Gedankensprung: Brettspiele solo spielen

Da ich momentan wie viele andere Menschen auf der Welt soziale Distanz halten muss, ist es schwer regelmäßig Gesellschaftsspiele zu spielen. Manche weichen auf digitale Varianten im Internet aus, aber die gefallen mir nicht, einige Plattformen haben sogar keine Lizenzen für manche der dortigen Spiele, sind also illegal. Außerdem fehlt mir bei digitalen Spielen das haptische Element.
Eine andere Alternative, die ich sogar ausprobiert habe, ist über Skype zu spielen. Es gibt manche Spiele, die man so spielen kann, wenn jeder Beteiligte eine Kopie des Spiels besitzt. Es gibt mittlerweile schon genügend Top 10 Listen im Internet, welche Spiele dafür geeignet sind. Ich selbst treffe mich regelmäßig mit einem Freund in Skype und wir spielen Blue Moon, was super funktioniert.
Aber mehr noch nutze ich diese Isolation um solo zu spielen. Ich habe bereits als Kind diese Abenteuerspielbücher gelesen, bei denen man selbst entschieden hat, wo und wie die Geschichte weitergeht. Während meiner Pen & Paper Rollenspielzeit habe ich zahlreiche Soloabenteuer gespielt, die auf dem selben Prinzip aufgebaut sind. Ich hatte also noch nie ein Problem damit, alleine etwas zu spielen. Mein erstes Brettspiel, das ich solo gespielt habe, war Agricola vor 12 oder 13 Jahren. Das hat mir damals wirklich Spaß gemacht und hat mir definitiv besser gefallen als zuhause vor dem Computer rumzuballern. Es ist einfach toll mit dem Material in der Hand ein Puzzle zu lösen oder eine effektive Engine aufzubauen. Ich habe nachher aber lange keine weiteren Brettspiele mehr solo gespielt, weil ich lieber aus meinen Rollenspielen die Soloabenteuer gemacht habe. Erst als ich mich aus der Welt des Rollenspiels zurückgezogen habe, habe ich wieder ein Brettspiel in die Hand genommen, um es solo zu spielen, nämlich Brains – Japanischer Garten im Herbst 2015. Es war schon toll, diese Puzzles zu lösen, aber weil ich von da an wöchentlich ein oder zwei Spieleabende hatte, war mein Brettspielbedürfnis gestillt und ich war nicht motiviert, zuhause auch noch solo zu spielen.
Doch jetzt ist das anders. Ich möchte Brettspiele spielen und bin allein. Gibt es einen besseren Zeitpunkt, um solo zu spielen? Also habe ich meine Sammlung durchforstet nach Spielen, die solo gespielt werden können und habe derer fünf gefunden. Spoiler: Nicht alle haben mir solo Spaß gemacht.
Fleet 1715 ist ein reines Solospiel. Als ich es ausgepackt habe, habe ich mich daran erinnert, dass ich es schon mal probiert und sofort wieder weggelegt hatte, denn das Regelwerk ist eine Katastrophe und es wird Material aufgelistet, das nicht vorhanden ist. Nun, diesmal habe ich mir durchgekämpft und ich glaube das Prinzip dieses Logikpuzzles verstanden zu haben. Wenn man aber Papier und Stift bereit legt und sich in einer Matrix Notizen macht, birgt das Puzzle überhaupt keine Herausforderung und ist einfach nur langweilig. So, dieses Spiel wird bei nächster Gelegenheit aus meiner Sammlung entfernt.
