zu tun hat, außer einigen Anspielungen für Fans und daher problemlos ohne Vorwissen gelesen werden kann. Wer dieses Buch nur liest, weil ihm Die Säulen der Erde gefallen hat, der wird enttäuscht werden. Wer es jedoch liest, weil ihm auch die anderen Follett-Bücher gefallen, der wird seine Freude damit haben. Das sagt eigentlich schon das wichtigste über dieses Buch. Es ist perfekt recherchiert, hat der Autor ja auch eine Horde Historiker engagiert, um genau das für ihn zu erledigen und das Manuskript dann mehrmals Korrektur zu lesen. Wer sich also für die Ereignisse im Zeitalter von Elizabeth Tudor interessiert, mit dem Fokus auf die Glaubenskriege in ganz Europa, der wird hier fündig. Das ist aber auch einer meiner Kritikpunkte: Es fühlt sich teilweise mehr wie die Nacherzählung von aneinandergereihten Ereignissen an, als ein Plot, der sich zum Ende hin zuspitzt. Im Gegenteil hat das Buch im letzten Drittel für mich dramatisch an Spannung verloren und viele Szenen habe ich dann nur noch übersprungen. Dafür bildete dann der kurze Epilog einen wunderbaren Abschluss.
Es ist zunächst wirklich spannend und interessant den verschiedenen Charakteren zu folgen, wie sie zwischen Kingsbridge, Calais, Sevilla, Antwerpen, der Karibik, Paris und London herumreisen und mit dem Hintergrund realer Ereignisse Abenteuer erleben. Follett hat hier wunderbare Panoramabilder geschaffen, mit denen man jenes Zeitalter sehr gut kennenlernt und eintauchen kann. Aber es ist zu lang. Irgendwann gibt es nichts Neues mehr zum Kennenlernen und der Plot verliert an Zug, ist einfach nicht mehr spannend, da nicht mehr überraschend.
Die für mich persönlich größte Enttäuschung war die knappe Darstellung des Geheimdienstes, obwohl das ein zentraler Teil der Werbung war und laut Autor auch der Grund, dieses Buch zu schreiben. Ist hier doch der erste Geheimdienst der Welt begründet worden. Ned Willard ist zwar ein Agent, aber ich hätte mir schon mehr zu Francis Walsingham und den verschiedenen Verschlüsselungsmethoden erwartet, als einfach nur das Sammeln von Informationen an verschiedenen Orten.
Ich habe dieses Buch also mit einer falschen Erwartungshaltung in die Hand genommen. Wem es jedoch um Politik, Glaubensfragen und Panoramadarstellungen geht, der wird mit dem Buch zufrieden sein. Allgemein finde ich die Darstellung der Katholiken und Protestanten sehr gut, haben doch beide Fehler gemacht und gehören kritisiert, es wird nichts schöngeredet und niemand als unschuldiges Opfer dargestellt.
Fazit: Für Follett- und Geschichtsfans durchaus zu empfehlen, wer sich aber ein spannendes Epos mit einem großartigen Showdown am Ende erwartet, der sollte wohl hier nicht zugreifen.

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Film: Die versunkene Stadt Z (2017)

Toller Film über eine wahre Forschungsexpedition.
Drama / Action mit Robert Pattinson von James Gray. 141 Min.
Inhalt: Erzählt wird die Geschichte des britischen Forschers Percy Fawcett, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Amazonasgebiet erkundete und dort Spuren einer zuvor unbekannten Zivilisation entdeckte. In der Heimat wurde er von anderen Wissenschaftlern aufgrund seiner Theorien belächelt und so kehrte er mit seinem Sohn zurück in den Dschungel, um Beweise zu finden, was jedoch in seinem spurlosen Verschwinden 1925 endete.
Der Film zeigt sehr gut die Gefühle und Weltanschauungen jener Zeit, sowie die Überzeugung von Percy Fawcett. Das ist auch viel wichtiger, als sein Leben getreu wiederzugeben. Statt sieben gibt es im Film nur drei Expeditionen, was natürlich dem zeitlichen Rahmen geschuldet und für die Geschichte selbst nicht weiter von Belang ist.
Fawcett ist ein Mann, der alles tut, um die von seinem Vater verlorene Familienehre wiederherzustellen, bis er im Amazonas eine Entdeckung macht, die seinen neuen Lebensinhalt darstellt. Seine Beweise sind jedoch zu wenig und die Einstellung gegenüber den Wilden zu tief, um in England irgendjemanden zu überzeugen. Und eben das wird im Film wunderbar dargestellt, wie er sich als Mensch im Amazonas verändert, in England jedoch auf Ablehnung stößt.
Der Charme des Films liegt auch darin, dass er nicht digital gedreht wurde, was das authentische Gefühl der damaligen Zeit verstärkt. Die Darstellung der Expedition ist nie übertrieben dramatisiert oder glorifiziert, was das Ganze so sehenswert macht. Sie gehen halt durch den Dschungel und plagen sich ab. In diesem Zusammenhang muss auch die Kameraführung lobenswert hervorgehoben werden, da die Atmosphäre einfach wunderbar eingefangen wird.
Das Einzige, was mich gestört hat, war ein bisschen das Ende. Real sind Vater und Sohn im Dschungel einfach verschwunden, hier im Film wird jedoch eine Theorie aufgestellt. Mir hätte es besser gefallen, wenn die beiden einfach den Dschungel betreten und dann aus dem Bild verschwunden wären.
Was diese Geschichte so interessant macht – und das ist auch der Grund, weshalb der Film jetzt gedreht wurde – ist ein Fund im Amazonasgebiet aus dem Jahre 2005. Bis dahin war Fawcett nämlich immer belächelt und seine Theorien nicht ernst genommen worden. Doch jetzt hat man konkret die Spuren einer Zivilisation im Amazonasgebiet gefunden und zwar genau dort, wo er es vermutet hatte.
Fazit: Sehr empfehlenswert.

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