Buntes Burano ist ein Spiel, das mir grundsätzlich sehr gut gefällt, optisch und mechanisch. Doch die Solo-Variante versagt. Weil mir kein Mitspieler Gebäudeteile wegnimmt, kann ich den Markt einfach durchlaufen lassen und mir die besten Teile schnappen. Das Ziel ist einfach eine maximale Punktezahl zu erreichen, aber das ist irgendwie langweilig.
Te-Trix hat das gleiche Problem. Weil ich alleine bin, kann ich immer die beste Option für mich nehmen, ohne Mitspieler berücksichtigen zu müssen, ohne mich anzupassen und ohne Dilemmata. Lediglich eine maximale Punktezahl ist für mich langweilig.
Overbooked spielt sich alleine ganz anders als mit Mitspielern, was ich absolut positiv finde. Es gibt spezielle Szenarien mit Regelanpassungen und es funktioniert super.
Blackout – Hong Kong ist mit Abstand das größte und komplexeste Spiel dieser Fünf, ein ordentliches Vielspielerspiel und es hat mir in seiner Solo-Variante von diesen hier am besten gefallen. Es hat mir so gut gefallen, dass ich die Kampagne, bestehend aus fünf Szenarien, in einer Woche solo durchgespielt haben. Ich habe mich dann im Internet informiert und tatsächlich ist dieses Spiel bei Spielern, die oft und viel solo spielen, sehr beliebt. Da hatte ich richtig Glück, das zuhause zu haben.
Nachdem mir Blackout – Hong Kong so gut gefallen hat, wollte ich mehr spielen, hatte aber nicht mehr, also habe ich im Internet gesucht, ob es für eines meiner Lieblingsspiele irgendwo eine interessante, inoffizielle Solo-Variante gibt und tatsächlich habe ich eine für Nippon gefunden. Aber das war eine bittere Enttäuschung, denn ich musste da mit einem Würfel einen fiktiven Gegner simulieren der komplett zufällige Aktionen ausführt. Ich hatte da das Gefühl, mehr zu würfeln als selbst zu spielen und außerdem waren die Aktionen des Gegner so zufällig, dass man dies für seine Pläne gar nicht berücksichtigen konnte, was aber eigentlich ein wichtiger Teil des Spiels ist.
Nun, mir ist die Lust total vergangen, inoffizielle Solo-Varianten auszuprobieren. Aber ich wollte spielen und so habe ich meine Sammlung einer zweiten Inspektion unterworfen und habe dabei bemerkt, dass man das Spiel Wettlauf nach El Dorado sehr gut alleine spielen kann. Zwar nicht als richtige Solo-Variante, aber aufgrund des Aufbaus des Spiels ist es kein Problem, zwei Forscher gleichzeitig zu spielen, also alleine die Zwei-Spieler-Variante. Das habe ich dann auch gemacht und es hat echt gut funktioniert. Einfach vier Karten vom Deck ziehen und den optimalsten Zug damit ausführen.
Außerdem hat Hans im Glück letzte Woche auf seiner Webseite offizielle Regeln für eine Carcassonne Solo-Variante veröffentlicht, die ich natürlich sofort ausprobieren musste. Diese Variante ist echt gut gelungen und bietet ein spannendes Logik-Puzzle mit einer interessanten Herausforderung. Sehr zu empfehlen!
Aber jeden Tag Wettlauf nach El Dorado und Carcassonne zu spielen ist halt auch langweilig und mehr gab meine Spielesammlung nicht her, also musste neues Material besorgt werden. Zum Glück ist der Spielefachhändler meines Vertrauens, Planet Harry in Wien, wieder offen und so konnte ich einkaufen gehen. Nun warten also folgende drei Spiele darauf, von mir solo gespielt zu werden: Harry Potter Hogwarts Battle, Maracaibo und Kosmos Adventure Games – Die Vulkaninsel.

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Spiel: Kazock (Piatnik)

Schnelles, einfaches und lustiges Würfelspiel.
Von Reiner Knizia (ca. 15 Min.; 2-5 Spieler)
Dieses Spiel ist schnell erklärt: Der aktive Spieler würfelt die Würfel und wenn er will ein paar davon noch einmal und eventuell auch ein drittes mal. Dann führt er die Aktionen aus, die er gewürfelt hat: Entweder Karotten aus der Tischmitte nehmen, Karotten vom rechten Mitspieler stehlen oder Karotten verlieren. Das geht so lange, bis keine Karotten mehr in der Tischmitte liegen. Wer am meisten Karotten hat, gewinnt.
Jeder Wurf ist natürlich eine Risiko, denn man kann auch Karotten verlieren. Möchte ich also nochmal würfeln, oder soll ich mich zufrieden geben? Soll ich eine Karotte aus der Tischmitte nehmen oder probieren, ob ich von meinem Mitspieler zwei Karotten stehlen kann? Frust und Jubel liegen hier eng beieinander. Würfelglück ist natürlich das zentrale Element, das sollte man beachten, aber bei so einem kleinen Spiel ist das eh nicht weiter wichtig. Eine Partie schlecht gewürfelt? Kein Problem, wir spielen gleich nochmal.
Besonders gut gefällt mir das Detail, dass man nur vom rechten Nachbarn stehlen darf. Das bedeutet, dass nicht alle Spieler von der gleichen Person stehlen können oder zwei Spieler ständig voneinander, es ist also schön gleichmäßig aufgeteilt.
Fazit: Empfehlenswert.

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Piatnik – Kazock
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Buch: Banks, Iain M. – The Algebraist

Leider ein Fehlgriff.
Inhalt: Wenn ein Geheimnis offenbart wird, das mehrere Milliarden Jahre alt ist, beginnen verschiedene Mächte sich in Bewegung zu setzen.
Dieses Buch ist extrem konfus geschrieben. Man braucht ewig, bevor klar wird, was der Plot ist, was die hier zugrundeliegende Idee ist. Dass ich meine 100-Seiten-Regel nicht befolgt habe und trotz meines Missfallens weitergelesen habe, bleibt ein Rätsel. Das Buch hat einige Elemente, die an die Heechee Saga von Frederik Pohl erinnern, andere, die an die Saga der Sieben Sonnen von Kevin J. Anderson erinnern, beides Werke, die mir gut gefallen haben. Daher hatte ich halt gehofft, dass sich das hier doch noch in eine interessante Richtung entwickelt, hat es aber leider nicht getan. Viel wird einfach genannt, wenig beschrieben, weshalb nie ein Gefühl des Staunens aufkommt. Wenn dann eine Art Plot aufkommt, ist er recht geradlinig, nahezu simpel. Das Ende ist dann auch noch sehr vage.
Fazit: Nicht zu empfehlen.

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The Algebraist (English Edition)
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Film: Gemini Man (2019)

Nett.
Action mit Will Smith von Ang Lee. 117 Min.
Inhalt: Henry Brogan hat sein Leben als Auftragskiller verbracht. Nun ist er in die Jahre gekommen und will in den Ruhestand gehen. Doch seine Gegner sind damit nicht einverstanden. Sein 25 Jahre jüngerer Klon wird auf ihn gehetzt.
Aus zwei Gründen hätte dieser Film ein technischer Meilenstein werden sollen, aber wenn das Drehbuch nicht passt, kann die Optik noch so toll sein. Zunächst wurde der Film in 3D mit 120 Bildern pro Sekunde gedreht, eine neuartige Technik, die unter dem Namen „3D+“ läuft und wobei speziell hierfür modifizierte ARRI-Alexa-Kameras verwendet wurden. Nur wenn man nicht in einem speziell dafür ausgestatteten Kino sitzt, kriegt man davon halt nicht viel mit. Naja, das ist nicht ganz korrekt. Wenn der eigene Fernseher nicht allzu alt ist, kann man schon einiges von der originalen Schärfe und High Frame Rate erahnen. Mich persönlich hat das jedoch nicht im geringsten beeindruckt, zu keinem Zeitpunkt hätte ich irgendwie „Wow“ oder „Cool“ ausgerufen. Im Gegenteil sind einige Kameraeinstellungen, um diese Technik voll zu nutzen, teilweise etwas seltsam und gewöhnungsbedürftig, haben mir gar nicht gefallen.
Auch das zweite technische Feature dieses Films konnte mich nicht überzeugen. Um nämlich die jüngere Version von Will Smith perfekt in 3D im Computer zu generieren, wurden alle Episoden von Der Prinz von Bel-Air in einem Programm gespeichert und sämtliche Szenen von Will Smith analysiert. Die computergenerierte junge Version von Will Smith schaut absolut grandios aus, zum Verwechseln echt, also technisch wirklich eine Meisterleistung, aber wozu? Ich finde, sie haben storymäßig viel zu wenig mit ihm gemacht. So wirkt es nur wie ein nettes Gimmick für coole Kampfszenen. Aber wenn ich einen Charakter gegen sich selbst kämpfen sehen möchte, dann würde ich eher The One mit Jet Li empfehlen. Dort sind die Kämpfe viel besser und es gibt sogar einen interessanten Plot. Nein, das hier ist nichts weiter als eine technische Spielerei ohne Substanz und ist somit nicht mehr als ein netter Actionfilm, eine nette Abendunterhaltung, wenn man sich zur Verdauung zurücklehnen möchte.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Gedankensprung: Ideen für Sci-Fi Filme und Serien

Als großer Sci-Fi-Fan bin ich immer auf der Suche nach neuen Werken aus diesem Genre. Während ich aber genügend entsprechende Bücher habe, um vermutlich die nächsten fünfzig Jahre zu füllen, ist dies bei Filmen und Serien schon anders. The Expanse hat gezeigt, dass man aus einer Buchvorlage eine richtig tolle Serie machen kann und beflügelt von diesem Optimismus gibt es hier ein paar Ideen meinerseits.
In die Fußstapfen von The Expanse könnte Vatta’s War treten, eine fünfbändige Space Opera von Elizabeth Moon. Der Plot ist spannend, die Charaktere sind interessant mit tollen Entwicklungen und man hätte Stoff für fünf Staffeln mit einem ordentlichen Abschluss am Ende.
Ebenfalls als Serie würde sich die Coyote-Reihe von Allen Steele eigenen. Das wäre sogar billig zu produzieren, weil es meistens in der Kolonie auf dem Mond Coyote spielt, die zunächst eh nur aus Baracken besteht, bis man eine Stadt daraus macht. Die Kolonisierung einer neuen Welt von Anfang an wäre absolut spannend anzuschauen.
Zur Verfilmung fürs Kino würde sich Der Metropolist ideal eignen. Bei der Lektüre dieses Buches habe ich ständig gedacht, wie cool diese und jene Szene auf der großen Leinwand wäre.
Möchte man eine Filmtrilogie, sollte man sich die Computerspielreihe Mass Effect schnappen. Eine epische Geschichte mit tollen Charakteren, dramatischen Szenen und viel Emotion. Wenn hier das richtige Produktionsteam dahinterstehen würde, könnte ein cineastisches Meisterwerk entstehen.
Ebenfalls ein richtig tolles Kinospektakel könnte die Verfilmung des Computerspiels Deus Ex werden, was eh schon öfters geplant und wieder verworfen worden ist.
Das sind nur ein paar Ideen meinerseits, die sich zur Verfilmung eignen würden. Statt ständig immer nur Remakes zu machen und die gleichen alten Suppen aufzuwärmen, gäbe es genug Material für neue Filme und Serien.

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Buch: Wright, Ian – Der Atlas für Neugierige

Ein großartiges Werk für alle, die kurioses Allgemeinwissen oder einfach Karten gerne haben.
Der Autor hat 2014 die Webseite „Brillant Maps“ eingerichtet, auf welcher er Welt- und Landkarten zu den unterschiedlichsten Themen gesammelt hat, denn er vertritt die Meinung, dass eine gut dargestellte Karte wunderbar und effektiv Informationen vermitteln kann, seien diese nun politisch, wirtschaftlich oder sozial relevant oder einfach nur interessante Trivia. Ich stimme dem voll zu und liebe deshalb auch die Sendung Mit offenen Karten. Es war also für mich nur selbstverständlich, dass ich zu diesem Buch greifen würde.
Von seiner Webseite hat der Autor also über 100 Karten ausgewählt und in diesem Werk gesammelt. Dabei wurden diese Karten auf die Kategorien „Menschen und Bevölkerung“, „Religion und Politik“, „Macht“, „Kultur“, „Sitten und Bräuche“, „Freunde und Feinde“, „Geografie“, „Geschichte“, „Nationale Identität“, „Verbrechen und Strafe“ und „Natur“ aufgeteilt.
Ich möchte hier noch einmal betonen, dass die Karten in diesem Buch keinem roten Faden folgen oder einen gemeinsamen Rahmen haben, außer eben die Kapiteleinteilung. Nein, es ist eine Sammlung von verschiedensten interessanten Informationen, die durchaus neue und überraschende Perspektiven auf unsere Welt eröffnen. Etwa die Karte der wertvollsten Exportgüter der jeweiligen Länder (S. 66), der 22 Länder, die das Vereinigte Königreich nicht angegriffen hat (S. 116) oder der Länder ohne Flüsse (S. 210), nur um drei Beispiele zu nennen.
Es ist einfach sehr interessant, sich hinzusetzen, hier zu schmökern und auf den verschiedenen Karten Details zu finden, die man bisher nicht gekannt, nicht bedacht hat und dadurch in bestimmten Bereichen ein neues Weltverständnis zu erhalten.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Der Atlas für Neugierige: Kuriose Karten, die Ihre Sicht auf die Welt verändern
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Serie: Tiger King – Miniserie (abgeschlossen)

Die besten Geschichten schreibt das wahre Leben.
Der ursprüngliche Ausgangspunkt dieser Dokumentation war es, die Haltung von Großkatzen in den USA zu beleuchten und zu hinterfragen. Es leben nämlich mehr Tiger in Gefangenschaft in den USA als insgesamt weltweit in freier Wildbahn. Das Produktionsteam hat aber schnell festgestellt, dass die Halter solcher Großkatzen extrem skurrile Personen sind, die haufenweise Leichen im Keller haben. Die Präsentation dieser lockt natürlich viel mehr Zuschauer vor den Bildschirm als einfach nur die Darstellung der brutalen Zustände, in denen Großkatzen gehalten werden. Entsprechend heftig wirkt dann auch der Satz, den ein Zeuge in der letzten Episode von sich gibt: „In all diesem Chaos, diesen Schlagzeilen und Skandalen hat man das wesentliche vergessen, nämlich das Wohl der Tiere.“
Ich kann diese Serie nur empfehlen, denn sie wirft Licht auf so viele Lebensrealitäten, die wir in unseren sozialen Blasen meist gar nicht mitbekommen. Vor allem aber ist die Serie extrem unterhaltsam, mit vielen absolut unfassbaren Augenblicken und Wendungen, die sich kein Autor hätte einfallen lassen können.
Im Titel habe ich geschrieben, dass es eine abgeschlossene Miniserie ist, und das ist es offiziell auch. Es gibt aber Gerüchte, dass noch eine weitere Episode existiert, mit der man aber aus juristischen Gründen noch warten muss, bevor man sie ausstrahlen kann. Falls das wahr ist, bin ich schon sehr gespannt, welche weiteren Enthüllungen da präsentiert werden.
Ebenfalls gibt es Gerüchte, dass eine zweite Staffel geplant ist. Natürlich, wenn etwas so erfolgreich ist, muss man es weiter melken. Nur sitzt Tiger King jetzt im Gefängnis – ob korrekt oder nicht sei dem Publikum überlassen – und daher wäre es nur eine Fortsetzung dem Namen nach. Aber ich lasse mich gerne überraschen. Außerdem wurde an dieser Dokuserie hier fünf Jahre lang gearbeitet, schnell eine Fortsetzung aus dem Boden zu stampfen kann also nur in einem Debakel oder zumindest in einer Enttäuschung für das Publikum enden.
Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Film: Where’d You Go, Bernadette (2019)

Irgendwie seltsam, irgendwie liebenswert und irgendwie zum Vergessen.
Komödie / Drama mit Cate Blanchett von Richard Linklater. 109 Min.
Inhalt: Der Film erzählt die Geschichte der agoraphoben Architektin Bernadette Fox, die kurz vor dem Familienurlaub in die Antarktis verschwindet.
Das Problem ist, dass der Film eigentlich nicht weiß, was er will. Einerseits erzählt er die Geschichte einer Tochter, die ihre Mutter immer wieder wegen derer Eigenheiten verteidigen muss. Andererseits erzählt er, was mit einem kreativen Menschen passiert, der nicht kreativ sein kann. Der Film steht und fällt also mit der Darstellung der Mutter. In diesem Fall fällt er. Denn die Eigenheiten der Mutter sollten witzig sein, teilweise Mitleid erwecken, sind aber einfach nur abstrus, nicht nachvollziehbar und dementsprechend weder lustig noch emotional. Die Mutter ist bereits vom Script her total überzeichnet und Blanchett übertreibt es noch weiter, wodurch die eigentlich Idee des Films ins Lächerliche gezogen wird. Dennoch, wenn man den Film zu Ende schaut, hinterlässt er mit dem herzerwärmenden Finale einen positiven Eindruck.
Fazit: Kann geschaut werden.

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Gedankensprung: Anime-Update Winter ’20

Diese Staffel stand ganz im Zeichen der Kreativität. Selten gab es so viele Serien gleichzeitig mit innovativen Ideen und neuartigen Konzepten. War wirklich toll zu schauen.

Über das Top-Anime dieser Staffel, Ishuzoku Reviewers, darf ich leider keine weiteren Worte verlieren und Bilder sowieso keine zeigen. Empfehlen kann ich es aber allemal. Viel Spaß damit!

ID:Invaded ist eine coole Detektiv-Serie, die eine Mischung aus Inception und Minority Report zu sein scheint. Ein Detektiv taucht ins Unterbewusstsein von Serienmördern ein, um dadurch Kriminalfälle zu lösen. Es ist aber eine spannende zusammenhängende Geschichte, denn es stellt sich heraus, dass die Morde zusammenhängen. Außerdem ist die Serie sehr gut abgeschlossen, also absolut zu empfehlen.

Itai no wa Iya nano de Bougyoryoku ni Kyokufuri ist ein witziges und süßes Anime um ein Mädchen, das in eine Virtuelle Realität eintaucht und ein Fantasy-Computerspiel spielt. Weil sie aber am Anfang Angst hat und unsicher ist, steckt sie sämtliche Punkt in Verteidigung, was dann im Laufe der Serie immer wieder zu sehr witzigen Momenten führt. Das Tolle an der Serie ist aber auch die Kreativität, mit der die verschiedenen Levels des Computerspiels erstellt worden sind. Und ein weiterer großer Pluspunkt: Die Serie ist wunderbar abgeschlossen.

Dorohedoro ist ein weiteres absolut unkonventionelles Anime mit vielen faszinierenden Idee. Es gibt eine Welt, in welcher Magier leben. Diese öffnen immer wieder Tore in eine andere Welt, wo die Menschen keine Magie besitzen. In dieser magielosen Welt benutzen die Magier die Menschen um an ihnen Experimente durchzuführen. Ein solches Opfer bemerkt, dass er durch so ein Experiment seine Erinnerungen verloren hat, aber dabei eine Immunität gegen Magie erhalten hat. Da beginnt sein Abenteuer, die Erinnerungen zurückzuholen und Rache zu nehmen. Aber leider endet die Serie in einem brutalen Cliffhanger und eine zweite Staffel folgt irgendwann.

In Darwin’s Game werden unterschiedliche Personen durch eine App in ein mörderisches Spiel gezogen, in welchem nur der Stärkste überlebt. Durch diese App erhält auch jeder Teilnehmer eine individuelle Spezialfähigkeit, was zu richtig tollen Kämpfen führt. Außerdem wird hier – im Gegensatz zu vielen anderen derartigen Serien – angedeutet, dass es eine Erklärung gibt und es nicht „einfach nur da ist“. Doch leider gibt es keinen Abschluss und eine zweite Staffel folgt irgendwann.

Die vierte Staffel von Boku no Hero Academia lief aus dem Herbst direkt weiter, war aber eine brutale Enttäuschung. Die erste Staffelhälfte im Herbst war richtig toll, aber jetzt die zweite Staffelhälfte war einfach nur langweilig und wirkte so, als hätte man einfach schnell zwölf Füllerepisoden erstellt, weil das Staudio mit etwas anderem beschäftigt war. Zumindest kam in der letzten Episode noch ein richtig toller Kampf, der einen dann am Ende doch noch zufrieden zurücklässt. Damit freue ich mich jedenfalls voll auf die fünfte Staffel.

Und wie bekannt lese ich auch weiterhin die Mangas zu den Serien One Piece, Boruto und Black Clover, schaue diese Animes also nicht, bzw. nur sehr sporadisch.

Neben diesen aktuellen Serien habe ich auch Zeit gefunden, mein Großprojekt, nämlich Gintama zu schauen, weiterzubringen, und habe mein zweites Großprojekt abgeschlossen, nämlich Master Keaton, eine richtig tolle Serie.

Ausblick auf den Frühling 2020:
Zwar läuft vom Winter keine Serie im Frühling direkt weiter, aber laut Vorschau wird es jede Menge Folgestaffeln geben und nur wenige neue Serien. Mein Interesse momentan geweckt haben Kaguya-sama wa Kokurasetai 2nd season, Sword Art Online: Alicization – War of Underworld 2nd Season, Fruits Basket 2nd Season, No Guns Life 2nd Season, Kami no Tou, Yesterday wo Utatte, Appare-Ranman!, Fugou Keiji: Balance:Unlimited, Listeners, Shironeko Project: Zero Chronicle, Kitsutsuki Tanteidokoro, Shin Sakura Taisen the Animation und Koukaku Kidoutai: SAC_2045.

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Spiel: Empires of the North (Pegasus Spiele)

Cooles Engine-Building-Spiel, das überraschend viel Platz braucht.
Von Joanna Kijanka und Ignacy Trzewiczek (ca. 45-90 Min.; 1-4 Spieler)
In diesem Spiel schlüpfen wir in die Rolle von irgendeinem nordischen Volk und wollen unsere Siedlung ausbauen. Jede Karte repräsentiert dabei ein Bauwerk. Jedes Bauwerk hat Kosten, gibt mir aber auch Funktionen oder sogar Aktionen. Beim ersten Mal wird man davon überrascht, wie viele Gebäude man baut. Das führt zu einer sehr großen Auslage – viel Platz ist für dieses Spiel also nötig. Da die Karten sich aber gegenseitig beeinflussen, was ja das Prinzip eines Engine-Building-Spiels ist, muss man ständig alle im Auge behalten und in der ersten Partie wird man sicher viel übersehen.
Das Spiel läuft, wenn man es einmal durchschaut hat, sehr flüssig mit wenig Downtime. Aufgrund des vielen Materials und der verschiedenen zur Auswahl stehenden Völker ist auch jede Partie anders. Wenn man diese Art von Puzzles mag, also das effiziente Errichten einer Engine, dann ist das ein gutes Spiel.
Fazit: Empfehlenswert.

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Pegasus Spiele – Empires of the North (Portal Games)
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